BVB: Angstfrei an der Anfield Road

Mit allen Stars statt mit einer B-Elf: Anders als im Derby auf Schalke tritt der BVB im Rückspiel des Viertelfinales in der Europa League beim FC Liverpool an. Die Westfalen präsentieren sich siegessicher.

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Erik Durm (am Ball) und die BVB-Kollegen beim Abschlusstraining in dem traditionsreichen Stadion an der Liverpooler Anfield Road.  Foto: 

Im Meisterkampf mit halber Kraft, in der Europa League mit voller Kapelle - nach der vieldiskutierten XXL-Rotation auf Schalke steht Borussia Dortmund in der Pflicht. Bei dem Rückspiel im Viertelfinale der Europa League gegen den vom einstigen BVB-Trainer Jürgen Klopp angeführten FC Liverpool möchten die Westfalen belegen, dass sich der Verzicht auf acht Profis im Revierderby gelohnt hat. Geschonte Stars wie Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang sollen am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky, Sport1) zum ersten Sieg einer deutschen Mannschaft an der traditionsreichen Anfield Road beitragen.

"Die Europa League hat eine sehr große Bedeutung für uns, das hat die Aufstellung am Sonntag auf Schalke gezeigt", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Abflug aus Dortmund. "Die ganze Wiedersehens-Arie ist jetzt durch", so meinte er im Rückblick auf den Hype um Klopp im Hinspiel. "Ich weiß, dass die Mannschaft zu 120 Prozent bereit ist." Optimistisch geht auch Trainer Thomas Tuchel trotz des schnöden 1:1 in der Vorwoche die Aufgabe an: "Es fühlt sich besser an als im Hinspiel. Der Fokus lässt sich leichter auf das rein Sportliche legen."

In Liverpool steht ein kniffliger Kraftakt bevor. Die bisher wenig ermutigende Bilanz deutscher Vereine an der Anfield Road kann Sportdirektor Michael Zorc jedoch nicht schrecken. "Wir waren das erste deutsche Team, das bei den Tottenham Hotspur gewonnen hat. Jetzt wollen wir als erstes deutsches Team auch in Liverpool gewinnen."

Nur ein Sieg oder ein Unentschieden mit mindestens zwei eigenen Treffern bewahrt den Zweiten der Bundesliga vor dem ersten großen Rückschlag in der bisher erfolgreichen Ära von Tuchel. Anders als zuletzt wird sich der Nachfolger Klopps diesmal nicht den Luxus erlauben, freiwillig auf Stars zu verzichten. Zudem scheint auch Ilkay Gündogan nach ausgestandener Fußprellung wieder voll belastbar. Der kontroversen Diskussion über die jüngste Rotation von Tuchel konnte Mittelfeldspieler Julian Weigl nichts abgewinnen: "Es ist ganz wichtig, mit frischen Leute auf dem Platz zu stehen. Das hat der Trainer sehr gut gemacht."

Mit dem Spiel an der Merseyside startet der BVB in die Woche der Wahrheit. Nur sechs Tage später steht das Halbfinale im DFB-Pokal bei Hertha BSC an. Von einem besonderen Druck beim BVB will Watzke jedoch nichts wissen. "Wenn ich höre, dass wir mehr Druck haben als der FC Liverpool, lache ich mich tot. Wir spielen nächstes Jahr sicher in der Champions League. Das würde Liverpool nur im Falle eines Europa-League-Sieges schaffen."

Sportchef Zorc erwartet ein Duell auf Augenhöhe. "Ich habe die Einschätzung der Experten, dass wir als haushoher Favorit in diese Partien gehen, nie geteilt", erklärte Zorc. "Liverpool ist zuletzt deutlich besser geworden und hat seine besten Spiele gegen die Topklubs gemacht. Sie haben Manchester City geschlagen und Manchester United aus der Europa League geworfen." Die Dortmunder sind offensichtlich mit Respekt, aber ohne Angst nach Liverpool gereist.

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