Am Ende eiskalt erwischt

Holpriges Spiel, Stocher-Tor, aber am Ende wieder kein Sieg: Der VfB Stuttgart hat beim 1:1 (1:0) in der Europa-League-Zwischenrunde gegen Genk durch ein Last-Minute-Gegentor den ersten Sieg 2013 verpasst.

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Genks Torhüter Laszlo Köteles ist geschlagen: Christian Gentner (links) trifft für den VfB zur 1:0-Führung. Foto: Sven Simon

Es war eiskalt, der Anpfiff superspät, und der VfB hatte zuletzt mit fünf Pleiten in der Bundesliga wenig Werbung in eigener Sache gemacht. So kamen gestern Abend gerade einmal 15 200 Zuschauer nach Stuttgart, um dieses erste K.o.-Rundenspiel in der Europa League zu sehen. Sie hätten fast den ersten Pflichtspielsieg 2013 erlebt, doch die Hoffnung ließ der eingewechselte Glynor Plet beim Kontertor in der Nachspielzeit platzen. So stands am Ende doch nur 1:1 (1:0) gegen den KRC Genk.

Trainer Bruno Labbadia begann trotz des 1:4 gegen Bremen mit unveränderter Aufstellung. Christian Gentner, dessen Einsatz nach einem Schlag aufs Schienbein fraglich war, meldete sich rechtzeitig zurück. Und Vedad Ibisevic hätte nach einer Viertelstunde ums Haar seine Ladehemmung überwunden: Kalidou Koulibaly verstolperte beim Rückpass, der VfB-Mittelstürmer schnappte ihm den Ball weg, legte ihn sich dann etwas weit vor, Genk-Keeper Laszlo Köteles blockte den Schuss. Im Gegenzug wurde Sven Ulreich zum ersten Mal geprüft. Freistoß-Flanke, Elyaniv Barda kam gefährlich zum Kopfball, der VfB-Torwart wischte den Ball zur Ecke.

Bitter für die Belgier, deren mit 3600 Anhängern erstaunlich stark besetzte Fankurve zu Beginn mit Bengalos unangenehm aufgefallen war: Bardas Angreifer-Kollege Jelle Vossen war seit der fünften Minute, als Serdar Tasci ihn beim Abspiel unglücklich an der Achillesferse traf, sichtlich angeschlagen, biss aber immerhin mehr als eine Stunde lang auf die Zähne. Ausgerechnet der Top-Spieler im Team. Er ist mit 23 Jahren Kapitän und hat bereits 16 Liga-Tore erzielt. Die VfB-Elf, die gegen unbequeme Gäste oft Mühe beim Spielaufbau, beim schnellen Umschalten hatte und sich erst nach der Pause etwas mehr Raum verschaffte, scheiterte auch bei der zweiten Chance kläglich. Martin Harnik stand beim Schuss aus der Drehung aus sieben Metern wieder der Ungar Köteles im Weg (31.).

Exakt zehn Minuten später leistete sich der Torwart jedoch einen folgenschweren Schnitzer. Gotoku Sakai hatte rechts am Strafraum Derick Tshimanga überspielt, die flache Hereingabe geriet zum Schuss, den Köteles nach vorn prallen ließ. Ibisevic schlug am Ball vorbei, doch Gentner stocherte beim Abstauber die Kugel zum 1:0 (41.) unter die Latte. Die erste dicke Chance nach dem Seitenwechsel hatte erneut Ibisevic. Der Bosnier köpfte Gentners schönen Flankenball allerdings wuchtig am rechten Pfosten vorbei (68.) und scheiterte wenig später auch mit einem Schuss (71.).

In der 74. Minute kam noch der rumänische Neuzugang Alexandru Maxim zum Debüt, eingewechselt für Flügelrenner Ibrahima Traoré. Es schien, als könne der VfB endlich den Bann brechen. Doch in der ersten Minute der Nachspielzeit passierte es: Der eingewechselte Stephen Joseph-Monroe passte beim Konter nach innen, Arthur Boka schlug eine Kerze, Plet köpfte locker ein. Kommenden Donnerstag in Genk droht dem VfB das Aus. Vorher wartet 1899 Hoffenheim. Im Derby am Sonntag (17.30 Uhr) müssen die Stuttgarter die lange Niederlagen-Serie in der Bundesliga beenden. Sonst wird es ungemütlich.

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