FC Burlafingen: Frisch und frei in die Bezirksliga

Der Fluch des ewigen Zweiten ist besiegt: Zum 70-jährigen Klubbestehen holten die Fußballer des FC Burlafingen den Titel in der Kreisliga A Staffel Donau.

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Feuchtfröhliches Meisterporträt: der FC Burlafingen, die Nummer eins in der Kreisliga A Staffel Donau.  Foto: 

 Die Bilanz der vorausgegangenen sechs Spielzeiten des FC Burlafingen in der Fußball-Kreisliga A/Donau spricht Bände: Zweiter, Zweiter, Zweiter, Sechster, Fünfter, Zweiter – so lauteten die Endplatzierungen in den Jahren 2010 bis 2015. „Wir sind als Zweiter jeweils in der Relegation dann gescheitert. Da kann man schon von Vizekusen sprechen“, gestand auch Innenverteidiger Andreas Straub, neben Simeon Fahrner der einzige Akteur aus dem aktuellen Kader, der schon bei dem Abstieg aus der Bezirksliga 2007 das grüne FCB-Trikot getragen hatte. Im Bezirk wurde Burlafingen mit dem Bundesliga-Klub Bayer Leverkusen verglichen. Die Kicker vom Rhein hatten wegen des mehrfach vergeigten Titels  bekanntlich die Bezeichnung „Vizekusen“ verpasst bekommen.

 Doch anders als die Werkself konnten die Burlafinger ihre jahrelange Jagd nach dem großen Wurf nun endlich erfolgreich abschließen. „Die Mannschaft war gegenüber der Vorsaison komplett zusammengeblieben. Wir hatten uns alle geschworen, dass wir es endlich packen wollten. Jeder Spieler hat noch eine Schippe draufgepackt“, so jubelte Abteilungsleiter Hans-Joachim Hochsteiner, der mit seinem Stellvertreter Hans Langmaier für die optimalen Rahmenbedingungen im Neu-Ulmer Stadtteil sorgt.

Die zwei Rasenspielfelder und ein kleiner Kunstrasenplatz wurden wegen ihrem vorbildlichen Zustand bereits mit den Plätzen im Tennis-Mekka in Wimbledon vor dem ersten Aufschlag verglichen. Nicht von ungefähr tummeln sich bei den Trainingseinheiten weit über 30 Spieler für die beiden Mannschaften. Die Reserve erstürmte ebenfalls den Meisterwimpel.  Immerhin 20 Akteure zählen zum Kader der ersten Garnitur. Erfolgstrainer Sebastiano Pirrello, der bereits für seine vierte Saison zugesagt hat, konnte aus einem beinahe konkurrenzlosen Reservoir für diese Spielklasse schöpfen. „Wir hatten aber auch wenig Verletzungen, und die Trainingsbeteiligung war groß. Pirrello hat es verstanden, die jungen und alten Spieler zu einer Einheit zusammen zu schweißen“, lobte Hochsteiner.

Bis auf die Stimmungskanonen Marco Guglielmo und Simeon Fahrner, der aber schon seit zehn Jahren beim FCB spielt, sowie Tobias Höhne, Vedran Dencic und Winterpausen-Neuzugang Daniel Krumm (vom TSV Neu-Ulm) wohnen alle anderen Akteure entweder in Burlafingen wohnen oder sie haben zumindest ihre ersten fußballerischen Gehversuchen in der Juniorenabteilung des Vereins absolviert. „Das ist eine verschworene Gemeinschaft“, merkte Hochsteiner an. Krumm wurde sogar noch mit 24 Treffern Torschützenkönig der Liga.

 Ab dem zweiten Spieltag hatten Pirrello und Co. den Platz an der Sonne genießen können.  Saisonübergreifend war die Mannschaft in 37 Partien ungeschlagen. Bis zu acht Punkte betrug der Vorsprung auf den Verfolger TSV Holzheim. Doch nach einer Durststrecke im April mit nur einem Zähler aus drei Spielen schien der sicher geglaubte Titel noch einmal in Gefahr zu geraten. Holzheim war drei Spieltage vor dem Saisonende plötzlich wieder punktgleich. „Da wurde es mir schon etwas mulmig“, so gestand Hochsteiner.

Doch im Schlussspurt mit drei Erfolgen gaben sich die Burlafinger keine Blöße mehr. Nach dem Happy End zum Saison-Halali beim VfL Ulm brachen dann alle Dämme auf der Meisterparty. Auch Klubvorstand Erich Niebling, der wie der Verein selbst in diesem Jahr die 70 voll gemacht hat, ließ sich die Feierlichkeiten nicht entgehen. Die letzten „Festhupen“ waren noch 24 Stunden später unterwegs. Eine Abschlussfahrt an die „längste Theke der Welt“ nach Düsseldorf dient dann als Einstimmung auf die neue Herausforderung eine Etage höher.

 Die Burlafinger Kicker scheinen jedenfalls kein Fracksausen vor der Bezirksliga zu haben. Mit bislang unverändertem Kader soll das Unternehmen Klassenerhalt angegangen werden. Hochsteiner: „Es wird dort zwar ein anderer Wind wehen. Wir haben aber das Zeug zu bestehen. Wenn wir die nächsten zwei Spielzeiten in der Liga bleiben, dann können wir uns dort auch etablieren.“ In zwei Jahren rückt nämlich eine Ansammlung von hochtalentierten Spielern, die derzeit in der B-Junioren-Bezirksstaffel Spitzenreiter sind, hoch zu den Aufsteigern.

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