High-School-Jahr in USA: Tamara Würstle aus Erbach ist viel auf dem Sportplatz

Tamara Würstle vom FV Asch-Sonderbuch bringt interessante Fußball-Eindrücke aus den USA mit. Die 17-Jährige erhielt an der High School viel Unterstützung. In Nordamerika werden Talente intensiv gefördert.

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Stolze Medaillenträgerinnen: Tamara Würstle (oben, Dritte von links) integrierte sich im High-School-Team rasch.  Foto: 

Im Land der Fußball-Ikonen Abby Wambach und Hope Solo erlebt man den Sport noch mal einen Tick intensiver als in Good old Germany. Jedenfalls waren die zehneinhalb Monate der 17-jährigen Tamara Würstle in den USA prall gefüllt mit Trainingsstunden und Spielen. In der High School von Columbus einer 46000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Indiana ging das Talent vom FV Asch-Sonderbuch vom ersten Tag an fünf Mal pro Woche ins Training im Anschluss an den Unterricht. In den Vereinigten Staaten werden keine halbe Sachen gemacht, Sport wird nicht nur als ein Hobby angesehen, sondern stellt einen bedeutenden Teil im Leben eines Jugendlichen dar. Und das zeigen die Amis auch gerne: tausende Trophäen werden in den Vitrinen der Schule stolz präsentiert.

"Ich musste vor Antritt meines USA-Aufenthalts einige Formulare, Bilder und Videos verschicken als Nachweise, in welchen Vereinen und unter welchen Trainern ich bereits gespielt habe", sagt die Stürmerin. Die vielen Einheiten waren zwar anstrengend, aber die beste Art, ihre Mitschüler kennenzulernen, was auf einer mit 2500 Bankdrückern starken North High nicht so einfach ist. "Ich habe durchs Fußball ziemlich schnell Freunde gefunden und mit ihnen auch außerhalb des Trainings viel unternommen, das war einfach klasse", erzählt sie.

Auch ihre Gastschwestern, 13 und neun Jahre alt, spielen begeistert Fußball, der elfjährige Bruder Eishockey und Baseball. Die Familie kam oft in Freizeitstress, um bei allen Spielen ihrer Kinder dabei zu sein. Tamaras Ballkünste bejubelten die US-Eltern Monica und Doug gerne - von Klappstühlen aus. Außerdem war es selbstverständlich dass die schulinterne Jungsmannschaft das Mädelsteam unterstützte und umgekehrt. "Da ist man viel mehr miteinander verbunden als bei uns", beschreibt Tamara, die in ihrer Highschool-Saison 14 Tore erzielte und zehn Vorlagen gab, in der Runde für den Columbus Express Soccer Club traf sie elf Mal und gab zwölf Vorlagen.

Sie ist erst eine Woche wieder in ihrer Heimatstadt Erbach zurück, doch noch ist sie beeindruckt von der Art, wie die Amerikaner ihren Sport lieben und leben. Die Frauenfußball-WM war auf Plakaten und in der TV-Werbung allgegenwärtig. Bei uns hier ist das Interesse um die DFB-Frauen noch zurückhaltend, die späten Anpfiffzeiten sind auch ungeeignet für gemütliche Fußball-Grillpartys. Tamara schaut sich das Achtelfinale heute gegen Schweden mit Freunden an. Ihr Herz schlägt natürlich für Deutschland, das möglichst im Finale auf die USA treffen soll. Ihre eigene Fußball-Karriere soll aber vor allem mit dem Aufstieg ihres Vereins in die Landesliga Fahrt aufnehmen. "Mein Ziel ist es, möglichst hochklassig zu spielen", sagt die Teenagerin, die unter der Woche beim U-18-Sichtungslehrgang in Ruit trainiert hat. Zeit bleibt der 17-Jährigen noch genug, bis zur Hochschulreife an der Valckenburgschule in Ulm bleiben ihr drei Jahre. Dann orientiert sich das Talent neu - irgendwie am Ball bleiben, das ist klar.

Asch-Sonderbuch will hoch

Vor mindestens 500 Fans Vor dem alles entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Fußball-Landesliga morgen um 15 Uhr herrscht große Vorfreude beim FV Asch-Sonderbuch. Die Mannschaft von Trainer Jochen Jakob erwartet auf dem Platz im Greut den Zehnten der Landesliga-Saison 2014/15, FC Biegelkicker Erdmannhausen. Durch die Unterstützung von 500 bis 600 Zuschauern sollen die Frauen "getragen werden" zum Sieg, der eine Saison in der sechsthöchsten Klasse im Frauenfußball bedeuten würde. Teammanager Wolfgang Wörz erinnert daran, dass es per Antrag noch möglich wäre, in die geografisch attraktivere Staffel 2 zu wechseln.

 

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