Arena besteht Fußball-Feuertaufe

Fußball-Zweitligist SpVgg Greuther Fürth hat das Hallenturnier um den AL-KO Cup in der Ratiopharm-Arena gewonnen. 4000 Zuschauer hatten einen unterhaltsamen Abend bei der Premiere des Budenzaubers.

THOMAS GOTTHARDT |

Kein Zweifel, die Ratiopharm-Arena hat die Fußball-Feuertaufe bestanden. Rund 4000 Zuschauer sahen zehn Spiele um den AL-KO Cup, die zum Finale hin immer spannender wurden. Im Endspiel setzte sich die SpVgg Greuther Fürth gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 4:1 durch. Die Fürther stellten auch den besten Torschützen mit Robert Zulj (sieben Treffer) und den besten Spieler des Turniers mit Zlatko Tripic.

Das Duell der beiden Zweitligisten spiegelte die Leistungen aller Mannschaften am Donnerstagabend gut wider. Je näher die Entscheidung rückte, desto bissiger ging es zu. Im Halbfinale mussten mit Stefan Ortega und Fejsal Mulic zwei Spieler des TSV 1860 München mit jeweils einer Zweiminuten-Strafe zuschauen.

Im Finale ging es, was das Toreschießen betraf, eher beschaulich zu. Zur Halbzeit führten die Franken mit 2:1. Nach sieben Minuten der zweiten Halbzeit konnte Stefan Maderer auf 3:1 erhöhen. Und zum Schluss gab es noch den Treffer zum 4:1-Endstand. Und so durften die Greuther Fürther erstmals den AL-KO Cup in die Höhe stemmen. Geld gab es für den ersten Platz übrigens nicht. Den dritten Platz belegte der TSV 1860, der sich im kleinen Finale gegen den FV Illertissen mit 4:2 durchsetzen konnte.

Aber nicht nur sportlich überzeugte die Budenzauber-Premiere im "Wohnzimmer" der Ulmer Bundesliga-Basketballer, auch das Drumherum stimmte, auch wenn es noch kleinere organisatorische Mängel gab. So beklagte sich zum Beispiel Löwen-Trainer Benno Möhlmann über die Werbeflächen auf dem Kunstrasen, die etwas über den Rasen hinausragten und so eine Stolperfalle bildeten.

Sebastian Koch, der Projektleiter des Veranstalters Match IQ, zog dennoch eine positive Bilanz. Auch wenn es zeitlich eine äußerst knappe Sache war. Das Eurocup-Spiel von Ratiopharm Ulm am Mittwoch machte den ersten Zeitplan zunichte. Erst um Mitternacht konnte der Kunstrasen verlegt werden, die LED-Banden wurde danach, um 6 Uhr am Donnerstagmorgen, installiert. "Das ist eigentlich schon immer einen Tag früher fertig. In diesem Fall hatten wir gestern im Laufe des Tages doch noch einiges zu tun, um alles zu erledigen", schilderte Koch die Umstände.

Aber letztendlich hat alles funktioniert. Mit rund 4000 Zuschauern kamen mehr Besucher zu dieser ersten Veranstaltung dieser Art in Ulm/Neu-Ulm. "Für ein Hallenfußball-Turnier ist das eine sehr gute Zuschauerzahl", sagte Koch, der davon ausgeht, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage dieses Turniers geben wird. "Wir müssen natürlich erst noch Bilanz ziehen, aber wir sind jetzt schon gut ins Gespräch gekommen mit Sponsoren aus der Region und auch mit dem SSV Ulm 1846 Fußball. So etwas muss ja auch aufgebaut werden, wenn es ums gegenseitige Vertrauen geht", meinte Koch.

Vielleicht kommt im nächsten Jahr auch Heidenheim zu diesem Turnier. Der Zweitligist wurde eingeladen, sagte dann aber ab.

Die Arena hat sich, wenn auch viel Improvisationstalent nötig war, tauglich gezeigt, um sechs Mannschaften unterzubringen. Eigentlich bietet die Arena nur drei entsprechende Kabinen, drei andere Räume wurde "zweckentfremdet". Das Aufwärmen für die Spieler war auch nicht einfach. In den Gängen versuchten die Fußballer, wenigstens etwas auf Betriebstemperatur zu kommen - mit und ohne Ball. Da alle Team am Abend wieder nach Hause fuhren, gab es in Sachen Übernachtung keine Probleme.

Ein positives Fazit zog auch Pedrag Milojevic, der Einsatzleiter des Sicherheitsdienstes SHS. 150 Mitarbeiter waren damit beschäftig, die Fans am Einlass zu kontrollieren. Bedingt durch das Wetter und Staus in der Innenstadt waren viele Besucher erst knapp vor Turnierbeginn in die Arena gekommen. "Da mussten wir am Einlass etwas Gas geben, um allen die Möglichkeit zu geben, pünktlich auf ihre Plätze zu kommen", sagte Milojevic.

Ausschreitungen hat es jedenfalls nicht einmal ansatzweise gegeben. Schade war, dass viele Spatzenfans nach dem Ausscheiden der Ulmer die Arena verlassen haben. Immerhin war der SSV 1846 der gastgebende Verein.

Splitter

Teamarzt und Urgestein

Ein Urgestein, dieser Dr. Harry Hauer, Mannschaftsarzt des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. 71 Jahre alt ist der "Doc". Und er denkt noch nicht ans Aufhören. 1989 ist Hauer beim damaligen Bayernligisten TSV Vestenbergsgreuth als Teamarzt eingestiegen, hat die Fusion mit der SpVgg Fürth zur SpVgg Greuther Fürth im Jahr 1996 mitgemacht. In der einzigen Bundesliga-Saison der Mittelfranken (2012/13) war nur Bayern-Arzt Müller-Wohlfarth wenige Jahre älter. "So bleibe ich gesund und jung, wenn ich mit den Jungs mitfahre", sagt Harald Hauer.

Vorbereitung ist A und O

Marathon auf dem Stuhl. Thomas Herrmann kommentierte am Donnerstag abwechselnd mit seinem Kollegen Oliver Forster für Sport 1 die Spiele beim AL-KO Cup. Auf einem Stuhlprovisorium informierte und unterhielt Herrmann die TV-Zuschauer. Rund 15 Mitarbeiter bot der TV-Sender auf, um die fünf Stunden Budenzauber aus der Ratiopharm-Arena präsentieren zu können. Angenehm sei es in der Arena, die für den 60-Jährigen Neuland war. Mit Basketball hat er es nicht so. Dafür aber eben mit Fußball. Akribische Vorbereitung sei das A und O eines solchen langen Arbeitstages: "Mit Routine kann man einiges ausgleichen, aber wenn du Unsinn erzählst, dann merken das irgendwann die Zuschauer." Thomas Herrmann jedenfalls hatte Spaß an den Partien. Es sei so wie im DFB-Pokal. Die Kleinen können die Großen schlagen. "Das macht doch Spaß", sagte der Kommentator und machte sich wieder auf zu seinem Platz.

Stefan Kuntz begeistert

"Ich musste immer draußen bleiben, weil ich den Spielfluss gestört habe." So beschreibt Stefan Kuntz, der ehemalige Stürmer, Nationalspieler und aktuelle Vorstandschef des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern seine Erfahrungen mit Hallenfußball. Am Donnerstag kam er auf den letzten Drücker in die Arena und freute sich über die Leistungen der Pfälzer. "In den Gruppenspieler hätte wir mehr Tore machen müssen", meinte Kuntz, war aber insgesamt dennoch zufrieden. Regelrecht begeistert war der 53-Jährige mit der Stimmung und der Atmosphäre. "Es ist alles sehr professionell organisiert." Ob es eine Fortsetzung dieses Turniers gibt, hängt natürlich vom Veranstalter ab. "Aber ich wünsche es mir für die Region", sagte Kuntz.

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