Blatter schürt selbst Zweifel am Rücktritt

Joseph Blatter und kein Ende. Nun hat er die Spekulation um einen Rücktritt vom Rücktritt als Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa angeheizt.

|
Joseph Blatter: "Nicht reif fürs Museum."  Foto: 

Als wäre nichts gewesen: Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit 23 Tagen hat Fifa-Präsident Joseph Blatter, 79, die tiefe Krise im Fußball-Weltverband einfach weggelächelt und seine Rücktrittsankündigung quasi konterkariert.

"Ich bin weder reif für das Museum noch fürs Wachsfigurenkabinett", sagte der Schweizer beim Richtfest des Fifa-Museums. "Ich bin nicht zurückgetreten, sondern stelle mein Mandat an einen außerordentlichen Kongress zur Verfügung." Bis zu diesem (wahrscheinlich im Dezember 2015) bleibt Blatter offiziell im Amt und will sich laut eigener Aussage um tiefgreifende Reformen bemühen. Im Zuge des "Fifa-Bebens" Ende Mai mit Festnahmen und FBI-Ermittlungen steht der Weltverband weltweit massiv in der Kritik, Blatter hatte am 2. Juni die Konsequenzen gezogen und das Ende seiner Ära bei der Fifa angekündigt. In den vergangenen Tagen waren allerdings Gerüchte aufgekommen, der Schweizer würde nun doch einen Rücktritt vom Rücktritt erwägen - was die Kritik nur noch vergrößerte.

Unlängst hatten bereits Schweizer Medien groß berichtet, Blatter denke über einen Verbleib in seinem Amt nach. Er war beim Kongress in der Woche vor seiner Rückzugsankündigung in seine fünfte Amtszeit gewählt worden. Blatter steht seit 1998 an der Spitze der Fifa. Beim Museums-Richtfest soll sich Blatter nun laut der Zeitung "Blick" präsentiert haben, "als wären die Korruptionsvorwürfe, die FBI-Ermittlungen sowie die Verhaftungen der Fifa-Funktionäre in Zürich nur böse Träume". Und Blatter selbst sagte der Zeitung zufolge mit Verweis auf das Museum, das ihm eine Herzensangelegenheit ist: Nur wer die Vergangenheit kenne, könne die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.

Dazu braucht es allerdings ein Amt. Wie es mit Blatter weitergeht? Es bleibt spannend.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ratiopharm geht unruhigen Zeiten entgegen

Nach dem von Konzernmutter Teva verkündeten Sparpaket stehen aus Sicht des Managements schwere Entscheidungen an. Die IG BCE kritisiert die Massenentlassungen. weiter lesen