Spatzen: Dauerbrenner Holger Betz bleibt die Nummer eins

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Torhüter Holger Betz (rechts) hatte bei seinen bisherigen elf Einsätzen eine deutlich bessere Bilanz als sein Kollege Kevin Birk. Allerdings kassierte er hier in Offenbach drei Gegentore.  Foto: 

Die lange Pause hat ein Ende. 79 Tage nach dem 1:0-Sieg Anfang Dezember bei Mitaufsteiger FC Nöttingen geht es für Regionalligist SSV Ulm 1846 Fußball  am Sonntag, 14 Uhr bei Eintracht Trier erstmals wieder um Regionalliga-Punkte.

Kevin Birks letzter Auftritt für die Spatzen liegt wesentlich länger zurück. Der gebürtige Bonner, der in der Jugend von Borussia Mönchengladbach einst zusammen mit Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) trainierte und der zu Saisonbeginn vom Nord-Regionalligisten BSV SW Rheden gekommen war, um die Nachfolge der Ulmer Torhüterlegende Holger Betz anzutreten, stand letztmals am 30. September 2016 bei der 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Steinbach im Kasten. Seitdem verhinderte eine Schulterverletzung weitere Einsätze.

Am Sonntag hoffte der 25-Jährige, der mittlerweile wieder beschwerdefrei ist und die komplette Vorbereitung mitgemacht hat,  nach 142 Tagen erstmals wieder mit den Spatzen um Punkte spielen zu dürfen. Doch dieses Vorhaben durchkreuzte nun Stephan Baierl. Der Trainer, der sich vor dem ersten Spieltag auf Birk als Nummer eins festgelegt hatte, entschied nun vor dem ersten Punktspiel im Jahr 2017 anders. „Die Nummer eins ist momentan Holger Betz“, sagt der Coach des SSV 46 Fußball.

Für die Entscheidung gibt es nachvollziehbare Gründe. In den ersten elf Saisonspielen kassierten die Spatzen mit Birk 18 Gegentreffer  und holten 13 Punkte. In den elf Punktspielen mit Betz holten die Ulmer 23 Zähler bei nur neun Gegentoren. Es waren zwar unterschiedliche Saisonphasen, die die Torhüter nicht gänzlich beeinflussen können. Dennoch lügen diese Zahlen nicht.

Zudem dirigiert der Routinier, der seit 1993 das Vereinstrikot des SSV 46 trägt, seine Abwehr lautstark und ist mit all seiner Routine eine Führungsfigur.  Im Vergleich dazu ist Birk auf dem Platz deutlich zurückhaltender.

„Die Mannschaft funktioniert nur mit einem stabilen Konstrukt, sie braucht diesen sicheren Rückhalt“, begründete der Coach am Donnerstag seine Entscheidung pro Betz. Sie habe nichts mit der 1:7-Niederlage bei der Generalprobe gegen den FC Augsburg II zu tun, als Birk sechs Gegentreffer in der ersten Halbzeit kassierte. Entscheidend waren die Eindrücke der gesamten Vorbereitung. Und die sprachen letztlich für Betz.

Dessen Vertrag als Spieler läuft im Sommer aus. „Holger ist ein enorm wichtiger Teil des Vereins und muss es immer bleiben. Ihn dürfen wir nicht verlieren“, sagt Spielleiter Lutz Siebrecht. Ob Betz eine weitere Saison als Torhüter bleibt, sei ganz allein seine Entscheidung. „Ich würde es sehr begrüßen“, so der Spielleiter. Schließlich schütze Alter vor Leistung nicht. Betz käme aber auch als Torwart- oder Athletiktrainer oder für den administrativen Bereich in Frage. „Er kann es sich aussuchen.“

Kevin Birks Vertrag bei den Spatzen läuft bis Sommer 2018. Er hat die Entscheidung, die Baierl im Einvernehmen mit Torhütertrainer Guido Zawichowsky getroffen hat, gefasst aufgenommen. Trotz seiner Enttäuschung erwarten die Ulmer, dass er sich nun so verhält, wie es Betz zu Saisonbeginn getan hat: Im Training sich voll hineinhängen und zur Stelle sein, wenn man gebraucht werde. „Wir sind froh, dass wir zwei gute Torhüter haben. Mit beiden fühlen wir uns sehr gut aufgestellt“, betont Siebrecht.

In den ersten fünf Wochen der Vorbereitung konnten die Fußballer des SSV Ulm 1846 nur auf Kunstrasen trainieren, und auch alle sieben Testspiele fanden auf diesem Untergrund statt. Erst seit Dienstag sind die Spatzen auf natürlichem Untergrund unterwegs. Eintracht Trier, das am Sonntag (14 Uhr) die Ulmer erwartet, konnte sich besser an den Rasen gewöhnen. Der Tabellenvorletzte hat bereits zwei Punktspiele bestritten (2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern II, 1:0 am Mittwoch beim FC Homburg) und ist damit im Vorteil. „Wir erwarten einen tiefen Boden. Laufbereitschaft und Kampf werden wichtiger sein als die spielerischen Mittel“, glaubt Trainer Baierl. gek

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