Fußball-Meister: TSV Erbach kehrt in die Bezirksliga zurück

23 Jahre hat es bis zur Rückkehr des TSV Erbach in die Fußball-Bezirksliga gedauert. Die neue Zeitrechnung beim Meister der Kreisliga A/Donau dokumentiert eine große Uhr – wie beim Hamburger SV.

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Meister TSV Erbach – hinten von links: Betreuer Roland Harre, Abteilungsleiter Steffen Ilsanker, Armin Sassmann, Tobias Baumeister, Günther Hann, Matthias Brinsa, Daniel Glöggler, Marc Baumeister, Micael da Silva, Chris da Costa, Trainer Rafael da Silva, Betreuerin Daniela Geiger. Vorne von links: Robert Wozniak, Julian Scheben, Uli Näßler, Dennis Kirsch, Dominik Essl, Marco Trotta, Christian Schönleber, Markus Laub, Manuel Wegerer und Co-Trainer Guido Löffler.  Foto: 

„So etwas hat nicht jeder“. Abteilungsleiter Steffen Ilsanker ist sichtlich stolz über die ungewöhnliche Aktion auf dem Sportgelände des TSV Erbach, Titelträger der Fußball-Kreisliga A/Donau. Die Zwillinge Uli und Klaus Baumeister, bekannte TSV-Kicker aus vergangenen Zeiten, haben eine von Sponsoren finanzierte Digitaluhr aufgebaut. Nach dem Vorbild des Hamburger SV in der Bundesliga.

Enthüllt wurde die Überraschung für die Mannschaft, die von Mittwoch bis Sonntag nach Mallorca fliegt, als Staffelleiter Erhard Pilger nach dem letzten Saisonspiel (5:1 gegen den VfL Ulm) den Meisterwimpel überreichte. Seitdem ist die neue Zeitrechnung mit der Rückkehr in die Bezirksliga angebrochen. Vor 23 Jahren war der Verein aus der höchsten Spielklasse im Bezirk abgestiegen – mit dem heutigen Co-Trainer Guido Löffler.

Steffen Ilsanker und Trainer Rafael da Silva hatten nach Platz drei 2013 und dem Scheitern in der Relegation 2014 schon vor Saisonbeginn klar Stellung bezogen. „Nach der Entwicklung der Mannschaft und den Neuzugängen wollten wir endlich nach oben", sagt Ilsanker. Angesichts der Verstärkungen – Torwart Dennis Kirsch (vom FV Biberach), Torjäger Daniel Glöggler (SV Thalfingen), Marco Trotta (SV Mähringen) und Armin Sassmann (FV Gerlenhofen) – stiegen auch die Erwartungen im Umfeld des Klubs.

Ab dem sechsten Spieltag grüßte Erbach von der Spitze. Bereits in der viertletzten Runde wurden beim 6:1 gegen den TSV Einsingen die letzten Zweifel am Titel ausgeräumt. Danach ging im Sportheim die Post bis morgens um sechs ab. Und zum Saisonabschluss wurde der Trainer mit einem Trike und die Mannschaft auf einem Anhänger hinter einem Traktor im Triumphzug durch die Stadt chauffiert. Zudem wartet noch ein Sektempfang von Bürgermeister Achim Gaus auf die Meisterkicker.

„Die Mannschaft hat eine sehr hohe Qualität. Wichtig war es, die guten Spieler zu einer Einheit zu formen“, betont da Silva. „Die Niederlage in der Relegation 2014 gegen Türkspor Neu-Ulm hat uns alle noch einmal gepuscht."

Futterneid gab’s nie im Kader. Bestes Beispiel ist Armin Sassmann, der mit der Erwartung als Stammkraft nach Erbach gekommen war. „Er war oft Auswechselspieler – aber stets der Erste, der sich eine Trommel zum Anfeuern besorgt hat. Er hat das ganze Team bei Laune gehalten", lobt Ilsanker. Der Abteilungsleiter selbst hatte angesichts von neun Punkten Vorsprung nach der Vorrunde das Passwort im DFB.net auf „Bezirksliga 2015“ abgeändert. Letztlich ging der Meister mit 17 Zählern Vorsprung vor dem FC Burlafingen durchs Ziel – ein deutlicher Qualitätsbeweis. Auf die tragenden Säulen wie Schlussmann Kirsch, Innenverteidiger Tobias Baumeister, dessen Cousin und Kapitän Marc Baumeister, Spielgestalter Micael da Silva und Stürmer Daniel Glöggler war immer Verlass. „Wir haben 15 gleichwertige Spieler, die bezirksligatauglich sind", behauptet da Silva.

Deswegen herrscht auch Zuversicht, dass die Bezirksliga-Uhr nicht schon nach einer Saison wieder abgestellt werden muss. Da Silva: „Die Mannschaft muss erst wieder lernen zu verlieren und wird auch Lehrgeld zahlen. Wir haben die Qualität für einen Mittelfeldplatz.“

Mit Stürmer Mario Wasner (FV Schelklingen-Hausen) der erste Neuzugang fest. Gehen werden Armin Sassmann (zum SC Vöhringen) und Patryk Brachmann (Co-Trainer von Andreas Krassmann beim FV Senden II).

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