0:0 gegen Schweden: Kleiner Stolperer zum Start

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Die Deutsche Anna Blässe (links) versucht sich hier mit viel Einsatz gegen die Schwedin Lotta Schelin durchzusetzen. Am Ende gab es ein ebenso schwer erarbeitetes 0:0.  Foto: 

Die deutschen Fußballerinnen sind enttäuschend in ihre Mission Titelverteidigung bei der EM in den Niederlanden gestartet. Die favorisierte Mannschaft von Bundestrainerin Steffi Jones kam zum in ihrem Auftaktmatch gegen Schweden am gestrigen Montag in Breda nicht über ein mäßiges 0:0 hinaus und muss sich in den kommenden Partien erheblich steigern. Vor rund 10 000 Zuschauern boten beide Teams in der Neuauflage des Olympia-Finals von Rio de Janeiro, das Deutschland vor elf Monaten mit 2:1 gewonnen hatte, eine über weite Strecken wenig berauschende Vorstellung mit wenigen Höhepunkten.

Eine kleine Überraschung war die Startelf, die Jones bei ihrem EM-Debüt als Cheftrainerin auf den Rasen schickte. Gegenüber dem 3:1-Sieg im letzten Testspiel gegen Brasilien in Heidelberg wechselte die 44-Jährige auf zwei Positionen. Für Linda Dallmann und Hasret Kayikci rückten Josephine Henning und Anja Mittag ins Team.

Nervöser Beginn

Sara Däbritz spielte nicht wie erwartet auf der „Sechs“, sondern rückte auf die linke Halbposition in der Mittelfeldraute, wo sie aber nur wenige Akzente setzen konnte. Für Däbritz übernahm Kristin Demann, die wie Lina Magull und Carolin Simon ein gutes EM-Debüt feierte, den wichtigen Job als Abfangjägerin vor der Abwehr.

Beide Teams begannen in dem Prestige-Duell ziemlich nervös. Zwar erkämpfte sich die erfahrene Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage in der Anfangsphase ein leichtes Übergewicht, aber wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor der deutschen Nummer eins, Almuth Schult, nicht. Abet sie musste dennoch ständig auf der Hut sein.

Beim achtmaligen Europameister, der bisher alle fünf EM-Duelle mit Schweden gewann, mangelte es nicht an Engagement, wohl aber an der Präzision im Spiel nach vorn. Kaum einmal kamen die DFB-Stürmerinnen zum Abschluss, weil entweder der letzte Pass unsauber gespielt oder von den Schwedinnen um die Wolfburger Abwehrchefin Nilla Fischer abgefangen wurde. Die einzige nennenswerte Chance in der 9. Minute durch Svenja Huth machte Schwedens Torfrau Hedwig Lindahl zunichte.

Die Stürmerin von Turbine Potsdam wurde von Jones vorsichtshalber wegen Problemen am linken Oberschenkel kurz vor der Pause ausgewechselt. Für Huth mühte sich fortan die Neu-Münchnerin Mandy Islacker neben Anja Mittag im deutschen Angriff, der bis dato nicht richtig zum Zuge kam, weil es an guten Zuspielen aus dem Mittelfeld haperte. Auch die hoch gehandelte Spielführerin Dzsenifer Marozsan konnte der Partie nicht wie gewohnt Struktur und Richtung verleihen.

Nach der Pause erhöhte die insgesamt spielstärkere DFB-Elf den Druck auf das Drei-Kronen-Team. Schwedens Defensive hielt jedoch stand, nach vorn aber setzten die Skandinavierinnen kaum noch eigene Akzente. Fast wäre Islacker die Führung gelungen, doch ihr Schuss in der 65. Minute verfehlter das Tor knapp, einen Heber (83.) konnte Lindahl über die Querlatte lenken.

Auf der Gegenseite parierte DFB-Keeperin Schult reaktionsschnell einen Schuss von Stina Blackstenius (71.). So trennten sich die beiden Dauer-Rivalen im insgesamt 27. Duell zum ersten Mal überhaupt mit einem Unentschieden.

Russlands Fußballerinnen haben gestern Abend ihr Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in der deutschen Gruppe B gewonnen. In Rotterdam setzte sich der Weltranglisten-25. mit 2:1 (2:0) gegen Italien durch und feierte bei der fünften EM-Teilnahme seinen ersten Sieg bei einer Endrunde. Jelena Danilowa (9.) per Distanzschuss und Jelena Morosowa (26.) nach einer Ecke brachten die Russinnen früh auf Siegkurs. Ilaria Mauro (88.), ehemals bei SC Sand und Turbine Potsdam in der Bundesliga aktiv, machte das Spiel mit ihrem späten Anschlusstreffer noch einmal spannend. Den Italienerinnen wurde ein Tor in der Nachspielzeit wegen Abseitsstellung aberkannt.  sid

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