Zeichen stehen auf Trennung nach der WM

Warschau.  Das Vertrauensverhältnis bleibt schwer gestört, Bundestrainer Joachim Löw sieht sich ab sofort nur noch als Leiter des WM-Projekts in Südafrika.

123 Tage vor dem WM-Start haben DFB-Präsident Theo Zwanziger und Bundestrainer Joachim Löw den Warschauer Pakt geschlossen, doch das Säbelrasseln nach den am vergangenen Donnerstag abgebrochenen Vertragsverhandlungen geht weiter. "Ich bin über den ganzen Ablauf stark verärgert", sagte Löw in der polnischen Hauptstadt: "Es stört mich ungemein, dass gewisse Dinge in die Öffentlichkeit gekommen sind."

Am Vorabend hatte der 50-Jährige nach einem Friedensgipfel mit Zwanziger noch Eintracht demonstriert. Doch die Verstimmung beim Bundestrainer blieb. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass mir der DFB mit dem Vertragsangebot in der vergangenen Woche ein Ultimatum gesetzt hat", sagte Löw: "Ich bin seit sechs Jahren leitender Angestellter, und wir haben mit unserem Team alles für den Erfolg der Nationalmannschaft und die Reputation des deutschen Fußballs getan. Da kann es nicht sein, dass ich ein Angebot innerhalb von 48 Stunden annehmen soll."

Auch Teammanager Oliver Bierhoff kritisierte die DFB-Spitze. "So sollte man nicht mit dem Bundestrainer und seinem Team umgehen. Da geht es auch um die Form", sagte Bierhoff. Zudem stellte er die Zukunft der sportlichen Führung nach der WM in Südafrika in Frage: "Wir müssen mit der Situation professionell umgehen, auch wenn es im Sommer nicht weitergeht, egal von welcher Seite. Wir werden aber auf jeden Fall so planen, als würden wir weitermachen."

Von den gescheiterten Verhandlungen will sich Löw in der Vorbereitung auf die WM nicht stören lassen. "Es wird bei mir keine Ablenkung, keine Ausreden geben", sagte der Bundestrainer: "Wir sind alle Profis. Wir haben jetzt den Auftrag, uns ganz auf die WM zu konzentrieren und sie mit aller Kraft und Dynamik vorzubereiten. Vor der WM werde es "auf keinen Fall" neue Gespräche über eine Vertragsverlängerung geben, betonte Löw.

Zwanziger machte Bierhoff für die gescheiterten Vertragsgespräche verantwortlich. Es habe beim ersten Gespräch mit Löw Mitte Dezember keine Anzeichen für gravierende Unterschiede gegeben, "die gab es erst, als Bierhoff in einem Gespräch Mitte Januar neue Fakten geschaffen hat, indem er uns Entwürfe für völlig neue Verträge präsentiert hat". sid


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08.02.2010

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