Spatzen unterliegen "kleinen Roten Teufel" mit 1:4

Eine bittere 1:4-Heimniederlage kassierten die Fußballer des SSV Ulm 46 bei ihrer Partie gegen die Zweitliga-Reserve vom 1. FC Kaiserslautern.

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Johannes Reichert (links) unterlag mit seinem SSV Ulm 1846 Ulm mit 1:4 gegen den 1. FC Kaiserslautern II.  Foto: 

Den Stresstest im Donaustadion hat Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 am Mittwochabend nicht bestanden. Erstmals in dieser Saison ging die Mannschaft von Trainer Stephan Baierl in der Partie gegen den bisherigen Drittletzten, 1. FC Kaiserslautern II, zumindest was die Tabellensituation betraf, als Favorit ins Spiel.

Nach zuletzt glanzvollen Heimauftritten gegen Mannheim, Trier und Nöttingen mussten die Hausherren vor 1800 Zuschauern bei der 1:4 (0:1)-Niederlage gegen das Nachwuchsteam des Zweitligisten zum ersten Mal Lehrgeld zahlen. Gleich nach dem total misslungenen Heimauftritt versammelte der SSV-Coach seine Spieler in der Kabine zur Seelenmassage. „Wir lassen den Kopf oben, haken das  Spiel ab“, trichterte der Trainer den Verlierern ein. „Wir haben in keiner Phase zu unserem Spiel gefunden, waren mental und körperlich nie auf der Höhe“, bemängelte Baierl bei seinem Team. „Das war in der ersten Hälfte unsere mit Abstand schlechteste Leistung“, musste der 40-Jährige einräumen. Ähnlich wie schon in einigen Spielen zuvor gerieten die Spatzen wieder früh in Rückstand. Doch diesmal genügte der Treffer der Gäste aus der Pfalz in der sechsten Minute, den SSV 46 völlig aus dem Konzept zu bringen. Die Hoffnung auf ein weiteres Spektakel mit Aufholjagd kam am Mittwochabend nie auf. Zu stark agierte die junge Lauterer Truppe in der Folge.

Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit, in der die Gäste eine Vielzahl an guten Möglichkeiten vergaben, war das 0:1 zur Pause für die Hausherren noch gnädig. Trainer Baierl ließ exakt die Elf auflaufen, die vor vier Tagen gegen Spitzenreiter Elversberg mit 1:2 unter turbulenten Umständen in der Schlussphase verloren hatte. Die Gäste nutzen gleich die erste Möglichkeit zur frühen Führung. Robert Glatzel (6.) zirkelte aus 13 Metern den Ball gefühlvoll in die Maschen. In der Folge dominierte der Nachwuchs der Lauterer klar das Geschehen und hatte durch Christian Kuehlwetter (10.), dessen Schuss von einem Ulmer Abwehrspieler gerade noch zur Ecke abgewehrt werden konnte, und erneut Glatzel (15.), der etwas zu lange mit dem Abschluss zögerte, hochkarätige Einschussmöglichkeiten. Nachdem erneut Kuehlwetter (25.) am Ulmer Torhüter Kevin Birk scheiterte, vergab Florian Pick (35.) eine weitere Großchance. Nach herrlichem Solo landete sein Schuss an der Latte des Ulmer Tors. Die einzige nennenswerte Möglichkeit von Ulm vergab Alper Bagceci (17.). Das Pausenresultat war schmeichelhaft für die Platzherren. Das korrigierten die Lauterer umgehend nach der Pause. Leon Bell setzte sich auf der linken Seite durch und Glatzel (50.) hatte wenig Mühe aus sechs Metern zum 0:2 zu vollstrecken. Verdienter Lohn für eine couragierte Leistung des Gästeteams. Die Heimelf bot „eine bodenlose Leistung“, wie Kapitän Florian Krebs selbstkritisch feststellte. Und das muntere Scheibenschießen in Richtung Ulmer Tor ging weiter. Zunächst klärte Torhüter Birk bei einem Heber von Pick (55.), doch dann markierte für die hoch überlegenen Gäste Dino Bajric (60.) den verdienten dritten Treffer. Das 1:3 für Ulm durch David Braig (68.) brachte nochmals eine kleine Hoffnung (68.), doch das war nur noch Ergebniskosmetik, wie sich in der Folge herausstellte.

Mit dem Schlusspfiff erzielte der eingewechselte Johannes Hofmann sogar den vierten Treffer für die Gäste. Zum Abschluss der englischen Woche reist der SSV 46 am Sonntag zum bisherigen Tabellenschlusslicht FC Homburg, das durch einen 2:0-Sieg in Kassel aufhorchen ließ. Die Spatzen haben sich in dieser Saison schon oft als spielfreudige, torhungrige und heimstarke Mannschaft ausgezeichnet. All diese Vorzüge ließen sie am Mittwoch sträflich vermissen.

So spielten sie

SSV Ulm 1846 – 1. FC Kaiserslautern II 1:4 (0:1)

SSV Ulm 1846: Birk – Reichert, Krebs, Sturm (85. Gondorf), Fassnacht (68. Nierichlo) – Bagceci, Sapina, Sauter (54. Michel), Graciotti – Rathgeber, Braig.

Tore: 0:1, 0:2 Glatzel (6., 50.), 0:3 Bajric (60.), 1:3 Braig (68.), 1:4 Hofmann (90.).

Gelb: Fassnacht, Bagceci – Bajric, Grösch.

Zuschauer: 1800.

Schiedsrichter: Abdelkader Boulghalegh (Rüsselsheim).

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