SSV Ulm 1846 Fußball legt Protest gegen 1:2-Niederlage

Der SSV Ulm 1846 Fußball legt Protest gegen die Wertung des 1:2 bei Spitzenreiter SV Elversberg ein. Die hochklassige Regionalliga-Begegnung war nach einem Feuerzeug-Wurf aus dem Elversberger Block, bei dem der Schiedsrichter verletzt wurde, für 26 Minuten unterbrochen.

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Nach langer Bedenkzeit kehrte Schiedsrichter Julius Martenstein (l.) auf den Platz zurück. Der ausgewechselte Pierre Fassnacht (r.) kam ohne Schuhe.  Foto: 

Erstmals nach vier Regionalligaspielen in Folge ohne Niederlage musste sich der SSV Ulm 1846 Fußball geschlagen geben. Beim Tabellenführer SV Elversberg setzte es eine 1:2-Niederlage.  Die Spatzen machten sich ohne Punkt im Gepäck auf die lange Heimreise.

Oder geht da nachträglich was? Die Ulmer haben die Begegnung unter Protest zu Ende gespielt und das Ergebnis auf dem elektronischen Berichtsbogen nicht akzeptiert. Am Montag werden die Spatzen bei der Schiedsgerichtskommission der Regionalliga Südwest zudem noch einen offiziellen Einspruch gegen die Wertung dieses Spiels einlegen.

Was war passiert? Elversberg führte in der 89. Minute mit 2:1 und bekam einen Eckball zugesprochen. Die Saarländer ließen sich bei der Ausführung viel Zeit, der Eckballschütze wurde von Schiedsrichter Julius Martenstein wegen Spielverzögerung verwarnt. Daraufhin flog aus dem Elversberger Block ein Feuerzeug auf den Platz, das den Unparteiischen traf. Der stand offensichtlich unter Schock, marschierte mit seinen Assistenten in die Kabine. Lutz Siebrecht, der Spielleiter des SSV 46,  schickte seine Spieler ebenfalls dorthin, was die Elversberger wiederum verhindern wollten. Dabei kam es zu einigen Rangeleien und Wortgefechten, „wir wurden teilweise übel bedroht“, berichtete Trainer Stephan Baierl hinterher. War das Spiel nun abgebrochen? Niemand wusste Bescheid.

Nach einer Behandlungspause und Telefonaten entschieden  Martenstein und seine Assistenten eine gute Viertelstunde später, das Spiel fortzusetzen. Es dauerte weitere sechs Minuten, bis die Ulmer Spieler, die sich teilweise schon ausgezogen hatten, wieder aus der Kabine kamen, und einige weitere Zeit, bis die Begegnung mit einem Eckball für Elversberg fortgesetzt wurde.

„Wir hatten keine Informationen, ob und wann es weitergeht“, sagte Baierl. In der letzten regulären Minute und in den  drei Nachspielminuten passierte auf dem Rasen nichts mehr. „Wir waren aus dem Rhythmus und hatten keine Chance mehr. Ohne die Unterbrechung wäre vielleicht noch was gegangen. Das haben wir bei den Stuttgarter Kickers gezeigt. Die Mannschaft fühlt sich verschaukelt. Deshalb legen wir Protest ein“, erklärte Siebrecht am Sonntag. Es blieb als Kuriosum: Diese Begegnung dauerte nicht 90, sondern 118 Minuten. Und sie wird ein Nachspiel haben.

Auf seiner Internet-Homepage verurteilte der SV Elversberg am Sonntag den Feuerzeugwurf aus dem eigenen Fanblock „aufs Schärfste“ und entschuldigte sich beim Schiedsrichtergespann und den Ulmern. Es sei das erste Mal in der 109-jährigen Vereinsgeschichte der Fall, dass ein Heimspiel durch ein von einem Zuschauer herbeigeführten Ereignis unterbrochen werden musste.

Die ärgerliche Schlussphase überschattete ein ansonsten hervorragendes und weitgehend ausgeglichenes Regionalliga-Spiel, in dem beide Teams das spielerische Element bevorzugten. Nach der frühen Elversberger Führung (4.) durch Sven Sellentin (siehe auch Infokasten) hatten die Ulmer Glück, dass der überfordert wirkende junge Schiedsrichter (24), der nie zu einer einheitlichen Linie fand, bei einer Attacke von Pierre Fassnacht an Lukas Kohler im Strafraum nicht auf Elfmeter für den SVE entschied. Auf der anderen Seite war dem Elversberger Siegtreffer von Maximilian Oesterhelweg (71.) ein klares Foulspiel an  Luca Graciotti vorausgegangen, der in der 18. Minute mit seinem zweiten Saisontor nach Zuspiel von Fassnacht für den 1:1-Ausgleich gesorgt hatte.

„Es war ein gutes Spiel gegen einen sehr guten Gegner“, sagte Elversbergs Trainer Michael Wiesinger. Seinen eigenen Spielern verpasste der ehemalige Nürnberger Profi einen Maulkorb. Sie durften keine Auskunft über den vermeintlichen Spielabbruch geben.

Zum dritten Mal ein frühes Gegentor

Mehr Cleverness Zum dritten Mal binnen kurzem  hat sich der SSV Ulm 1846 Fußball einen frühen Rückstand eingefangen. Vor einer Woche lagen die Spatzen gegen den damaligen Tabellenführer SV Waldhof Mannheim  nach fünf Minuten mit 0:1 hinten, ehe David Braig mit einem Doppelpack das Spiel zum 2:1 drehte. Bei seinem Gastspiel in Ulm führte Eintracht Trier nach acht Minuten mit 1:0 gegen den SSV 46. Doch Braig, Vinko Sapina und Thomas Rathgeber sorgten für den 3:1-Erfolg.  In Elversberg gelang nach dem frühen 0:1-Rückstand (4.) ein dritter Kraftakt in Folge nicht mehr. „An der Einstellung oder Konzentration liegt es bestimmt nicht. Wir müssen in Zukunft darauf achten, dass wir von Beginn an defensiv gut stehen und müssen ein Stück cleverer werden“, sagt Kapitän Florian Krebs.

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