Steffen Kienle: Vom Joker zum Dauerbrenner beim SSV

Zweimal hatte Steffen Kienle zuletzt Pech mit Aluminiumtreffern. Im wegweisenden Heimspiel gegen Röchling Völklingen soll es beim Fußball-Regionalligisten SSV Ulm 1846 mit seiner Hilfe mit dem ersten Saison klappen.

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Steffen Kienle (Mitte) spielte bereits in der Jugend für die Spatzen, nach fünf Jahren beim VfR Aalen ist er in diesem Sommer nach Ulm zurückgekehrt.  Foto: 

Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 droht ein trauriger Rekord: Gewinnt die Elf von Tobias Flitsch am Samstag (14 Uhr) nicht gegen Röchling Völklingen, dann stünde eine Serie von neun sieglosen Spielen und der schlechteste Saisonstart in der jüngeren Vereinsgeschichte zu Buche. Um das zu vermeiden, fordert der SSV-Coach endlich einen Dreier. Flitsch hofft außerdem auf das Sprichwort: „Aller guten Dinge sind drei“.

Für Steffen Kienle ist die Sache klar. Er hätte nichts dagegen, wenn sich der Satz in seinem Fall bewahrheiten würde. Zweimal hintereinander nämlich hatte der 22-Jährige zuletzt mit Aluminium­treffern großes Pech.

Von der Jokerrolle zum Dauerbrenner: Der Neuzugang vom VfR Aalen hat eine rasante Entwicklung gemacht. Als Einwechselspieler bekam der Stürmer in den vergangenen zwei Jahren beim Drittligisten von der Ostalb nur wenig Spielanteile und hatte meist nur Kurzeinsätze zu verzeichnen. Kienle steckte in der Zwickmühle – und sagte ehrlich: „Es ist ein schwieriges Thema. Natürlich gefällt einem die Rolle auf der Bank nicht so.“

So standen die Zeichen auf Abschied. „Ich muss Spielpraxis sammeln“, lautete seine Devise. „Die meiste Zeit auf der Bank sitzen muss nicht sein“, dachte er sich und strebte eine Vertragsauflösung an. Zu Beginn dieser Runde wechselte er zum SSV Ulm 1846 Fußball zurück, für den er schon drei Jahre in der C- und B-Jugend gespielt hatte. Sein Vertrag bei den Ulmern läuft zwei Jahre.

Bei den Spatzen hat sich der Rechtsfuß schnell als feste Größe etabliert. Auf der rechten Außenbahn oder als Rechtsverteidiger kam der Neuzugang zum Einsatz. Lediglich Torwart-Oldie Holger Betz stand beim SSV in dieser Saison länger auf dem Platz als Kienle, der bislang bei allen acht Regionalligaspielen in der Startformation auflief. Sein erstes Saisontor erzielte Kienle gegen den TSV Steinbach.

Zuletzt trat der kopfballstarke, 1,85-Meter große Stürmer immer öfter durch spektakuläre Flankenläufe in Erscheinung. Gegen Hessen Kassel wäre er für seine Offensivimpulse in der Schlussminute fast mit dem Siegtreffer belohnt worden, doch sein Schuss sprang vom Innenpfosten ins Feld zurück. Dass er bei den Spatzen wieder regelmäßig Einsatzzeiten bekommt, gibt ihm ein gutes Gefühl: „Es ist schön, die Woche auf ein Spiel hin zu trainieren und dann auf dem Platz zu stehen.“

Seinen neuen Verein sieht er heute gegen Aufsteiger Röchling Völklingen klar in der Favoritenrolle: „Für uns ist wichtig, dass wir den ersten Sieg einfahren und weiter Selbstvertrauen bekommen. Wir müssen Punkte holen, damit wir nicht der Musik hinterherlaufen.“

Kienle erlebte früh eine Sternstunde in seiner Fußballkarriere. Sein Debüt als Profi feierte er 2015 in der Drittligapartie VfR Aalen gegen den Chemnitzer FC, als er in der 73. Minute eingewechselt wurde. Sein erstes Profitor erzielte der schnelle Vollblutstürmer, der parallel zum Fußball eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolvierte, beim 2:2 gegen die Würzburger Kickers im Oktober 2015.

Im richtungsweisenden Heimspiel gegen Völklingen setzt Trainer Flitsch selbstverständlich wieder auf Kienle. Wollen sich die Spatzen aus der Abstiegszone befreien, gilt es den ersten Saisonsieg nach zuletzt acht sieglosen Partien einzufahren. Das gilt besonders für den Neuen vom VfR Aalen, der sich auf das Sprichwort „aller guten Dinge sind drei“ gerne beruft.

SSV 46 – Röchling Völklingen
(heute 14 Uhr, Donaustadion)

SSV Ulm 1846 Fußball:  Betz – Bradara, Krebs, Göhlert, Schindele – Reichert, Sauter – Kienle, Rathgeber,  Graciotti – Braig.

Liveticker:
www.fupa.net/suedwest/live

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