Gefeiert bis in die Nacht

Um drei Uhr am Sonntag war die Aufstiegsfete des SSV Ulm 1846 Fußball vorbei. Da stieg ein Großteil der Mannschaft in den Flieger nach Mallorca.

|
Vorherige Inhalte
  • Vor dem Spiel erhielt Kapitän Holger Betz von WFV-Vorstandsmitglied Rolf Niggel  Meisterwimpel und Meisterschale. Hinterher feierten die Spieler auf der Tribüne ihre erfolgreiche Saison (oben). 1/2
    Vor dem Spiel erhielt Kapitän Holger Betz von WFV-Vorstandsmitglied Rolf Niggel  Meisterwimpel und Meisterschale. Hinterher feierten die Spieler auf der Tribüne ihre erfolgreiche Saison (oben). Foto: 
  • dddddd 2/2
    dddddd Foto: 
Nächste Inhalte

Am Ende war sie da, die Gänsehautatmosphäre. Als Schiedsrichter Stefan Faller das letzte Oberligaspiel dieser Saison abgepfiffen hatte und der 3:1-Heimsieg gegen den FV Ravensburg feststand, da gab es für viele aus der Saison-Rekordkulisse von 4000 Zuschauern kein Halten mehr.  Einige hundert Zuschauer strömten auf den Rasen und feierten die Spieler des SSV Ulm 1846 Fußball.

Die wiederum versuchten, ihrem Trainer Stephan Baierl eine Bierdusche zu verabreichen – was ihnen, wie vieles andere in dieser Saison, gelang.  Und als Jennifer Engels (vormals Nunes), 18 Jahre nach der Erstauflage und auf einem Koffer vor dem Spielertunnel stehend, live noch einmal jene Hymne anstimmte, die während der Profizeit des Ulmer Fußballs  ein Hit im Donaustadion war, stimmten viele mit ein:  „Forever SSV“.

Der Rückgriff auf das alte Liedgut  wirkte nach all den vorausgegangenen turbulenten Jahren wie das Versprechen auf eine bessere Zukunft. „Ich würde das alles nicht machen, wenn ich nicht wüsste, dass wir solide Leute in der Vereinsführung haben. Ich lege die Hand dafür ins Feuer, dass uns die Vergangenheit nicht mehr einholt“, sagte Baierl in den Stadionkatakomben.

Draußen feierten derweil  noch immer Spieler und Fans gemeinsam den Oberliga-Titel und den Aufstieg in die Regionalliga. Als Anpeitscher erwies sich Offensivmann Pascal Reinhardt, der auf dem Platz zwar nicht zum Einsatz gekommen war, später aber von der Tribüne aus als Vorsänger agierte. „Nie mehr Oberliga“ stimmte er an. Die Fans machten begeistert mit. In der Nacht feierten die Spieler samt Begleitung, Vorstand und Ehrenamtliche auf dem Ikea-Parkplatz ihren ganz speziellen „Sommerzauber“ , ehe sich ein Teil der Mannschaft gegen 3 Uhr in der Nacht zum Flughafen chauffieren ließ, wo der Flieger nach Mallorca wartete. Dort geht die Aufsteigerparty in den nächsten Tagen weiter.

 In der Abschlusstabelle hat der SSV 46 Fußball stolze 75 Punkte auf seinem Konto – sieben mehr als Vizemeister FC Nöttingen und gar zwölf Zähler Vorsprung auf den drittplatzierten FSV Bissingen. Beide Verfolger verloren zum Saisonabschluss, während Ulms langjähriger Rivale SSV Reutlingen mit einem 1:0 gegen Bissingen sich den Klassenerhalt sicherte. Als die Ulmer vor vier Jahren letztmals den Titel in der Oberliga gewannen, reichten 71 Zähler zur Meisterschaft aus, Damals sahen 3000 Zuschauer im Donaustadion den 2:1-Sieg im bedeutungslosen letzten Spiel gegen den FSV Hollenbach. Dieses mal waren es tausend mehr, darunter auch der neue OB Gunter Czisch. Sie sahen  im letzten Oberliga-Spiel für hoffentlich lange Zeit Treffer von Bastian Heidecker (38./Foulelfmeter), Burak Coban (67.) und Joe Colletti (90.). Eine deutliche Steigerung also in jeglicher Hinsicht.

Baierl hatte zum Saisonabschluss alle der derzeit zur Verfügung stehenden Spieler in den Kader berufen. Alle 24 Spieler sollten die tolle Stimmung im Donaustadion auskosten dürfen. Die Ersatzbank musste daher kurzerhand mit zwei Bierbänken verlängert werden.

Auf dem Platz wirbelte Burak Coban wie öfter in den letzten Begegnungen unermüdlich. Ob es an Jürgen Sundermann lag? Der frühere Trainer des VfB Stuttgart, als „Wundermann“ gefeiert beobachtete im Auftrag seines ehemaligen Vereins  den quirligen Mittelfeldspieler. Momentan ist noch alles offen“, sagt Coban, dessen Vertrag bei den Spatzen ausläuft. Eine Entscheidung, ob er in Ulm verlängert oder zum VfB wechselt, dessen zweite Mannschaft nach dem Abstieg einer der Ulmer Regionalliga-Kontrahenten in der neuen Saison wird, ist, so Coban, „noch nicht gefallen. Das wird in dieser Woche geschehen.“ Für Baierl wäre es schade und ergäbe auch nur wenig Sinn, wenn er als bald 22-Jähriger in das Nachwuchsteam des Bundesliga-Absteigers wechseln würde.

Offiziell verabschiedet wurden vom Sportvorstand des SSV 46 Fußball, Anton Gugelfuß, vor dem letzten Spiel Bastian Heidecker, Robert Henning, Stefan Hess, Joe Colletti und die beiden Ersatztorhüter Marian Fedor und Felix Körber. Auf der Wunschliste stehen sieben oder acht Neuzugänge: So sollen zwei Torhüter verpflichet werden, die neben Holger Betz, der für eine weitere Saison bleibt, die Nummer eins unter sich ausmachen.

Für die Defensive benötigt der SSV 46 Fußball ebenfalls zwei neue Spieler, möglichst Rechtsverteidiger.  Nach dem Weggang von Heidecker, mit zwölf Saisontreffern der zweitgefährlichste Schütze der Spatzen, und von Edeljoker Joe Colletti  werden zudem noch zwei durchschlagkräftige Offensivspieler gesucht. „Wir sind auf einem guten Weg“, glaubt  Baierl an einige Verpflichtungen noch im Lauf  dieser Woche.

Gugelfuß: Nicht allzu euphorisch werden

Etat abgedeckt Die Begeisterung um den SSV Ulm 1846 Fußball ist nach dem Titelgewinn und dem Aufstieg in die Regionalliga groß. Das zeigte nicht zuletzt die Rekordkulisse von 4000 Fans am Samstag im Donaustadion – eine neue Bestmarke in der diesjährigen Oberliga-Saison.  Bei aller Freude bei Fans und Umfeld ist der Vorstand darum bemüht, die Erwartungen für die kommende Runde nicht überschießen zu lassen. „Die Regionalliga ist in der nächsten Runde vermutlich so gut besetzt wie nie“, sagt Gugelfuß. Die meisten der künftigen Konkurrenten hätten einen deutlich höheren Etat als der SSV 46 Fußball. Der Aufsichtsrat der Ulmer hat nach jetzigem Stand einen Etat von 1,2 Millionen Euro genehmigt. Der ist momentan bereits durch Zusagen bisheriger und neuer Sponsoren bereits weitgehend abgedeckt. Die nächste Transferperiode läuft bis Ende August. Sollte man nach dem Saisonstart (erster Spieltag vom 5. bis 7. August) feststellen, dass sportlich noch Handlungsbedarf besteht, könne man nachjustieren.  gek

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

SSV Ulm 1846

Auf dieser Seite gibt es alle Neuigkeiten rund um den Verein SSV Ulm 1846.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoffen und Bangen vor dem Prozess gegen Mesale Tolu

Am Montag entscheidet sich, ob die Journalistin frei kommt. Die Familie ist optimistisch. Diplomaten und Prominente verfolgen die Verhandlung im Istanbuler Justizpalast. weiter lesen