Spatzen hoffen nach 2:0-Coup in Elversberg am Dienstag auf vierstellige Kulisse

Am Dienstag kommt Hessen Kassel zu den Spatzen ins Donaustadion - als Lockvogel? Nach dem überraschenden 2:0-Sieg in Elversberg hofft Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 mal wieder auf eine vierstellige Kulisse.

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SSV-Angreifer Domenico Botta (vorn) wird in dieser Szene vom Elversberger Thorsten Reiß behindert. Foto: Eibner

Da haben die Regionalliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 vor ihrem Heimspiel am Dienstag (18.30 Uhr/Donaustadion) gegen den KSV Hessen Kassel aber kräftig auf die Werbetrommel geschlagen. Das 2:0 beim Meisterfavoriten SV Elversberg war nach der langen Auswärtsflaute - die Spatzen hatten vor sieben Monaten ihren letzten Dreier aus der Fremde mitgebracht - nicht zu erwarten. "Das war ein deutliches Signal. Damit haben wir den Boden bereitet für eine vierstellige Kulisse", glaubt Trainer und Präsident Paul Sauter.

Zu den letzten sechs Ulmer Heimspielen waren jeweils unter 1000 Zuschauer gekommen. Damit liegen die Spatzen hinter den Planungen von "Finanzminister" Georg Unbehaun, der vor der Runde mit knapp 1300 Besuchern im Schnitt kalkuliert hatte. Weshalb der SSV-Schatzmeister derzeit von einem ausgeglichenen Etat weit entfernt ist.

Während sich die Ulmer sportlich im Aufwind befinden (12 Punkte, 10:2 Tore in den fünf Begegnungen seit der Winterpause), ist der Drittliga-ambitionierte KSV Hessen Kassel mit vier Punkten aus seinen bislang vier Spielen in den Startlöchern hängen geblieben. "Für uns gibts keine Ausreden mehr, wir müssen punkten", kennt der ehemalige Ulmer Bobo Mayer, der trotz Innenbandverletzung am Knie auflaufen will, keine Rücksicht auf die alten Freunde. Während die Ulmer auf Tabellenplatz acht geklettert sind, fielen die Hessen auf Platz sieben zurück. "Für Kassel ist es fast schon die letzte Chance. Das wird ein hoch interessantes Spiel", so Sauter.

Interessant zu beobachten war auch das Ulmer Auftreten in Elversberg. Dabei musste der SSV 46 nicht nur die beiden Innenverteidiger Johannes Reichert (Gelbsperre) und Daniel Reith (Knochenhautentzündung) ersetzen, sondern auch Top-Vorbereiter Ruben Rodriguez (Prellung und Bluterguss in der Wade). Zudem war die Mannschaft, anders als in den vorausgegangenen sieglosen Auswärts-Begegnungen, erst am Spieltag angereist. "Die Jungs hätten genügend Ausreden gehabt. Aber sie haben Charakter gezeigt und sich durchgebissen", war Sauter mächtig stolz.

Zudem zeigten die Spatzen bei beiden Toren ihre spielerische Klasse. Die 1:0-Führung von Yannick Agro wurde durch Ayoze Perez, der mit Knöchelprellung ausschied, mit einem No-look-Pass und per Außenrist perfekt vorbereitet. Und das 2:0 durch Elyes Seddiki, der nicht nur aufgrund seiner neu gefärbten roten Haare auffiel, hat durchaus Anspruch auf den Titel "Tor des Monats": Sein Schuss aus 16 Metern unter den Winkel war für Elversbergs Torhüter nicht zu halten.

Apropos Tore: Die zehn Punktspiel-Treffer in diesem Jahr wurden von acht verschiedenen Schützen erzielt. "Natürlich hätte ich gerne einen Top-Torjäger in meinen Reihen, der auch mal wie in Koblenz, als es nicht so gut lief, trifft. Aber so sind wir für jeden Gegner nur ganz schwer auszurechnen", sagt Sauter. Insgesamt haben in dieser Saison zwölf Spieler getroffen. Die interne Torschützenliste wird von Fabio Kaufmann (6 Treffer) angeführt. Im Sturm will Sauter heute nicht umstellen. Yannick Agro und Domenico Botta, der erstmals nach seinem Winterwechsel in der Startformation stand, sollen sich weiter einspielen. Auf anderen Positionen ist jedoch die eine oder andere Umstellung geplant. Ins Team zurückkehren werden Ruben Rodriguez und Johannes Reichert. Letzterer muss möglicherweise auf der ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld ran. Denn Sebastian Griesbeck, der dort sonst spielt, ist wegen Bandscheibenproblemen in der Bewegung eingeschränkt und soll in der weniger laufintensiven Abwehrrolle bleiben. "Er hat in Elversberg wieder sensationell gearbeitet", lobte Sauter den vom 1. FC Heidenheim umgarnten 22-Jährigen.

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