1:0-Coup gegen Dortmund: Hasenhüttls Mut wird belohnt

Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl war der gefeierte Mann nach dem 1:0-Coup gegen Dortmund. Mit seinen Einwechslungen lag der RB-Trainer goldrichtig.

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In der 84. Minute wurde Leipzigs Keita eingewechselt, fünf Minuten später erzielte der 21-Jährige den entscheidenden Treffer gegen Dortmund.  Foto: 

Als die Spieler von RB Leipzig den ersten Bundesliga-Heimsieg der Klubgeschichte noch vor dem Fanblock feierten, nahm Ralf Rangnick seinen Trainer Ralph Hasenhüttl in den Arm. „Ich habe ihm einfach nur zu dieser großartigen Leistung gratuliert. Mehr nicht“, berichtete Rangnick später. Nach dem 1:0 (0:0) über den Vize-Meister Borussia Dortmund herrschte beim Aufsteiger die pure Euphorie.

Der sonst so kontrollierte Rangnick war völlig aus dem Häuschen. „Um es in der Fußballer-Sprache zu sagen: Es war einfach nur geil“, sagte der Sportdirektor und stellte den Mut von Trainer und Spieler heraus: „Die Mannschaft hat bis zum Schluss auf Sieg gespielt. Und solche Wechsel wagt nicht jeder Trainer.“ Hasenhüttl ging in der Schlussviertelstunde volles Risiko und lag mit der Einwechslung von Emil Forsberg, Oliver Burke sowie Naby Keita goldrichtig. In der 89. Minute wanderte der Ball von Forsberg über Burke zu Keita, und der Neuzugang aus Guinea schloss zum 1:0 ab. „Es ist großartig, wenn du eine solche Qualität auf der Bank hast“, sagte Hasenhüttl.

Am Ende war RB Leipzig der verdiente Gewinner, weil die Mannschaft den besseren Plan hatte. Dortmund ging mit hohem Tempo ins Spiel und konnte in der zweiten Halbzeit nicht mehr zulegen. Leipzig begann verhalten, steigerte sich und siegte nach tollem Finish. „Die Stimmung wurde immer besser. Die Zuschauer haben gemerkt, da geht mehr. Die Wechsel haben den notwendigen Punch gebracht“, sagte Hasenhüttl.

Mit vier Punkten aus zwei Spielen hat der Aufsteiger einen „Super-Start“ hingelegt, wie Neuzugang Timo Werner meinte. Als ernsthafter Bayern-Jäger wollten sich die Bullen aber noch nicht sehen. „Dazu ist es noch etwas zu früh“, stellte Stürmer Yussuf Poulsen mit einem Schmunzeln fest: „Aber wir haben Dortmund geschlagen.“

Eben den Klub, der als erster Bayern-Herausforderer gilt und bei dem Mario Götze ein durchwachsenes Startelf-Debüt ablieferte. Der Rückkehrer aus München hatte gegen Leipzig gut begonnen, stark abgebaut und wurde am Ende unter Pfiffen vorzeitig in die Kabine geschickt.

„Man hat gesehen, dass ich endlich wieder spielen wollte“, sagte Götze. Der 24-Jährige war nach seinem Wechsel im Sommer lange nicht fit, er zeigte sich gegen RB aber im Vergleich zu seinen Auftritten in der Nationalelf verbessert. Dennoch reichte es nicht. Götze: „Wir wollten drei Punkte mitnehmen, das haben wir nicht geschafft. Deshalb kann ich nicht zufrieden sein.“

In der Anfangsphase war Götze wichtiger Impulsgeber hinter den Spitzen, er baute dann aber bis zu seiner Auswechslung (71.) wie die gesamte Mannschaft ab. Trainer Thomas Tuchel bescheinigte ihm immerhin eine gute erste Halbzeit. „Nach der Pause wurde es zunehmend schwerer für ihn, auch körperlich bedingt“, sagte Tuchel über Götze, der sein letztes Spiel im BVB-Trikot 1239 Tage zuvor am 30. April 2013 bestritten hatte.

Zuletzt war viel Kritik auf Götze eingeprasselt. Das habe Spuren hinterlassen, meinte Tuchel. Der Coach sieht bei dem Hochbegabten „eine große Sehnsucht nach Normalität“. Götze selbst gab sich gereift. „So viele Leute sagen etwas zu meiner Person, mittlerweile ist mir das egal“, meinte der Nationalspieler.

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