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Markus Remlinger trainiert beide Mannschaften des TSV Neu-Ulm

Der Rücktritt von Trainer Sebastiano Pirrello, verbunden mit einer kleinen Völkerwanderung, stürzte den Fußball-Bezirksligisten TSV Neu-Ulm nicht ins Chaos. Markus Remlinger hat das Team in die Spur gebracht.

DETLEF GRONINGER | 0 Meinungen

Für Markus Remlinger bedeutete die Situation im Januar kein Neuland, als Spielertrainer Sebastiano Pirrello zurückgetreten war und kurz danach acht weitere Spieler ihren Knall-auf-Fall-Abschied vom TSV Neu-Ulm erklärten. Der 46-Jährige hatte nämlich im Juli 2011 die Neu-Ulmer A-Junioren in der Bezirksstaffel übernommen. "Damals bin ich zunächst mit sechs Spielern dagestanden. Ich habe dann B-Junioren-Talente eingebaut. Uns hatte bei dieser Konstellation niemand etwas zugetraut", erinnert sich der gebürtige Ersinger. Seit einem zweijährigen Trainer-Engagement ab 2008 in der Nachwuchsabteilung des 1. FC Heidenheim wohnt er auch in der Stadt an der Brenz. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Verantwortlichen des Drittligisten kehrte er im Februar 2011 zum TSV Neu-Ulm zurück.

"Wir haben uns damals beim TSV mit den A-Junioren personell durchgequält", erinnert sich Remlinger, der bei einem Hausmeisterservice angestellt ist und zudem in Neu-Ulm eine Fußballschule betreibt. Am Ende stand dann der große Wurf mit dem Aufstieg in die Verbandsstaffel. Und einige dieser Akteure sorgen jetzt auch nach dem Abgang zahlreicher Stammkräfte in der Herren-Bezirksligamannschaft dafür, dass der TSV Neu-Ulm wettbewerbsfähig bleibt. Drei Siege und zuletzt das 2:3 gegen den Spitzenreiter SSV Ulm 1846 II lassen erahnen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Remlinger, früher Torwart bei den SF Donaurieden und beim TSV Erbach, betreut sowohl die erste als auch die zweite Garnitur, souveräner Klassenprimus in der Kreisliga B/IV. "In der Bezirksliga brennt nichts mehr an. Absolute Priorität hat die Meisterschaft der zweiten Mannschaft", betont er. "Wir wollen hoch. Sonst sind die talentierten Spieler schnell weg. Und das Leistungsgefälle zwischen erster und zweiter Mannschaft wäre zu groß."

Deswegen jongliert er im Rahmen der Statuten mit dem Personal. Wobei das bereits perspektivisch geschieht. Remlinger, der auch in der neuen Spielzeit die Bezirksliga-Kicker unter seinen Fittichen haben wird: "Sobald der Titel in der Kreisliga B feststeht, kann ich Spielern aus der zweiten Mannschaft die Gelegenheit geben, in die Bezirksliga reinzuschnuppern."

Mittelfristig soll mit der Vorzeige-Garnitur die Rückkehr in die Landesliga angepeilt werden. "Jetzt wäre das zu früh", bekennt Remlinger. Seine Zurückhaltung in Sachen kurzfristiger Erfolg ist angesichts eines Durchschnittsalters von gerade mal 20 Jahren im Kader nur zu verständlich. "Wir benötigen kein Geld, um Spieler zu kaufen. Wir müssen schauen, dass wir unsere eigenen Akteure halten", gibt er als Parole am Muthenhölzle aus. "Und die Aussichten sind sehr gut." Zumal der jetzige Neu-Ulmer A-Junioren-Verbandsstaffeltrainer Harald Plail mit dem Großteil der Schützlinge in der neuen Spielzeit in die zweite Mannschaft aufrücken wird.

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