Bayern mit Autorität - Klopp ohne Verständnis

Der Vorsprung ist historisch, das Verfolger-Trio zu schwach - dem FC Bayern winkt die früheste Meisterfeier der Ligahistorie (im April?). Dagegen hält die Talfahrt beim Krisenklub aus Gelsenkirchen an.

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  • Van der Vaart (links) hat sich für die Rote Karte gegen Lewandowski ins Zeug gelegt. Foto: Actionpress 1/2
    Van der Vaart (links) hat sich für die Rote Karte gegen Lewandowski ins Zeug gelegt. Foto: Actionpress
  • Sebastian Schweinsteiger (links) freut sich zusammen mit dem Doppeltorschützen Alaba. Foto: Actionpress 2/2
    Sebastian Schweinsteiger (links) freut sich zusammen mit dem Doppeltorschützen Alaba. Foto: Actionpress
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Gut, besser, Bayern - die Alleinherrscher aus München steuern auf Rekordkurs. Nie zuvor in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte gab es am 21. Spieltag einen Tabellenführer mit solch großem Vorsprung von 15 Punkten. Hält dieser Trend an, könnte bereits im April die Titelfeier steigen. Ein laut Präsident Uli Hoeneß "wunderbarer Spieltag" mit einem leichten 4:0 der eigenen Mannschaft über den FC Schalke und Punktverlusten der Verfolger aus Dortmund, Leverkusen und Frankfurt beseitigte alle Restzweifel. "Wir dürfen die Meisterschaft jetzt nicht mehr verlieren", kommentierte Arjen Robben die komfortable Ausgangslage.

Ein Konkurrent, der dem Heynckes-Team noch gefährlich werden könnte, ist weit und breit nicht in Sicht. So leistete sich der in den vorigen beiden Jahren souveräne Meister aus Dortmund beim 1:4 gegen den Hamburger SV die bereits dritte Heimschlappe der Saison. Die missratene Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch bei Schachtjor Donezk schlug selbst einer Frohnatur wie Jürgen Klopp aufs Gemüt. "Es gehört zum Fußball dazu, dass man solche scheiß Tage erlebt, aber man könnte komplett auf sie verzichten", klagte der Coach.

Für die größte Aufregung sorgten nicht die Tore, sondern die Entscheidungen von Manuel Gräfe. Der Schiedsrichter aus Berlin zückte nach einem Foul von Robert Lewandowski (31.) und minutenlanger Beratung mit seinen Assistenten eine vertretbare Rote Karte, zeigte aber dem mit viel Körpereinsatz protestierenden Rafael van der Vaart nur Gelb. Van der Vaart gab zu, den Tumult mit provoziert zu haben: "Der

Schiedsrichter wollte keine Rote geben. Da habe ich ein wenig Theater gemacht", sagte er der "Bild am Sonntag". Auf dieses Geständnis reagierte Klopp einen Tag später im WDR-Hörfunk verärgert: "Das ist der schlechteste Satz, den ich jemals gehört habe. Warum sagt er so etwas nachher?" Apropos Lewandowski: Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hält sich in Bezug auf die Spekulationen um einen möglicherweise bevorstehenden Wechsel des Torjägers von Dortmund an die Isar weiterhin total zurück. "Wir haben vor einiger Zeit beschlossen, über Gerüchte gar keine Kommentare mehr abzugeben", sagte der ehemalige Bayern-Manager. Zuvor hatte Sky-Experte Lothar Matthäus preisgegeben, dass er Informationen vorliegen habe, dass der Transfer des polnischen Nationalspielers zum FC Bayern so gut wie sicher sei. Hoeneß dazu: "Wenn Lothar Ihnen das bestätigt, dann wird er demnächst hier als Manager anfangen können."

Jupp Heynckes hatte gegen Schalke seine zuletzt dreimal erfolgreiche Mannschaft geändert - einen Bruch gab es nicht. Robben ("War wichtig für mich"), Mario Gomez und Jerome Boateng fügten sich nahtlos ein. "Der Trainer hat Mut", sagte Torjäger Gomez zu den Maßnahmen. Daniel van Buyten, Thomas Müller (11 Saisontore) und Mario Mandzukic (14) konnten so von der Bank aus entspannt zusehen, wie, Alaba (19., Foulelfmeter und 51.), Schweinsteiger (32.) und Gomez (63.) einen nie gefährdeten Sieg sicherstellten. "Wir haben mit Autorität Fußball gespielt. Es hat leicht ausgeschaut, was eigentlich sehr schwer ist. Das ist das Produkt harter Arbeit", sagte Heynckes.

Harte Arbeit wartet auch auf Jens Keller - und der Druck auf den Schalke-Trainer wird von Tag zu Tag größer. Sportvorstand Horst Heldt hält jedoch stur an der Jobgarantie fest: "Es bleibt so, wie wir es vorher gesagt haben: Jens Keller bleibt auf jeden Fall bis zum Saisonende unser Trainer." Dabei macht der 42-Jährige nicht den Eindruck, als könnte er die erneut ganz schwachen Schalker aus ihrer schweren Krise führen. Aufgeben will er aber nicht: "Ich werde meine Arbeit weiter gewissenhaft machen, alles andere liegt nicht in meiner Hand." Das sind die üblichen Durchhalteparolen, mit denen im Regelfall das Ende eingeleitet wird.

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