Spatzen beim 0:3 gegen Hessen Kassel auf verlorenem Posten

Die Spatzen auf Zick-Zack-Kurs: Drei Tage nach dem 2:0-Husarenritt in Elversberg zeigte der SSV 46 sein anderes Gesicht: Das 0:3 gegen Hessen Kassel war ein Rückfall in vergessen geglaubte Zeiten.

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Hinterher war jeder, der mit den Spatzen sympathisiert, krampfhaft bemüht, die äußerst bescheidene Vorstellung beim 0:3 (0:1) gegen Hessen Kassel mit den Strapazen vom Samstag in Elversberg in Einklang zu bringen. Zum Glück ist Paul Sauter lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass der nicht zu leugnende Kräfteverschleiß vom Samstag nur zu Teilen als Erklärung für die gestrige Enttäuschung dient. Und schon gar nicht als Alibi für seine wenig inspirierten Spieler.

Den Ulmern fiel kaum etwas ein. Derart wenige Chancen in einem Heimspiel gabs zuletzt im unersprießlichen Herbst bei der müden Nullnummer gegen den SC Pfullendorf. Ein Kopfball (25.) übers Tor und ein Flachschuss (70.), jeweils von Yannick Agro: Das wars an Aufregung vor dem Gehäuse des Ex-Profis Carsten Nulle. "Man muss neidlos anerkennen, dass jeder Einzelne bei Kassel besser war", befand Vizepräsident Georg Unbehaun.

Die Nordhessen, nach zuletzt zwei Spielausfällen ausgeruht, legten los wie die Feuerwehr. Deshalb wunderten sich die 900 Besucher auch nicht, dass der überragende Sebastian Schmeer (9.) die zweite Chance der Gäste mit einem Schuss aus der Drehung zum 0:1 nutzte. Danach stellte sich der SSV 46 auf das Überfallkommando aus Kassel zwar deutlich besser ein - doch auf eigene konstruktive Aktionen warteten die Fans vergeblich. "Das war viel zu wenig", räumte Innenverteidiger Johannes Reichert ein, "wir haben zu ungenaue Pässe gespielt, um Druck aufbauen zu können."

Zwar war Ruben Rodriguez, in Elversberg wegen einer Wadenblessur geschont, wieder anstelle seines gleichfalls lädierten spanischen Kollegen Ayoze Perez mit von der Partie - zugleich jedoch von seiner Bestform weit entfernt. Und wenn der feine Techniker, an den meisten Treffern der Spatzen als Ausgangspunkt beteiligt, unter seinen Möglichkeiten bleibt, kann selten einer in die Bresche springen.

Elyes Seddiki versah seinen Part im zentralen Mittelfeld zumeist defensiv. Und Sebastian Griesbeck hatte Trainer Paul Sauter wiederum als Vertreter des verletzten Daniel Reith in die Innenverteidigung zurückbeordert. Nicht nur Holger Sanwald - der Geschäftsführer des Drittligisten 1. FC Heidenheim war offiziell wegen dem 22-Jährigen im Donaustadion - wartete vergeblich darauf, dass Griesbeck dem lahmenden Mittelfeld in der zweiten Halbzeit neue Impulse verleihen könnte.

Immerhin bemühte sich der SSV 46, der vor der Pause nur stereotype Hoch-Weit-Bälle nach vorn geschlagen hatte, in Durchgang zwei um mehr Spielkultur. Trotzdem bekamen die Stürmer zu wenige Vorlagen. Andererseits konnten sich auch weder Yannick Agro und Dominik Botta oder der später eingewechselte Moussa Touré an vorderster Front durchsetzen.

Hessen Kassel hatte von der individuellen Klasse und der Spielkultur deutlich mehr zu bieten. Schon bevor Ricky Pinheiro (84.) per Konter das 0:2 erzielte, hatte der Aufstiegsanwärter (mit einem unauffälligen Ex-Ulmer Bobo Mayer) günstige Gelegenheit verschmäht. Letztlich besorgte der eingewechselte Jonas Marz den Endstand (87.).

Paul Sauter wollte mitten in einer englischen Woche mit seinen Akteuren nicht zu hart ins Gericht gehen. Schließlich wartet am Samstag (14 Uhr) gegen Bayern Alzenau schon die nächste Hausaufgabe. "Bis dahin müssen wir versuchen, so gut es geht zu regenerieren", meinte der Coach. Und deutlich mehr Ideen zu produzieren als gegen Kassel.

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