Rot statt Gelb-Rot: Urteil am grünen Tisch

Ein Fehler von Fußball-Schiedsrichter Haci Ahmet Öztas kostet den TSV Bernstadt einen Punkt. Das 2:2 in Göttingen wird mit 0:3 verloren gewertet.

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Eine mündliche Verhandlung hatte es vor dem Bezirks-Sportgericht Donau/Iller schon lange nicht mehr gegeben. Unter dem Vorsitzenden Hans-Peter Füller war das jedenfalls die Premiere. Füllers Vorgänger Kurt Sauter hatte in dieser Hinsicht drei Mal ein solch zweifelhaftes Vergnügen gehabt. Aktueller Anlass war der Einspruch des Fußball-Kreisligisten SV Göttingen gegen das 2:2 im Spitzenspiel der A/Alb-Staffel gegen den TSV Bernstadt, nachdem Bernstadt den nicht spielberechtigten Tecin Gülcü eingesetzt hatte.

Gülcü war drei Tage vor der Begegnung in Göttingen beim Bernstadter 5:1 über den FC Blaubeuren von Schiedsrichter Haci Ahmet Öztas (Göppingen) nach einer unfreundlichen Äußerung in Richtung seines Gegenspielers mit einer Roten Karte vom Platz gestellt worden. "Das war mein Fehler. Herr Gülcü hatte zuvor schon Gelb gesehen. Ich wollte eigentlich Gelb-Rot zeigen. Ich habe dann vergessen, zuerst noch einmal die Gelbe Karte zu ziehen. Bei Rot hätte ich ja den Spielerpass nach dem Spiel einziehen müssen. Das habe ich aber nicht gemacht", sagte Özbas. In den Spielbericht schrieb Özbas, dass Gülcü die Ampelkarte zu sehen bekam.

Allerdings waren bei diesem Spiel einige Akteure aus Göttingen vor Ort. Die waren dann natürlich verwundert, dass Gülcü beim 2:2 des TSV Bernstadt in Göttingen auflief und auch noch einen der beiden Treffer erzielte. Deswegen erfolgte der Göttinger Einspruch gegen das Unentschieden.

Das Sportgericht gab nach der mündlichen Verhandlung und den Aussagen mehrerer Augenzeugen (so auch ein Spieler und Schiedsrichter der SF Rammingen) wie auch Kicker des FC Blaubeuren und des TSV Bernstadt sowie vom Unparteiischen Özbas dem Einspruch statt und wertete die Partie 3:0 für Göttingen, das nun Tabellenführer ist. Gülcü war wegen seiner Roten Karte mit einer Sperre für 14 Tage belegt worden und somit in Göttingen gar nicht frei. "Ich denke, dass wir im Recht sind", meint Göttingens Abteilungsleiter Stefan Philipp.

Sein Bernstadter Amtskollege Andreas Mayer kann sich mit dem Urteil allerdings überhaupt nicht anfreunden. "Wir werden Berufung einlegen", kündigt er an. Die Frist dafür läuft am kommenden Donnerstag ab.

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