Warum Türkgücü und Regglisweiler gescheitert sind

Landesliga-Absteiger Türkgücü Ulm spielt morgen (17 Uhr) beim TSV Deizisau, der TSV Regglisweiler erwartet zur selben Zeit Germania Bargau. Wie es bei den Fußball-Teams weiter geht, steht in den Sternen.

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Zwei Kapitäne, ein Schicksal: Florian Steck (links) und Ali Kanik (ganz rechts) steigen mit Regglisweiler und Türkgücü ab. Fotos: Rudi Apprich, Matthias Kessler

Wie tief sitzt der Stachel der Enttäuschung über das teilweise blamable Abschneiden?
ALI KANIK: Ich hätte nie gedacht, dass wir so auftreten. Die Liga wäre eigentlich machbar gewesen.
FLORIAN STECK: Die Enttäuschung ist immer groß nach einem Abstieg. Es bleibt aber die Frage, ob es zum Klassenerhalt unter normalen Umständen gereicht hätte.

Wo liegen die Ursachen für das Scheitern in der Landesliga?
KANIK: Der Kader war viel zu dünn. Da wurde schon vor der Saison bei der Personalplanung geschlampt. Zudem hat die Disziplin gefehlt. Einige hatten schon nach der Vorrunde mit der Liga gedanklich abgeschlossen. Wenn es dann schlecht läuft hat kaum jemand noch Lust aufs Spiel. So fiel teilweise das Training aus, weil nur zwei oder drei Spieler zu den Übungseinheiten gekommen sind. Es gab auch Probleme mit dem Zusammenhalt im Kader. Es haben sich Grüppchen gebildet.
STECK: Es begann schon damit, dass uns vier Stammspieler vor der Saison verlassen haben. Das war nicht einfach zu kompensieren. Die ersten Saisonpartien liefen nicht wie gewünscht, es machte sich die Verunsicherung breit. Ein richtiger Befreiungsschlag mit einer entsprechenden Siegesserie ist uns nie gelungen. Dazu kam die Unruhe mit Gerüchten über einen Rückzug der Mannschaft und der Frage, wie es weiter geht. Das war der letzte Auslöser für das schlechte Abschneiden. Viele Spieler haben sich nicht mehr mit dem TSV Regglisweiler beschäftigt, sondern mit dem Gedanken, was einer selbst in der nächsten Saison macht.

Welche Rolle spielten bei dem Niedergang die zweimaligen Trainerwechsel in der Runde?
KANIK: Egal ob Ufuk Agvaz, Bora Meydanci oder jetzt das Gespann Nedim Dastan und Salih Altintas: Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Das war nicht einfach und war schon etwas verwirrend. Das schlechte Abschneiden hat aber nichts mit den Trainern zu tun. Es liegt vor allem an der Mannschaft. Das ist heute eine andere Spielergeneration als 2006, als wir auch Landesliga spielten. Damals war die Kameradschaft ganz anders und die Laufbereitschaft jedes einzelnen anders ausgeprägt.
STECK: Die Trennung von Peter Reder, der in Regglisweiler Tolles geleistet hat, hat die Mannschaft zunächst gespalten. Viele Spieler konnten nicht damit umgehen. Unter Karlheinz Schabel haben wir vier Spiele gewonnen, doch er hat zur Winterpause aufgehört. Das trägt nicht zum Selbstvertrauen bei. Dann kam Manfred Nerbas. Jeder der drei Trainer hat das Bestmögliche gegeben. Wir als Spieler haben das aber nicht umsetzen können.

Welche Perspektiven hat der Verein in der Zukunft?
KANIK: Es wird für Türkgücü Ulm ganz schwierig. Mehrere Spieler wollen gehen. Daher sehe ich schwarz für den Klub. Es droht sogar der Durchmarsch in die Kreisliga A, wenn die Mannschaft nicht zum Großteil zusammenbleibt. Eine Rückkehr in die Landesliga kann ich mir vorerst nicht vorstellen.
STECK: Es gehen alle Spieler. Die neue Spielgemeinschaft Dietenheim/Regglisweiler wird schauen müssen, dass sie die Kreisliga A halten kann. Eine Landesliga wird es dort wohl auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Wie sieht die weitere persönliche sportliche Karriere aus?
KANIK: Ich werde wohl auch den Verein verlassen. Ich fliege am Montag in den Urlaub und will mich eigentlich bis dahin entscheiden.
STECK: Ich werde Spielertrainer beim Kreisliga A-Klub SF Rammingen. Mit mir wechseln auch Patrick Emmert und Torwarttrainer Jürgen Partsch zu meinem Heimatverein.

Kapitäne verlassen Schiff
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