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Labbadia und die totale Lust

Nach zähen Verhandlungen hat Trainer Labbadia den auslaufenden Vertrag beim VfB bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Unmittelbare Stuttgarter Hoffnung: ein Ruck für die Rückrunde, die mit zwei Niederlagen begann.

Autor: WOLFGANG SCHEERER |
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Nach einem Vierteljahr, begleitet von Diskussionen und Spekulationen, ist der VfB sein größtes Reizthema los. Bruno Labbadia hat den Trainervertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2015 verlängert.

Die Gespräche und Verhandlungen hatten sich hingezogen, weil "nicht immer von gleicher Anschauung geprägt", wie Präsident Gerd Mäuser jetzt einräumte. Nachdem der Ton in einer schwierigen Vorrunde mit Labbadias an Medien, Fans, letztlich auch den eigenen Verein adressierte Wutrede ("Am Arsch geleckt") einmal überraschend rustikal wurde, klingt nun alles keimfrei, versöhnlich, fast euphorisch: "Ich bin sehr glücklich über die Vertragsverlängerung. Seitdem wir hier angefangen haben, sind wir diesen intensiven Weg bedingungslos mitgegangen. Er ist für uns noch lange nicht zu Ende. Es gilt nun, die geschaffenen Strukturen in der Mannschaft sowie im Verein auszubauen", sagte der 46 Jahre alte Labbadia. Und fügte hinzu: "Wir wollen den Fans ein Team präsentieren, das Spaß macht und begeistert, so wie es uns vergangene Rückrunde auch schon gelungen ist. Darauf habe ich totale Lust. Deshalb freue ich mich auf die kommende Zeit."

Wie sicher er sich seiner Sache wirklich ist, bleibt Trainer-Geheimnis. Am Sparzwang, zu dem sich Labbadia nun weiter bekennt, wird sich im Verein trotz großer Ambitionen vorläufig nichts ändern. Das zeigen schon die zuletzt schnell noch geholten "Verstärkungen", die eigentlich nur Lücken füllen: Federico Macheda, 21-jähriger italienischer Stürmer aus der Reserve von Manchester United, und (ebenfalls ausgeliehen) der 25 Jahre alte brasilianische Verteidiger Felipe Lopez aus Wolfsburgs Überflusskader.

Mit der Vertragsverlängerung erhoffen sich VfB-Präsident und Co. zunächst als Soforteffekt nach den beiden Auftaktniederlagen 2013 Aufbruchstimmung in der Mannschaft: "Für uns beginnt die Rückrunde am Samstag bei Fortuna Düsseldorf." Sportdirektor Fredi Bobic betonte: "Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, den Vertrag mit Bruno Labbadia und Co-Trainer Eddy Sözer jeweils um zwei Jahre zu verlängern. Wir sind mit der Arbeit des gesamten Trainerteams sehr zufrieden. Es genießt großes Vertrauen."

Bobic selbst hatte den Druck auf den zaudernden Labbadia mit der Ankündigung erhöht, die Vertragsfrage noch im Januar zu klären. Der Trainer hatte zuvor schwadroniert, ein neuer Kontrakt könne auch erst am 19. Mai, also einen Tag nach Saisonende, unterschrieben werden.

Es gab um den Jahreswechsel herum tatsächlich einen Zeitpunkt, als sich die Führung nicht ganz sicher war. Mäuser sprach vom PlanB für den "unwahrscheinlichen Fall", Labbadia springe ab.

Der Ex-Stürmerstar bleibt als Trainer am Ball. "Der Weg des VfB ist mir sehr nah, weil ich so erzogen wurde, nicht mehr Geld auszugeben, als man hat", sagte Bruno Labbadia gestern. "Es ist eine unglaubliche Herausforderung, etwas nicht mit riesigen Mitteln zu entwickeln." Mit dem Team des VfB, das er im Dezember 2010 auf dem vorletzten Tabellenplatz übernahm, hat er dazu nun weiterhin viel Gelegenheit.

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