Nach Fehlstart: Bremer „Kollektiv“ soll Kruse ersetzen

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Gebeutelt: Nach der Niederlage auf Schalke schleichen die Bremer Izet Hajrovic (M) und Robert Bauer (r) vom Platz. Foto: Carmen Jaspersen  Foto: 

Der Frust über die dritte Saisonniederlage war für Werder Bremen vor der anstehenden richtungsweisenden Fußball-Woche noch nicht einmal das Schlimmste.

„Der Verlust von Max wiegt definitiv schwerer als der Verlust der drei Punkte“, sagte Lamine Sané, der den Bundesligisten beim 1:2 (1:1) gegen den FC Schalke 04 in Führung gebracht hatte. Max Kruse brach sich das Schlüsselbein und wurde am Sonnstag erfolgreich operiert. Der beste Offensivspieler wird den Bremern damit rund acht Wochen fehlen. „Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns“, sagte Sané.

Vor den wichtigen Spielen der kommenden Woche wiegt der Ausfall doppelt schwer. Besonders bitter aus Bremer Sicht war, dass sich Kruse nach mäßigen Leistungen in den ersten Saisonwochen gegen Schalke so agil und ideenreich wie zu besten Zeiten präsentierte.

Das einzig Positive für die Bremer vor dem Start in die Englische Woche: Mit Wolfsburg und Freiburg kommen jetzt endlich vermeintlich leichtere Gegner. „Wir müssen jetzt anfangen, zu punkten und brauchen endlich mal wieder dieses Gefühl, als Sieger vom Platz zu gehen“, sagte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein am Samstag.

Immerhin: Kruses Ersatzmann Ishak Belfodil sorgte für Mut: Nach seiner Einwechslung fügte sich der Neuzugang mit einer engagierten Leistung sofort ein. Zuvor hatte der algerische Stürmer nur kurz beim 1:1 gegen Hertha BSC gespielt. „Er war sofort da“, sagte Werder-Trainer Alexander Nouri. Aber auch: „Den Ausfall werden wir als Kollektiv kompensieren.“

Das muss Werder zügig gelingen: Bremen hat nur einen Punkt aus den ersten vier Saisonspielen geholt und steckt damit schon jetzt tief im Tabellenkeller. Die ersten vier Gegner - Hoffenheim, Bayern, Berlin und Schalke - waren alle stark, Punktverluste waren erwartet worden. In dieser Woche sieht es anders aus: Am Dienstag geht es zum VfL Wolfsburg und samstags kommt der SC Freiburg. Der Druck steigt auf das Team, das saisonübergreifend seit sieben Partien sieglos ist.

Zuletzt gegen Schalke und Hertha zeigten die von Nouri gecoachten Profis gute Leistungen. Bis jetzt können die Verantwortlichen deshalb der Ergebniskrise noch mit Ruhe begegnen. Nur „Details“ müssten verbessert werden, sagte Nouri. Sportchef Frank Baumann sprach von „Kleinigkeiten“.

Werder kassierte gegen Schalke unglückliche Gegentore nach Ecken, bei einigen vielversprechenden Angriffen misslangen das letzte Zuspiel oder der Abschluss. Nouri zufolge befindet sich das Team auf dem Weg dahin, solche Situationen besser zu lösen: „Das müssen wir jetzt weiter erzwingen, indem wir weiter an den Prozess und an unsere Art und Weise glauben“, sagte Nouri.

Das klang nicht nur wie eine Aufforderung an seine Spieler, sondern auch wie eine Bitte. Denn Nouri wird ahnen, dass nach einer erfolglosen Englischen Woche die Fragen nach seiner Führung lauter werden dürften. Vergangene Saison war der Trainer bereits einmal angezählt, doch dann startete Werder eine wundersame Serie, die den Club fast in den Europacup gebracht hätte.

Nouri, der den Job vor genau einem Jahr von Viktor Skripnik übernahm, wollte von zu viel Druck allerdings nichts wissen: „Die ersten zehn Spieltage schauen die Pessimisten und die Optimisten auf die Tabelle“, sagte er. „Aber die Realisten gucken erst später auf die Tabelle.“

Infos zu der Begegnung

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