Fußball-Meister: Türkspor Neu-Ulm, Kreisliga B/Iller

Der dritte Streich soll einer sein, der auch in einigen Jahren unvergessen ist: Türkspor Neu-Ulm möchte diesmal nicht als Eintagsfliege in der Kreisliga A unterwegs sein. Der Sprung dorthin gelang souverän.

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  • Meister der Kreisliga B/Iller wurde Türkspor Neu-Ulm mit (hinten v.. l.) Spielleiter Özgür Tan, Ümit Türköz, Spielertrainer Gökhan Ötzürk, Selcuk Sahin, Özgür Sahin, Hikmet Turan, Rasid Redzic, Hasib Redzic, Mertkan Cevik sowie (vorne v.l.) Betreuer Ali Baysal, Orhan Uyar, Engin Özer, Recep Cote, Salvatore Marino, Erdem Kayikci und Adem Bilgin. Foto: Lars Schwerdtfeger 1/2
    Meister der Kreisliga B/Iller wurde Türkspor Neu-Ulm mit (hinten v.. l.) Spielleiter Özgür Tan, Ümit Türköz, Spielertrainer Gökhan Ötzürk, Selcuk Sahin, Özgür Sahin, Hikmet Turan, Rasid Redzic, Hasib Redzic, Mertkan Cevik sowie (vorne v.l.) Betreuer Ali Baysal, Orhan Uyar, Engin Özer, Recep Cote, Salvatore Marino, Erdem Kayikci und Adem Bilgin. Foto: Lars Schwerdtfeger
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Diesmal war der Atem lang genug. Für die Konkurrenz viel zu lang. Am Tag der Abrechnung ließ sich Türkspor Neu-Ulm von den Verfolgern nur mit dem Fernglas einfangen: Satte zwölf Zähler trennten den Titelträger der Fußball-Kreisliga B/Iller am Ende vom Vizemeister FV Altenstadt.

Ein ähnlich komfortables Polster hatte der Klub vor Jahresfrist auf der Zielgeraden verspielt. Neun Punkte Guthaben wurden damals verspielt, es reichte letztlich nur zu Rang zwei - und die Enttäuschung im Relegationsspiel gegen den SV Pfaffenhofen (1:2) passte in diesen bedenklichen Abwärtstrend.

"Damals", sagt der Vorsitzende Zihni Özer, "hatten wir uns geschworen, unnötige Fehler nicht zu wiederholen". Viele Disziplinlosigkeiten sowie interner Zwist, der kurz vor Saisonende in einem Trainerwechsel gipfelte, bewirkten Turbulenzen, die nicht mehr zu beheben waren. In der abgelaufenen Runde konnten sich die beiden Spielertrainer Gökhan Öztürk und der im Winter aus Mähringen zurückgekehrte Mertkan Cevik auf einen verantwortungsbewussten Kader verlassen. "Es gab keine Grüppchen", weiß Schriftführer Özgür Tan.

Der türkische Verein, der 1980 gegründet wurde, versteht sich übrigens nicht als Monokultur. Der Kapitän, Salvatore Marino, ist Italiener - außerdem gehören zwei Bosnier zum Kicker-Kreis. "Nur deutsche Spieler fehlen uns noch", erzählt Zihni Özer. Ohnehin muss der 60-Mitglieder-Verein, der seine Heimspiele im Neu-Ulmer Muthenhölzle absolviert, komplett auf auswärtige Zulieferdienste bauen. Denn Jugendteams sind bei Türkspor nicht im Angebot. Deshalb tritt zum Beispiel Özers zehnjähriger Sohn beim SC Türkgücü gegen den Ball. "Wir werden im Nachwuchsbereich etwas aufbauen", kündigt der Vereins-Chef an, "aber das erfordert nun mal Zeit."

An jugendlicher Schlagkraft fehlte es freilich schon in der Meister-Saison nicht. Mit Özgür Sahin brachte einer der Grünschnäbel im ansonsten eher routinierten Kader seine Qualitäten bestens zur Geltung. 37 Treffer bejubelte der 22-Jährige, der somit über ein Drittel der insgesamt 107 Saisontore für den Meister beisteuerte.

Sahin bleibt, wie übrigens das gesamte Reservoir an Leistungsträgern. Denn mit dem Sprung in die Kreisliga A/Iller soll das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Zwischen "oben mitspielen" (Tan) und dem "Ziel Bezirksliga" (Özer) ist die Erwartungshaltung angesiedelt. Erster Neuzugang: Mahmut Uzun von Türkgücü. Weitere Akteure, auch aus der Landesliga, sollen folgen. Vornehmlich zur Stabilisierung der Abwehr.

Der Meisterwimpel, den Staffelleiter Horst Lanz vor dem 10:1-Schützenfest gegen Esperia Neu-Ulm überreichte, ist nicht der erste, der im Türkspor-Klubheim in der Industriestraße hängt. 1994 und 2006 gelang bereits der Aufstieg in die Kreisliga A - doch das waren jeweils nur Momentaufnahmen. Jetzt fühlen sich die Offiziellen besser gerüstet - auch, weil den Verein keine Schulden mehr belasten.

Den Titelgewinn gedenkt Türkspor-Chef Özer demnächst mit einem Fest zu belohnen, zu dem auch die Bevölkerung eingeladen wird. Der Klub will sich nicht abkapseln, sondern sich auch für die Deutschen öffnen. Mit insgesamt zwölf Schiedsrichtern weist der Aufsteiger eine deutlich höhere Anzahl auf als fast alle anderen Vereine im Bezirk Donau/Iller. "Seitdem wir so viele Schiedsrichter haben, ist die Zahl von Roten Karten deutlich kleiner geworden", betont Özgür Tan, der selber noch in der Landesliga pfeift.

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