Kollektives Aufatmen
Mühsamer Erfolg im ersten Bundesliga-Duell mit dem FC Augsburg: Nach drei Spielen ohne Sieg hat sich der VfB Stuttgart mit dem 2:1 (1:0) zurückgemeldet. Martin Harnik erzielte beide Tore (41. und 51. Minute).
Augsburgs Trainer Jos Luhukay war am Ende "frustriert und enttäuscht", VfB-Kollege Bruno Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic ("ein harter Arbeitssieg") waren total erleichtert nach dem 2:1 (1:0) gegen den Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga. "Das war ein enorm wichtiger Erfolg für uns. Gegen Augsburg werden sich noch andere schwer tun", sagte Labbadia. Er hatte fürs erste Duell beider Klubs die erste Überraschung parat: Ibrahima Traoré durfte gegen den Ex-Klub erstmals in der Bundesliga von Beginn an ran. Die Mannschaft sorgte für die zweite: Sie wirkte nach der Länderspielpause alles andere als selbstbewusst, war hinten fast die gesamte erste Halbzeit am Löschen, während das Team des Tabellenletzten feurig Kämpferherz zeigte und den VfB durch frühes Stören aus dem Konzept brachte. Viele Rückpässe zu Torwart Sven Ulreich sorgten gestern für Pfiffe in der mit 60 000 Fans ausverkauften Arena.
Zwar hat der VfB diese Saison schon Gegner wie Schalke und Hannover klar geschlagen und gegen Meister Dortmund in einer Klasse- Partie 1:1 gespielt. Gerade gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen tun sich die Stuttgarter weiter schwer - siehe die Niederlagen bei Hertha BSC, zu Hause gegen den HSV oder beim 1:3 in Mainz. "Wir haben uns jetzt Respekt erarbeitet, die Gegner stellen sich auf uns ein und stehen kompakter", meint Labbadia.
Respekt auf dem Platz sieht anders aus. Daniel Brinkmann kassierte früh (7.) Gelb, weil er Traoré rüde fällte. Der 23-Jährige war nicht nur am linken Flügel zu finden, sondern fast überall präsent. Doch ihm und seinen Mitspielern fehlte zunächst die Effektivität. Tamas Hajnal schoss einen 27-Meter-Freistoß knapp links vorbei. Es sollte bis zum 1:0 durch Martin Harnik (41.) die einzige VfB-Chance bleiben. Auch die nicht verdiente Führung gelang nur unter gütiger Mithilfe der Augsburger. Dominik Reinhardt spitzelte nach Cacaus Hereingabe den Ball vor Pavel Pogrebnyak weg - genau in die Schussbahn des Österreichers Harnik, der volley mit links draufhielt und den fünften Saisontreffer erzielte - unhaltbar für Jentzsch-Ersatz Mohamed Amsif.
Zur Pause brachte Stadionsprecher Christian Pietschmann es auf den Punkt: "Kollektives Aufatmen." Auch zuletzt in Mainz hatte der VfB 1:0 geführt, aber verloren. Diesmal versuchte es Labbadia, der den gesperrten Maza in der Innenverteidigung durch Georg Niedermeier (Comeback nach vier Monaten) ersetzte, mit einer zweiten Spitze. Doch weder von Cacau noch von Rückkehrer Pogrebnyak war viel zu sehen, während auf der Gegenseite Tobias Werner und Daniel Baier oft aus der Distanz für Gefahr sorgten.
Ihre Co-Produktion führte kurz nach Seitenwechsel zum Ausgleich: Baier auf dem rechten Flügel passte hinein zu Werner. Der war (wieder einmal) ungedeckt und traf von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel (47.). Der VfB steckte den Dämpfer blitzartig weg, weil Harnik auftrumpfte. Er schnappte sich die Kugel, jagte auf der linke Seite entlang, zog nach innen durch die halbe Abwehr und vollendete mit rechts zum 2:1 (51.). Augsburg war nun unter Druck, das Tor öffnete dem VfB Räume. Mehr als der dünne Sieg sprang nicht heraus. Auch weil es Szenen wie in der 75. Minute gab: Gleich drei Stuttgarter sprangen an Harniks Flankenball vorbei. Der VfB verbessert sich mit 21 Punkten dennoch auf Platz sechs, Augsburg (8) kommt trotz ordentlichem Auftritt nicht vom Fleck
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Autor: WOLFGANG SCHEERER | 21.11.2011
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Mit einem Volleyschuss erzielt Martin Harnik (Nr. 7) den ersten seiner beiden Treffer für den VfB Stuttgart. Foto: Eibner
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