"Sport hat Autonomie vielfach missbraucht"

Die vielen Negativ-Schlagzeilen um den Sport treiben auch den DOSB um: Entsprechend gedämpft war die Stimmung beim Neujahrsempfang.

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Klare Worte: Hessens Innenminister Peter Beuth von der CDU.  Foto: 

Mahnende Worte statt der üblichen Lobeshymnen: Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mussten sich die Funktionäre deutliche Worte von Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth anhören. "Die Autonomie, die stets wie ein Schutzschild gegenüber der Politik emporgehalten wurde, ist vielfach für Manipulation im großen Stil missbraucht worden", sagte der CDU-Politiker am Montag im Frankfurter Römer. Die Integrität des Sports werde von der ganzen Gesellschaft beobachtet. "Ich erwarte schonungslose Aufklärung", sagte Beuth auch im Hinblick an die ungeklärten Vorgänge im Deutschen Fußball-Bund (DFB) rund um die Vergabe der WM 2006.

"Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass wir so viel und so intensiv Hilfe von außen benötigen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Er sieht als Chef der Dachorganisation des Sports nicht nur den DFB-Skandal, sondern auch die massiven Korruptionsfälle beim Fußball-Weltverband Fifa und Leichtathletik-Weltverband IAAF.

Der 55 Jahre alte Spitzenfunktionär betonte deshalb, dass es ein wichtiges Ziel sei, "mehr Deutsche in internationalen Gremien zu platzieren". Die aktuell aufgekommenen Medienberichte über einen möglichen Wettskandal im Tennis bezeichnete Hörmann als "weiteren Schlag in die Magengrube". Der über 27 Millionen Mitglieder starke DOSB unterziehe sich derzeit einer umfangreichen externen Analyse und wolle sich nach den Olympischen Spielen neu strukturieren nach der Devise: "Mehr Gestaltung, weniger Verwaltung".

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