Auch der Wildschweinrotte getrotzt

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Der Abteilungsleiter: Manuel Merkle. Foto: Volkmar Könneke  Foto: 

Beim Fußball-Kreisligisten SGM Dietenheim/Regglisweiler, dem Tabellenzweiten in der Illerstaffel der Kreisliga B herrscht neue Aufbruchstimmung.

„Unser Weg scheint Früchte zu tragen. Du siehst das Licht am Ende des Tunnels“, sagt Abteilungsleiter Manuel Merkle. „Wir wollen oben mitmischen. Der Aufstieg ist aber kein Muss.“ So oder so: Den sportlichen Aufschwung soll jedenfalls auch eine Rotte Wildschweine, die vor zehn Tagen erstmals die obere Grasnarbe der nördlichen Spielhälfte am Hauptsportplatz in Regglisweiler zum Teil abgetragen hat, nicht stoppen. Die Kicker selbst legten dann Hand an und setzten Grasflecken wieder ein. „Wir müssen nun allerdings noch warten, bis und ob die Rasenstücke wieder festgewachsen sind“, sagt Manuel Merkle.

 Eigentlich sind die beiden Sportgelände der 2013 gegründeten Spielgemeinschaft zwischen dem TSV Dietenheim und dem damals finanziell in die Bredouille gekommenen Landesligisten TSV Regglisweiler Segen und Fluch zugleich. „Solange noch zwei Anlagen vorhanden sind, hinkt die Identifizierung für die gemeinsame Sache noch etwas hinterher“, betont der Dietenheimer Merkle. Nach dem Malheur mit den Wildschweinen besteht aber morgen (14.30 Uhr) gegen den SV Esperia Italia Neu-Ulm die Ausweichmöglichkeit mit der Austragung in Dietenheim. Bislang wurden die Heimspiele wechselweise in Regglisweiler und Dietenheim absolviert.

 Dabei war der fußballerische Zusammenschluss damals trotzdem unumgänglich. In Regglisweiler hatten nach dem Bankrott die Legionäre das gesunkene Schiff scharenweise verlassen, und Dietenheim pfiff personell auch schon auf dem letzten Loch. „Wir haben in Dietenheim auf die eigenen Spieler gesetzt. Wenn dann über Jahre nichts aus dem Nachwuchsbereich nachkommt, blutest du bei den Aktiven aus“, erinnert sich Merkle. Trotzdem folgte im zweiten Jahr der SGM der Sturz in die Kreisliga B. „Die Mannschaft war zu unerfahren“, meint Merkle.  Mit dem Wieder-Einstieg von Spielleiter Franz Frajhaut, der bereits früher erfolgreich in dieser Funktion war und seit März dieses Jahres wieder als Macher am Ball ist, wurde eine neue Zeitrechnung eingeläutet. Er knüpfte die Kontakte zu Ex-Jugendspielern wie Marcus Metzinger (ASV Fellheim) und Alexander Huth (SpVgg Au).

Auch ein Syrer im Team

Mit den Routiniers und dem syrischen Flüchtling Bahaa Al Smadi hat der Kader an Qualität dazugewonnen. Zudem schnürt der SGM-Kultkicker Gabor Juhasz (48 Jahre) immer noch die Fußballschuhe. „Wir haben fast nur noch Eigengewächse im Kader“, sagt der selbstständige Steuerberater Merkle. „Es macht den Sport kaputt, wenn du nur Spieler einkaufst. Wenn ich einmal Akteuren Geld bezahlen muss, damit sie zum Training und Spiel kommen, dann höre ich sofort auf. Wenn jeder Verein eine gesunde Basis- und Jugendarbeit betreiben würde, gäbe es das Problem überhaupt nicht.“ Detlef Groninger

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