Sportfreunde Dellmensingen integrieren Flüchtlinge

Kreisligist SF Dellmensingen reißt sportlich derzeit keine Bäume aus. Dafür konnten Abteilungsleiter Franz Frindte und Co. Flüchtlinge integrieren.

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Kämpfen in der Kreisliga B/Donau um Punkte: Die Spieler der Sportfreunde Dellmensingen (blaue Trikots), hier in einer Partie gegen Wiblingen.  Foto: 

In der vergangenen Spielzeit hatte während der Saison Spielertrainer Ahmet Cetinkaya bei den SF Dellmensingen in der Fußball-Kreisliga B Staffel Donau das Handtuch geworfen. In der zweiten Garnitur war schon länger personeller Notstand. Daraufhin hatte der Klubvorsitzende Robert Müller, gleichzeitig Jugendleiter, mit Vereinsmitstreitern im Herbst des letzten Jahres die Initiative ergriffen und hatte dem Flüchtlingsheim zwischen Dellmensingen und Ersingen mit Bällen in der Hand einen Besuch abgestattet. Sechs Akteure aus Afrika waren sofort Feuer und Flamme und stiegen ins Training ein. „Wir bildeten Fahrgemeinschaften und holten die Jungs zum Training ab und brachten sie dann wieder nach Hause. Es gab zwar das eine oder andere Sprachproblem. Sie haben sich aber super integriert“, lobt der 29-jährige  Abteilungsleiter Franz Frindte, der inzwischen in Stetten bei Achstetten wohnt.

 Die Nigerianer Kenry Ekokorhe und Fatty Pa sowie die Gambier Jallow Babucar, Jammeh Babucar (ist inzwischen zur SG Ersingen gewechselt), Kassama Lamin und Jammeh Lamin brachten auch im tiefsten Winter die Sonne zum Strahlen. „Sie verbreiten ständig gute Laune. Das sind klasse Jungs mit denen man Spaß haben kann“, fügt Bankkaufmann Frindte hinzu. Er hatte nach dem Abschied von Cetinkaya zusammen mit seinem Stellvertreter Mathias Sommer interimsmäßig die Mannschaft übernommen.

 Sportlich war aber auch mit dem Zuwachs der afrikanischen Frohnaturen, die an der Weihnachtsfeier der Dellmensinger Kicker Spezialitäten aus ihrer Heimat aufgetischt haben, Schmalkost angesagt. „Sie können wegen der Schule oder der Arbeit nicht immer im Training da sein. Außerdem besuchen sie am Wochenende oft Verwandtschaft in München oder Nürnberg“, erzählt Frindte, nach zwei Kreuzbandrissen nur noch sporadisch selbst auf dem Feld im Einsatz. „Da sind aber Spieler mit Potenzial dabei.“ Der Großteil der sechs Spieler kam in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und sorgte auch für den einen oder anderen Treffer.

 Inzwischen stellt sich die Personalsituation aber wesentlich positiver da. Nach dem Einstieg von Trainer Alois Schädle vor Beginn  dieser Saison bevölkern bis zu 32 Kicker das Trainingsgelände. „Wir sind nun in der glücklichen Situation, einen gut aufgestellten Kader zu haben“, betont Frindte. Die Spieler, die regelmäßig zu den Übungseinheiten kommen, werden dann auch bei den Partien am Wochenende berücksichtigt. So ist Fatty Pa gerade sogar auf dem Sprung in den Erstmannschaftskader. Weitere sportlich begeisterte Flüchtlinge dürfen Pa laut Frindte gerne in Dellmensingen nacheifern. „Wer will, kann vorbeikommen und wir beantragen auch die Spielerpässe“, sagt er. Schließlich soll das sportliche Tal der Tränen beim derzeit sieglosen  Schlusslicht möglichst bald beendet sein, am Besten schon morgen um 15 Uhr in der Partie gegen den SV Ljiljan Ulm.

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