SSV Ulm 1846 Fußball: Kritik an den Kritikern

Der SSV Ulm 1846 Fußball ist der Remiskönig der Regionalliga. Am Samstag beim SV Waldhof wäre angesichts von bis zu zehn fehlenden Spielern mit einem erneuten Unentschieden sehr zufrieden.Der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht wehrt sich gegen zu hohe Erwartungen des Umfeldes.

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Florian Krebs (hinten) plagt sich mit einer Sprunggelenksverletzung herum. Auch andere Teamkollegen sind lädiert.  Foto: 

Für die einen ist der 11. November der Start in die neue Faschingssaison. Viele Kinder feiern an diesem Tag mit einem Lampionumzug den heiligen Martin, der seinen Mantel brüderlich mit einem Bettler teilte. Und die Fußballer des SSV Ulm 1846? Sie sind am Samstag, an Martini, um 14 Uhr Gast beim  SV Waldhof Mannheim.

Eine „Punkteteilung“ wäre angesichts der neun Unentschieden, welche die Spatzen in dieser Saison schon erzielt haben, keine Überraschung. Wobei es sich mit dem „Teilen“  im Fußball anders verhält als sonst.  Für ein Remis gibt es nur ein Drittel der Maximalausbeute, der dritte Punkt wird nicht verteilt. Wer, wie der SSV 46, oft unentschieden spielt, wird bestraft. Und kommt trotz einer beeindruckenden Serie von mittlerweile elf ungeschlagenen Punktspielen in Folge in der Tabelle nicht voran.

Anders als nach dem 2:2 vor einer Woche gegen Eintracht Stadtallendorf wären die Spatzen am Samstag mit einem erneuten Remis höchstzufrieden. Das liegt zum einen an Auswärtsbilanz  gegen den SV Waldhof: Die vergangenen sechs Spiele im Carl-Benz-Stadion haben die Ulmer verloren. Das letzte Remis datiert aus der Saison 2005/06, der letzte Sieg vom 5. April 2005.

Noch mehr als die Vergangenheit macht Trainer Tobias Flitsch die momentane Personalsituation zu schaffen. Wenn’s dumm läuft, muss er am Samstag auf zehn Spieler verzichten. Vinko Sapina (Knieverletzung), Steffen Kienle (Muskelbündelriss), Michael Schindele (Oberschenkel), Alper Bagceci (krank) sowie die U-23-Akteure Lukas Glade (Schambein), Stjepan Saric (krank)  und Mustafa Özhitay (siehe Info) stehen definitiv nicht zur Verfügung. Fraglich ist zudem der Einsatz von Kapitän Florian Krebs (Sprunggelenk), Luca Graciotti (Außenbandanriss) und von Tim Göhlert, der beruflich verhindert ist, aber noch Optionen auf eine doch mögliche Teilnahme überprüft.

Dennoch geht Flitsch das Spiel beim SV Waldhof voller Zuversicht an. „13 Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage – das ist ein toller Wert. Wir haben in Mainz, Freiburg oder Elversberg schwierige Situationen bestanden. Das wollen wir auch jetzt. Wir wollen im letzten Rückrundenspiel unsere Serie unbedingt beibehalten. Wenn wir alle mit breiter Brust nach Mannheim fahren, bin ich überzeugt, dass wir was mitbringen werden“, gibt sich der Ulmer Coach kämpferisch. Und auch Lutz Siebrecht ist  stolz auf das Team. „Ich verstehe die hohe Erwartungshaltung der Öffentlichkeit, ehrlich gesagt, nicht. Mit unseren 21 Punkten bin ich sehr zufrieden. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir haben viele kleine Schritte nach vorne gemacht und das Bestmögliche herausgeholt. Aber wir sind von den Rahmenbedingungen her noch immer weit weg von den vielen Profivereinen in dieser Liga“, gibt Siebrecht zu bedenken.

Erneut auf großer Tour ist Mustafa Özhitay, Torhüter Nummer drei beim SSV Ulm 1846 Fußball. Fast 3500 Kilometer von Deutschland entfernt trat der Keeper gestern Nachmittag mit der U-21-Nationalmannschaft Aserbaidschans in Baku am Kaspischen Meer in der EM-Qualifikation gegen Deutschland an. Und musste sieben Mal hinter sich greifen. Das 0:1 fiel bereits nach 65 Sekunden, das 0:4 sogar nur 22 Sekunden nach der Pause. Am Ende siegte die DFB-Auswahl mit 7:0. Am Dienstag hofft Özhitay im nächsten Spiel gegen den Kosovo (ebenfalls in Baku) auf weniger Beschäftigung.

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Kommentare

10.11.2017 18:04 Uhr

SSV Ulm 1846 Fussball

Was erlaubt der H.Siebrecht sich eigentlich noch alles. Letzte Woche seine Aussage, das man die Zuschauer eigentlich nicht mehr benötigt, da die Sponsoren ja dafür sorgen das genügend Geld in der Kasse ist. Und heute muss man als Fan lesen, das man die treuen Zuschauer auch noch mundtot machen möchte. Die Kritik der Zuschauer kommt ja nicht von ungefähr, da die Leistungen in den Heimspielen teilweise unterirdisch waren. Die Fans können durchaus auch mit einem Unentschieden leben, wie gegen Walldorf, da man in diesem Spiel eine gute Leistung gebracht hat. Die Erwartungen die von H.Siebrecht angeprangert werden, wurden ja vor der Saison von Vereinsführung selber geschührt. Mit Worten wie: Jetzt muss der nächste Schritt kommen, oder: Man möchte besser da stehen als in der letzten Saison usw.
Lieber H.Siebrecht, ein guter Rat: Lieber mal das Hirn einschalten, bevor man vor die Presse tritt.
Denn mit Ihren Aussagen könnte man ja auch meinen, das Sie Ihre eigenen Fehler (Spielereinkäufe und Trainerentscheidung) vertuschen möchten.
M.Kutter

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