Handball-Torhüter Markus Hinkelmann beim TSV Langenau

Da dem Fußball-Bezirksligisten TSV Langenau die Torhüter ausgegangen sind, hat er sich bei den ortsansässigen HSG-Handballern bedient und Markus Hinkelmann geholt. Der löst seine Aufgabe bislang souverän.

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Handball oder Fußball? Markus Hinkelmann kann beides.  Foto: 

Torhüter gelten als seltsame Zeitgenossen. Wenn sich dann einer wie Markus Hinkelmann bei den Handballern der HSG Langenau/Elchingen (Württembergliga) und gelegentlich bei den Bezirksliga-Fußballern des TSV Langenau als lebende Zielscheibe für die gegnerischen Schützen zwischen die Pfosten stellt, wird er schnell als durchgeknallt bezeichnet. „Du musst schon ein wenig verrückt sein“, gesteht der 33-jährige Langenauer, der bei einer Spedition in der Lagerlogistik tätig ist. „Wobei die Gefahr beim Handball deutlich größer ist, einmal so getroffen zu werden, dass es weh tut.“

 Eine größere Sportverletzung hatte er sich ausgerechnet als Feldspieler bei den TSV-Kickern im August 2010 zugezogen. Nach dem Riss des Syndesmosebandes bekam er von den Handballern die rote Karte für weitere Ausflüge in die Kickerlandschaft gezeigt. Fast sieben Jahre hatte er für den TSV keine Fußballstiefel mehr geschnürt, bis nun der personelle Torhüter-Notstand beim Bezirksliga-Neuling, der am Sonntag (15 Uhr) die SSG Ulm 99 empfängt,   ausgebrochen war. Die Nummer eins Julian Rasch (Leisten- und Adduktorenprobleme) fällt schon länger aus und seine Vertretung Ralf Schleicher kassierte nach einer Notbremse beim TSV Erbach einen Platzverweis und eine Sperre.

 Kurzerhand wurden dann mit Hinkelmann und Jan Schönefeld die beiden HSG-Handball-Schlussmänner, die auch Spielerpässe bei den Fußballern haben, für die zwei TSV-Teams verpflichtet. Das Konkurrenzdenken ist bei den Athleten beider Sportarten sowieso kaum vorhanden. „Die Fußballer sind oft bei unseren Heimspielen und wenn es da einmal nach den Partien länger geht, sind sie gut dabei. Genauso ist es umgekehrt. Es sind im Laufe der Jahre viele Freundschaften entstanden“, erklärt Hinkelmann.

 Die Bilanz von „Hinkel“ aus seinen zwei Einsätzen gegen den SC Staig (3:1) und beim TSV Neu-Ulm (2:1) kann sich sehen lassen. Neu-Ulms Spielertrainer Ünal Demirkiran, früher Profi bei den Erstligisten SSV Ulm 1846 und Sivasspor (Türkei): „Er hat seine Aufgaben im Spiel bravourös gelöst. Er hat nicht den Eindruck gemacht, dass diese Position für ihn ungewohnt ist.“ Mit dieser Einschätzung liegt Demirkiran richtig. Hinkelmann hatte nämlich schon als Sechsjähriger sowohl beim Fuß- als auch beim Handball als Torwart angefangen. „Mir hat diese Position gleich Spaß gemacht“, erinnert sich der Sohn von TSV-Fußballidol Rainer Hinkelmann, einer aus der goldenen Generation, die mit dem Klub in der Landesliga gekickt hat. Markus absolvierte sogar als C-Junior mit der Bezirksauswahl einen Lehrgang beim WFV in Ruit. Doch als es zu den Aktiven ging, setzte er seine Prioritäten beim Handball. „Wir waren da in Langenau erfolgreicher“, sagt er.

 Dass die Handballer auch mit dem größeren Ball etwas anfangen können, beweisen die wieder aktivierten Duelle zwischen den HSGlern und der zweiten TSV-Mannschaft vor der Saison. Nach einem 4:4 nach 4:0-Führung 2016 gelang Hinkelmann und Co. in diesem Jahr ein 8:4-Erfolg. „Wir hatten nur 30 Prozent Ballbesitz, den Fußballern ist aber nicht viel eingefallen und wir haben sie ausgekontert“, scherzt Hinkelmann. „Du kannst im Fußball auch viel durch das Läuferische wett machen.“

 Er wird sich auch weiterhin bei einer personellen Notlage der Kicker zur Verfügung stellen. Eine dauerhafte Doppelbelastung geht aber nicht. Er will schließlich auch Zeit mit seiner Frau Heidi und dem zehnjährigen Sohn Damian, der ebenfalls beide Sportarten als Torhüter betreibt, verbringen. Wobei ihm im Bezug auf die Erziehung von Damian ein Punkt gründlich misslungen ist. Hinkelmann, selbst glühender Anhänger von Eintracht Frankfurt: „Ich wollte ihm rein schwätzen, dass er kein Fan des FC Bayern München wird. Das habe ich irgendwie verpennt.“  

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