Klare Klatsche für Deutschland beim Futsal-Finale in Neu-Ulm

Deutschland muss im Endspiel des Vier-Nationen-Cups im Futsal klein beigeben. Doch nicht nur die 4:10-Pleite gegen Belgien zeigt in der Neu-Ulmer Arena, dass es hierzulande noch viel zu tun gibt.

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Voller Einsatz für die Verteidigung: Deutschlands Torhüter Pavlos Wiegels wehrt gemeinsam mit Sandro Jurado Garcia den Angriff des belgischen Nationalspielers Karim Chaibai ab.  Foto: 

Schnell abhaken und daraus lernen“, so lautete das einhellige Fazit aller DFB-Verantwortlichen nach der 4:10 (1:5)-Klatsche der deutschen Futsal-Nationalmannschaft gegen das Team aus Belgien. Wie erwartet, setzte sich der Favorit am Montagabend im Finalspiel des Vier-Nationen-Cups in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena klar durch. Bereits zur Halbzeit lag die DFB-Auswahl mit 1:5 zurück, Mitte der zweiten Hälfte sah es sogar nach einem Debakel aus. Doch nach der 7:1-Führung ließen es die Belgier locker angehen und gewährten dem Team von Bundestrainer Marcel Loosveld noch Ergebniskosmetik. Im Spiel um Platz drei besiegte die Türkei die Schweiz mit 4:2.

Für den Bundestrainer bedeuteten die beiden Partien im Rahmen dieses Turniers eine weitere Standortbestimmung auf dem Weg zur Entwicklung einer konkurrenzfähigen Mannschaft. Die Treffer für die Deutschen erzielten der zweifache Torschütze und Kapitän Timo Heinze (Futsal Panthers Köln),  Stefan Winkel (Panthers Hamburg), Timo Di Giorgio (Portus Pforzheim) und Jonas Hoffmann (Kopenhagen Futsal).

Dass die Hallenvariante des Fußballs an den vergangenen beiden Tagen auf keine allzu große Resonanz gestoßen ist, war angesichts des geringen Bekanntheitsgrades nicht unerwartet. Auch am gestrigen Finaltag blieb die Zuschauerzahl deutlich unter dem vierstelligen Bereich.

Aber der DFB scheint fest entschlossen, die Fußballnation Deutschland auch auf der Futsal-Weltkarte zu verankern. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Holländers Loosveld arbeitet der Verband daran, Futsal in Deutschland populärer zu machen. Ein hartes Stück Arbeit, wie die Partien in Neu-Ulm gegen keineswegs erstklassige Futsal-Nationen zeigten. „Wir haben in Deutschland erst wenige reine Futsaler. Das müssen mehr werden. Und das kann nur gelingen, wenn wir Ligastrukturen aufbauen. Wir brauchen Akteure, die die gesamte Saison über Futsal spielen“, fordert der DFB-Coach. Doch Futsal-Profis sucht man in Deutschland bislang vergeblich. Im aktuellen 14-Mann-Kader finden sich nur wenige Akteure, die sich einen Namen im Fußball gemacht haben. Stefan Winkel (Panthers Hamburg) ist einer, der schon für die Reservemannschaften des Hamburger SV und des FC St. Pauli spielte.

„Die Halle ist topp, die Organisation sehr gut, die Zuschauer nicht befriedigend“, lautete dann auch das Fazit von Bernd Barutta, zuständiger Abteilungsleiter in der DFB-Zentrale. Immerhin lagen die Einschaltquoten der Fernsehübertragungen an den beiden Tagen bei Sport 1 bei 210 000 Zusehern, was der DFB wohlwollend registrierte und als gute Resonanz darstellte.

Die Chancen einen weiteren Auftritt der Nationalmannschaft hier zu erleben, stehen nicht schlecht. „Die Rahmenbedingungen lassen es zu, wieder hier herzugehen“, betonte Bernd Schultz, Vorsitzender der Futsal-Kommission beim DFB. „Wir wollen in Regionen gehen, wo Futsal nicht so etabliert ist.“ Dem Verband ist freilich bewusst, dass in Sachen Futsal noch viel Zukunfts- und Überzeigungsarbeit zu leisten ist. Das hat nicht erst die 4:10-Klatsche gegen die belgische Nationalmannschaft deutlich gemacht.

7 Länderspiele hat die Futsal-Nationalmannschaft erst bestritten – das von Montag eingeschlossen. Das Team wurde erst vor rund elf Monaten vom Deutschen Fußball-Bund gegründet.

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