KOMMENTAR: Alle wahren das Gesicht
Nach zähen Verhandlungen hat Trainer Labbadia den auslaufenden Vertrag beim VfB bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Und alle lächeln. Ein Kommentar unseres Sportredakteurs Wolfgang Scheerer.
Autor: WOLFGANG SCHEERER |Endlich hat Bruno Labbadia nun verlängert beim VfB, und jeder wahrt am Ende sein Gesicht. Auf allen erstrahlte gestern ein Lächeln. Der Trainer bekam die gewünschte Vertragslaufzeit bis 2015 festgeschrieben, Sportdirektor Bobic die "Personalie" wie angekündigt "bis Ende Januar vom Tisch". Präsident Mäuser kann (nach den Trainer-Turbulenzen der vergangenen Jahre) für sich in Anspruch nehmen, auf Kontinuität zu bauen.
Dass Labbadia bleiben muss, war nur logisch. Auch, dass er bei den Vertragsverhandlungen nicht sofort eingeschlagen hat. Obwohl er um Details gerungen hat bei der künftigen Ausrichtung des Klubs, kann sich am Stuttgarter Spagat so bald nichts ändern. Allein fürs Geschäftsjahr 2012 muss der VfB einen Verlust von fast zehn Millionen Euro verkraften. Gemessen an der Herausforderung in Liga, DFB-Pokal und Europacup steht weiter nur ein kleiner Spielerkader zur Verfügung.
Trotz aller Zwänge weiß Labbadia, was er selbst dem VfB zu verdanken hat. Erst hier ist der 46-Jährige nach Fehlschlägen in Leverkusen und Hamburg richtig angekommen. Unter der Regie des Ex-Stürmers hat sich die Mannschaft trotz des rigiden Sparkurses gefangen. Ob Bruno Labbadia wirklich Großes erreichen kann, wird am Ende auch an der finanziellen Entwicklung liegen.





