Ersatztorhüter des SSV Ulm 1846 Fußball garantiert den 2:1-Sieg in Koblenz

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Mustafa Özhitay kriegt einen Drücker von Spatzen-Teamkamerad Antonio Pangallo. Bei seinem Debüt in Koblenz zeigte der 21-jährige Keeper einige Glanzparaden.  Foto: 

Zu mehr als dem Platz auf der Ersatzbank hatte es in den bisherigen 31 Saisonspielen nicht gereicht. Nach einem Fingerbruch von Torhüter Kevin Birk war er immerhin zur Nummer zwei im Tor des Fußball-Regionalligisten SSV Ulm 1846 aufgestiegen. Da nun Stammkeeper Holger Betz wegen der Erstkommunion seiner Tochter am vergangenen Sonntag fürs Auswärtsspiel in Koblenz um eine Freistellung gebeten hatte, stand Mustafa Özhitay unverhofft im Tor des Regionalligateams vom SSV 46.

Und der 21-Jährige präsentierte sich bei seinem Debüt gleich als Meister seines Faches und machte seine Sache gut. Trotz des ersten Pflichtspiels agierte der Youngster unaufgeregt. Mit mehreren Paraden und schnellen Reflexen sorgte auch er dafür, dass die Spatzen mit 2:1 (1:0) gewannen. Auch in der Stunde seines bislang  größten Triumphs wollte Özhitay nur seine Taten sprechen lassen. Dabei hätte er so viel zu erzählen gehabt nach dem Auswärtserfolg beim TuS Koblenz, mit dem die Spatzen vier Spieltage vor Schluss definitiv den Klassenerhalt gesichert haben. Ein paar Mal packte er einen Weltklasse-Reflex aus und bewahrte sein Team so vor einem frühen Gegentor. Seine Topleistung kommentierte er bescheiden: „Ich habe einfach versucht, so viele Bälle wie möglich zu halten. Das ist mir glaube ich ganz gut gelungen“, sagte der Keeper. „Der Junge ist auf der Linie eine Granate“, schwärmte Torschütze Alper Bagceci, der nach der Ulmer Führung durch Christian Sauter (8.) und dem Ausgleich (81.) der Gastgeber mit seinem zweiten Saisontreffer (84.) alles klar machte.

Özhitay – vom Bankdrücker zum Punktegaranten. Erst vor wenigen Wochen hatte der Türke, der demnächst auch einen deutschen Pass erhalten soll, aber auch in Aserbaidschan Wurzeln hat, für die die dortige U-21-Nationalmannschaft eine Nominierung erhalten. Er war deshalb ins Land am Kaspischen Meer gereist, ohne aber im Spiel gegen die Türkei zum Einsatz zu kommen. Für den in der SSV-Jugend ausgebildeten Torhüter sind die Rollen im SSV 46 klar verteilt, mit seiner Position als Betz-Ersatz kann der 21-Jährige gut leben. „Für mich stellt sich das Thema gar nicht. Ich will der Mannschaft helfen. Die Rollen sind klar, wenn Holger zurück ist. Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft und freue mich über jedes Spiel, in dem der Trainer mich aufstellt“, erklärte Özhitay, der es bislang auf zehn Einsätze im Bezirksligateam gebracht hat.

Stephan Baierl lobt seinen Torwart in höchsten Tönen. „Für ein Debüt hat er eine sehr, sehr souveräne Leistung gezeigt. Er besitzt großes Talent und ist unglaublich ehrgeizig. In jedem Training gibt er Vollgas“, sagt Baierl, der den Torhüter auch in der kommenden Saison „gerne im Kader hätte“. Özhitays Vertrag läuft am Saisonende aus. Lutz Siebrecht, der große Stücke auf ihn hält, bestätigte: „Wir sind interessiert seinen Vertrag zu verlängern“, sagt der sportliche Leiter, der  gleichzeitig Gerüchten widersprach, dass der SSV 46 seine Bezirksligamannschaft auflösen wolle. Und was sagt der dieser Tage so Hochgelobte selbst? „Ich bin jetzt nicht euphorisch und war davor auch nicht niedergeschlagen. Ich bin froh, dass es zuletzt gut geklappt hat.“ Jubelarien sind seine Sache nicht. Mit der herausragenden Leistung in Koblenz hat der Keeper aber Eindruck hinterlassen.

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