"Spuk" vorbei - Köln für 19 Stunden Tabellenführer

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Die Kölner feierten ausgiebig das 3:0 gegen den SC Freiburg. Foto: Rolf Vennenbernd

Das schönste Erlebnis beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln seit mehr als 20 Jahren endete erwartungsgemäß nach 19 Stunden. Am Samstag, kurz vor 17.30 Uhr, war der "Spuk", wie FC-Trainer Peter Stöger die Tabellenführung umschrieb, durch den Bayern-Sieg gegen Ingolstadt vorbei.

Daran störte sich in der Domstadt und beim Traditionsclub aber niemand. Schließlich war der kurze Ausflug an die Spitze, der erste seit 1996, dank des 3:0 am Freitagabend gegen den SC Freiburg nicht nur der Lohn für einen Saisonstart nach Maß, sondern auch der vorläufige Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung.

"Es wirkt selbstverständlicher, was wir tun. Es wirkt ein Stück weit erwachsener, wie wir spielen", sagte Schmadtke. Kapitän Matthias Lehmann hob die Abgeklärtheit des Teams hervor: "Wir sind weiter, wir sind klarer im Kopf, wir sind cool." Und im Vergleich zur vergangenen Saison, als der erste Bundesliga-Meister ebenfalls mit sieben Punkten startete, schlägt die Mannschaft nun eiskalt zu, wenn es um etwas geht. Anthony Modeste mit einem Kopfball-Doppelpack (29. und 43. Minute) und Leonardo Bittencourt (31.) machten den Sieg perfekt.

2013 nahmen der Österreicher Stöger und Sportdirektor Jörg Schmadtke ihre Arbeit am Rhein auf. Es gelang auf Anhieb die Rückkehr in die Bundesliga, danach folgten zwei solide Spielzeiten mit 40 und 43 Punkten. Die Bilanz von zwei Siegen, einem Unentschieden und 5:0 Toren versetzt die Fans am Rhein in die übliche Euphorie - wie 2013 die Serie von zehn Spielen ohne Niederlage in der 2. Liga und den Einzug in das DFB-Pokal-Achtelfinale. Seinerzeit fing Schmadtke die Anhänger mit einer legendären Videobotschaft ein. "Lieber FC-Fan, ruhig, ganz ruhig bleiben", brummte Schmadtke zu asiatischer Hintergrundmusik in die Club-Kamera.

Zu einer ähnlichen Aktion sah sich der einstige Freiburger Bundesliga-Torwart diesmal nicht veranlasst. "Daraus brauchen wir keine neue Geschichte machen. Das war mit einem Augenzwinkern gemacht", sagte der 52-Jährige. Alles erscheint in Köln ein wenig anders als zu Zeiten eines Lukas Podolski, Christoph Daum und Wolfgang Overath, in denen es zum Teil drunter und drüber ging. Der Verein sucht nun sogar wieder nach einer Annäherung zum einstigen Idol Overath, das im Streit gegangen und seit 2011 nicht mehr im Stadion war.

Unter dem Ex-Präsidenten wurde nicht selten vom internationalen Geschäft gesprochen. Daraus wurde bekanntlich nie etwas. In der Gegenwart hält Stöger die Europacup-Plätze für möglich - wenn die Konkurrenz mitmache. "Wir wissen das schon einzuschätzen. Wenn wir so weitermachen, darf man natürlich träumen", sagte Torhüter Timo Horn dazu. Er und seine Kollegen genossen das eigene Werk an einem freien Samstag. "Tabelle ausschneiden" (Lehmann) und Pflege für Glieder und Geist war angesichts der kommenden Aufgaben angesagt. Am Mittwoch steht in der Englischen Woche das Gastspiel bei Schalke 04 an. Dort gewannen die Kölner beide Duelle seit dem Aufstieg.

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