Vom Stürmer zum Torhüter und zurück zum Torjäger

Benjamin Huber hat eine erstaunliche Fußball-Karriere hinter sich. Als Torhüter des VfB Stuttgart war er einst deutscher A-Junioren-Meister. Jetzt läuft er für Bezirksligist TSV Neu-Ulm als Stürmer auf – auf der Position, auf der seine Karriere begann.

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Auf dem Bild hält Benjamin Huber die Bälle. Am Sonntag will er sie als Stürmer dem TSV Erbach über die Ohren hauen.  Foto: 

Als Stürmer hatte Benjamin „Benny“ Huber seine Karriere als Fußballer angefangen. Dann wurde er in der Juniorenabteilung des VfB Stuttgart zum Schlussmann  umfunktioniert. Inzwischen geht der 32-jährige Burlafinger wieder erfolgreich auf Torejagd – beim Bezirksliga-Spitzenreiter TSV Neu-Ulm. „Wenn der Ball in den Strafraum fliegt, gibt es niemanden, der sich so reinwirft wie Benny. Er geht dahin, wo es als Stürmer weh tut“, lobt Co-Trainer Bora Meydanci seine Allzweckwaffe.

Auf acht Einsätze, davon sieben Partien als Angreifer, hat Huber es in dieser Saison gebracht. Vier Treffer und vier Vorlagen sind eine ansehnliche Bilanz.  „Ich bin nicht der Filigrantechniker, bin mir aber für nichts zu schade“, beschreibt sich der bullige Strafraumwühler: „Ich weiß ja auch, wie ein Torwart denkt.“ Vom Typ her vergleicht er sich mit Angreifer Simon Terodde von seinem Lieblingsklub VfB Stuttgart: „Er läuft auch nicht so viel und ist nicht der Schnellste.“

 In der Jugend schoss Huber für den TSV Haiterbach mindestens 20 Treffer pro Saison. Dann wechselte er zum VfB Stuttgart. Als dort bei der U 15 beide Torhüter in der Winterpause wegen schlechter Leistungen aussortiert wurden, legte ihm der Verein eine fußballerische Neuausrichtung nahe.  „Es mussten Feldspieler ins Torwarttraining. Ich hatte scheinbar das meiste Talent“, erinnert sich Huber. „Es hat auch riesig Spaß gemacht.“ Mit den B-Junioren wurde er deutscher Vizemeister, mit den A-Junioren um die späteren Bundesligaprofis Mario Gomez, Marvin Compper, Tobias Weis und Christian Gentner, zu dem er immer noch Kontakt hat, sogar nationaler Titelträger 2003.

 Über den SSV Ulm 1846 ging es für den Schlussmann im Aktivenbereich nach Heidenheim, wo er in einem Freundschaftsspiel als Stürmer vier Mal erfolgreich war. Weitere Stationen waren der damalige Drittligist FC Ingolstadt mit dem späteren Bundesligatrainer Thorsten Fink und die  Stuttgarter Kickers. Als dann seine Ehefrau Adrijana vor dreieinhalb Jahren Tochter Mia zur Welt brachte,  trat er etwas kürzer: Erst beim Regionalligisten FV Illertissen, seit 2015 beim TSV Neu-Ulm. „Meine Familie ist mir wichtiger“, bekennt er.

Morgen gegen den TSV Erbach

In Neu-Ulm ist der Außendienstmitarbeiter einer Chemiefirma nicht nur Spieler, sondern auch  als sportlicher Leiter für die Kaderplanung zuständig. „Torhüter Isaac Amoh hat seine Sache in der Vorbereitung gut gemacht. Ich habe keine Lust, auf der Bank zu sitzen. Dafür ist mir die Zeit zu schade. Und ich habe schon in den Testspielen getroffen“, erklärt Huber seinen Wechsel vom Torhüter zum Stoßstürmer.

Diese Position wird er auch morgen (14.30 Uhr, Stadion am Muthenhölzle) gegen den TSV Erbach einnehmen – auch wenn sie mit Schmerzen verbunden ist. „Nach einem Spiel dauert es zwei bis drei Tage, bis der Körper wieder bei 100 Prozent ist. Doch solange der Fußball noch Spaß macht, spiele ich weiter. Wenn ich mich irgendwann ins Training quälen muss, ist aber Schluss.“

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