SSV-Niederlage: Baierl ohne Rezept gegen frühe Gegentore

Der SSV Ulm 1846 und der Fluch der frühen Gegentore. Beim 1:4 gegen die Lauterer Reserve wurde aus der erhofften Sternstunde eine Lehrstunde.

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Ratlose Spatzen nach der Heimniederlage gegen die U 23 aus Kaiserslautern.  Foto: 

Florian Krebs schaute deutlich ratlos drein. „Vielleicht müssen wir uns in der Kabine bereits so einschwören, als würden wir 0:1 hinten liegen“, sagte der Kapitän des SSV Ulm 1846 Fußball. Sein Blick verriet jedoch, dass er wenig überzeugt ist von dieser Herangehensweise.

Krebs ist nicht der Einzige, der in Erklärungsnot gerät, wenn es darum geht, Lösungen für eine eklatante Schwäche des Fußball-Regionalligisten in dieser Saison zu finden. In steter Regelmäßigkeit fängt sich der SSV 46 bereits nach wenigen Spielminuten ein frühes Gegentor ein. Bei der 1:4 (0:1)-Niederlage gegen die U 23 des 1. FC Kaiserslautern kulminierte die Problematik. Diese Mal lagen die Ulmer bereits nach sechs Minuten hinten. Beinahe jeder Angriff der Pfälzer brachte höchste Torgefahr. Nur eine fahrlässige Chancenverwertung, Glück bei einem Lattenschuss und ein blenden aufgelegter Torhüter Kevin Birk verhinderten schon vor dem Gang in die Kabinen ein Debakel.

Und auch in Hälfte zwei machten die Gastgeber nicht den Eindruck einer Mannschaft, die in der Pause den festen Vorsatz gefasst hätte, den Rückstand aufzuholen: Vorne zu ideenlos, hinten zu naiv – am Ende regelrecht vorgeführt. Aus der erhofften Sternstunde wurde somit eine Lehrstunde. „Was die ersten Halbzeit angeht, war das unser bislang schlechteste Leistung“, bestätigte Trainer Stephan Baierl. „Wir waren zu lethargisch, zu langsam und unsicher. Dazu kamen zu viele Ballverluste“, befand der SSV-Coach.

Natürlich wurde er auch gefragt, wie das denn sein könne, dass sein Team ständig in Rückstand gerate und was er denn dagegen zu unternehmen gedenke. „Das ist eine unerklärliche Geschichte“, antwortete Baierl. „Wir bereiten uns konzentriert auf die Spiele vor, wir sprechen die Dinge an und dann ist doch wieder alles vergebens.“

In vier der zurückliegenden Partien geriet der SSV 46 jeweils schon früh ins Hintertreffen: Gegen Trier (9. Minute), Mannheim (5.), Elversberg (3.), FCK II (6.). In sieben der bisher neun Saisonspiele lagen die Spatzen mindestens einmal während der 90 Minuten in Rückstand – nur gegen Watzenborn-Steinberg und Nöttingen nicht. Individuelle Fehler, Unvermögen, mangelnde Abstimmung, Pech – derzeit kommen bei den Gegentoren viele Faktoren zusammen. Erst einmal blieb der SSV 46 in dieser Regionalligasaison ohne Gegentor. In erster Linie scheint es sich um ein Konzentrationsproblem zu handeln.

So kurios es sich auch anhört: Die Ulmer brauchen derzeit offensichtlich ein Negativerlebnis, um in die Spiele zu finden. Nach Rückständen holten sie sieben von 13 Punkten. „Wir wissen, dass wir eine Mannschaft sind, die nach Rückständen gut zurückkommen kann, aber natürlich nehmen wir uns vor, diese schnellen Gegentore zu vermeiden“, sagt Routinier Alper Bagceci. Doch nicht immer gelingt es, den Frust-Rucksack abzuwerfen und sich zu wehren, was Kapitän Krebs am Mittwoch bestätigte: „Wir können nicht jedes Spiel drehen.“

Für die anstehende Partie am Sonntag beim FC Homburg heißt das: „Den Blick nach vorne richten“, beteuert Trainer Baierl und räumt ein: „Die Belastung der englischen Wochen habe ich unterschätzt. Einige meiner Spieler waren überspielt. Den Vorwurf muss ich mir machen.“ Soll heißen: Einige Akteure aus dem zweiten Glied werden jetzt ihre Chance bekommen. Zumal Alper Bagceci, Pierre Fassnacht und Christian Sauter mit jeweils vier Gelben Karten bei einer weiteren Verwarnung ein Spiel Sperre droht.

Aus Ravensburg kommt neuer Stürmer

Überraschung Der SSV 46 hat einen zusätzlichen Stürmer verpflichtet. Ndriqim Halili, in der vergangenen Saison beim  Oberligisten FV Ravensburg (22 Einsätze), verstärkt ab sofort den Regionalliga-Kader. Der 23-jährige Albaner ist an der Donau kein Unbekannter. Im Viertelfinale des letztjährigen WFV-Pokals erzielte er bei der Ulmer 0:3-Niederlage für Ravensburg zwei Tore. Da er in dieser Saison nicht mehr zum Kader der Oberschwaben gehörte, ist Halili, der in den zurückliegenden Wochen einige Probetraining beim SSV 46 absolviert hat, sofort spielberechtigt. Von 2012 bis 2014 war er beim Hamburger SV II, dort brachte er es in der Regionalliga Nord auf 30 Einsätze. Vor seinem Engagement in Ravensburg spielte Halili beim albanischen Erstligisten FK Kukësi. Der Offensivmann kann sowohl in der Spitze als auch auf den Außenbahnen eingesetzt werden. Im Achtelfinale des laufenden Pokalwettbewerbs gibt es für Halili ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. Die Partie des SSV 46 beim FV Ravensburg wird am spielfreien Regionalliga-Wochenende der Ulmer, am Samstag, 10. Dezember um 13 Uhr, ausgetragen. wfv 

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