"Es tut mir unglaublich leid"

Mario Götzes Duell mit seinem neuen Verein fällt aus. Das Dortmunder Talent verpasst das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern. Sein Muskelfaserriss zwingt Trainer Jürgen Klopp zum Improvisieren.

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Beim letzten Spiel nur Zuschauer. Marco Götze wird nicht mehr für Borussia Dortmund antreten. Er verpasst das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern wegen eines Muskelfaserrisses. Foto: Eibner

Am Ende war der ganze Kampf umsonst. Bis zuletzt hatte Mario Götze auf seinen Einsatz im großen Finale der Champions League gehofft, er hatte sich ins Mannschaftstraining von Borussia Dortmund gequält, die Einheit wieder abgebrochen. Gestern Nachmittag stand fest: Es reicht nicht. Götze, das Supertalent des deutschen Fußballs, wird am Samstagabend in Wembley kein Hauptdarsteller auf der großen Bühne sein. Der 20-Jährige, der nach dem Showdown um die Fußballkrone Europas zum Endspiel-Gegner Bayern München wechselt, fällt wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel aus. Ein schwerer Rückschlag auch für den BVB vor dem historischen Highlight.

"Das Finale war mein großes Ziel, und ich habe in den vergangenen Wochen hart darum gekämpft. Es tut mir unglaublich leid, der Mannschaft in dieser wichtigen Partie nicht helfen zu können", sagte Götze voller Enttäuschung. Er werde nun "selbstverständlich mit nach London reisen, um die Jungs abseits des Rasens nach Kräften zu unterstützen", betonte der Nationalspieler, für den der Erzrivale Bayern 37 Millionen Euro anlegt.

Ein Abschiedsspiel für die Borussia auf großer internationaler Bühne bleibt dem Pechvogel damit verwehrt. Das von den Fans mit Spannung erwartete Duell von Götze mit seinen künftigen Mitstreitern aus München wird es nicht geben. Nun muss Trainer Jürgen Klopp, der vermutlich auf Abwehrchef Mats Hummels zurückgreifen kann, einen Plan B austüfteln. Marco Reus oder Ilkay Gündogan könnten auf die Götze-Position wechseln. "Ich weiß eigentlich, was auf der Zehner-Position zu tun ist", kommentierte Gündogan Spekulationen, wonach er im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen könnte. Seine Qualitäten als Götze-Ersatz hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Beim 6:1-Kantersieg gegen Absteiger Greuther Fürth überzeugte der 22-Jährige als Regisseur und zweifacher Torschütze. Beim Bundesliga-Abschluss am Samstag (1:2-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim) hatte Reus auf der Götze-Position gespielt.

Mit großer Enttäuschung, aber auch gefasst hat BVB-Präsident Reinhard Rauball auf das Aus für Götze reagiert: "Ein Spieler wie er verstärkt jede Fußball-Mannschaft. Dass er nicht dabei ist, ist eine Schwächung für uns, aber unser Kader ist qualitativ so gut besetzt, dass wir das auffangen können."

Die Fan-Vorfreude wird trotz der ernüchternden Nachricht für den BVB-Anhang weiter riesengroß sein. Die Final-Städte Dortmund und München sowie auch die Hauptstadt Berlin rüsten sich für eine riesengroße Public-Viewing-Party, putzen Fanmeilen für zigtausende Menschen heraus. Selbst bei den Formel-Piloten in Monaco wurde über das große Finale am Samstag in London gesprochen. Und bei den beteiligten Teams? Da steigt die Anspannung sowieso von Stunde zu Stunde.

In München wird die Personalie Götze nicht überbewertet. "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für Dortmund. Aber die Dortmunder haben gezeigt, dass sie auch Ausfälle kompensieren können", betonte Torhüter Manuel Neuer.

"Das Adrenalin kommt", berichtete Franck Ribéry zwei Tage vor der Anreise der Mannschaft in die englische Hauptstadt. "Das Abschlusstraining im Stadion ist ein besonderer Moment. Da fängt das Kribbeln an", sagte Neuer. Der ansteigende Druck paare sich mit wachsender Vorfreude. "Das sind die Spiele, wofür wir das ganze Jahr arbeiten, das sind die Highlights", erklärte der Torhüter.

Als Ur-Schalker verspürt Neuer zudem einen Schuss Extra-Motivation gegen den BVB. Für ihn persönlich sei es "eine Art Derby". FC Bayern gegen Borussia Dortmund, das sei zwar das Fußball-Duell der Gegenwart in Deutschland, so Neuer. Aber es sei "absolut nicht vergleichbar" mit der historisch gewachsenen Abneigung zwischen Königsblau und Schwarz-Gelb. "Das ist eine andere Rivalität." Neuer lebt sie vor dem siebten deutschen Duell in der Königsklasse.

Zwar wollen die Münchner den Pott nach 90 Minuten hochhalten. Dennoch hat sich Neuer nach dem Vorjahresdrama gegen den FC Chelsea auch schon mit einem Elfmeterschießen beschäftigt.

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