Sieben sind heiß auf den Pokal
Sieben Mannschaften aus dem Fußball-Bezirk Donau/Iller sind in der ersten württembergischen Pokalrunde vertreten. Den Auftakt bestreiten heute die SpVgg Au und das zweite Team des SSV Ulm 1846.
Die Schüler aus Baden-Württemberg und Bayern freuen sich auf die Sommerferien. Für sieben Mannschaften aus dem Fußball-Bezirk hingegen beginnt an diesem Wochenende bereits wieder der Ernst der Fußball-Saison 2010/11. Für den SSV Ulm 1846 (Regionalliga), den FV Illertissen (Oberliga), die Landesligisten SpVgg Au, TSV Regglisweiler und SSV 46 II, Bezirksligist FC Neenstetten und A-Kreisligist FV Schnürpflingen stehen von heute bis Sonntag die Erstrunden-Spiele des württembergischen Fußball-Pokals auf dem Programm.
Der SSV Ulm 1846 ist am Sonntag Gast bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Heidenheim (Verbandsliga). "Wir sind heiß auf den Pokal, egal wer beim Gegner auf dem Platz steht", sagt Spatzen-Trainer Ralf Becker. Er geht davon aus, dass die Gastgeber mit einigen Spielern aus dem Drittliga-Kader, die morgen im Punktspiel gegen den VfB Stuttgart II nicht zum Zuge kommen, eingesetzt werden. "Aber das ist legitim, wir verfahren mitunter ja ähnlich", nimmt SSV-Manager Markus Lösch die Brisanz aus der Begegnung.
Der SSV 46 muss weiterhin ohne Torhüter Holger Betz auskommen, der nach seiner Knieverletzung bis gestern noch nicht wieder trainiert hat. Für ihn bleibt Benjamin Gralla im Kasten. "Er hat durch leichte Unkonzentriertheiten den eigentlich guten Eindruck in der Vorbereitung kaputt gemacht", nimmt ihn Becker in die Pflicht. Leicht angeschlagen ist Linksverteidiger Timo Trefzger (muskuläre Probleme). Dafür ist Antonio Pangallo wieder fit und wird vermutlich gleich in die Startformation rücken. Ex-Spatz Ünal Demirkiran gehört seit dieser Saison in Heidenheim nur noch der zweiten Mannschaft an.
Die Oberliga-Mannschaft des FV Illertissen, die mit einer kombinierten Mannschaft die Bundesliga-A-Junioren des SSV 46 4:0 (1:0) besiegte, muss ebenfalls auf die Ostalb zu einem Verbandsligisten. Auch die Illertisser bekommen es mit der zweiten Mannschaft eines Drittligisten zu tun. Der VfR Aalen II wird für das Team von Trainer Karl-Heinz Bachthaler zu einer echten Herausforderung. Dabei sinnen die Illertisser auf Revanche: Am 26 Mai hatten sie das Pokalfinale im Ulmer Donaustadion gegen Drittliga-Aufsteiger VfR Aalen mit 1:4 verloren.
Beim eigenen Turnier hatte es am Sonntag ein 4:3 gegen Aalen II gegeben. Das ist natürlich noch lange kein Garant für das Erreichen der Runde zwei. Personell siehts beim FVI nicht rosig aus. Obwohl sich die Schulterverletzung von Bastian Heidecker, der wieder mit leichtem Training begonnen hat, als nicht so schwerwiegend herausgestellt hat. Auf jeden Fall fehlen die lädierten Offensivspieler Steffen Kuhn und Christian Sameisla, wohl auch Thorsten Rinke und Gerold Skowranek (Muskelverhärtung).
Bereits am heutigen Freitag sind die beiden Landesligisten Au und SSV Ulm 1846 II gefordert. Die SpVgg Au, früher schon einmal Pokalschreck für den damaligen Drittligaklub Stuttgarter Kickers, empfängt den Oberligisten Normannia Gmünd. Heute wie damals auf dem Feld dabei ist nur noch Silvio Mikic. Bis gestern fehlte noch die Spielgenehmigung für Neuzugang Thomas Schubert. Ansonsten kann Trainer Armin Bolkart aus dem Vollen schöpfen. Bolkart: "Vielleicht gelingt uns eine Überraschung."
Der SSV Ulm 1846 II muss beim Ligakontrahenten SV Ebersbach/Fils antreten. "Das Spiel gehört für uns zur Saisonvorbereitung. Wir wollen aber weiterkommen", meint SSV II-Trainer Oliver Unsöld. Verteidiger Waldemar Schaab ist beruflich verhindert. Im Tor wird bei den Ulmern Alen Arnautovic, der neu verpflichtete dritte Torhüter des Regionalligakaders, stehen. Neuer Assistent von Oliver Unsöld ist übrigens Heiko Lepadusch, zuletzt Trainer beim Kreisliga B/Iller-Klub FV Altenstadt.
Landesligaaufsteiger TSV Regglisweiler erwartet zum ligainternen Duell die TSVgg Plattenhardt. Torwartkandidat Marian Fedor hat abgesagt und spielt künftig für den Landesligisten SV Baltringen. Im gestrigen Testspiel beim FV Illertissen stand Torwarttrainer Joachim Hocke zwischen den Pfosten. Dem Duell mit Plattenhardt sieht Regglisweilers Trainer Peter Reder mit gemischten Gefühlen entgegen. "Es muss nach unseren letzten Testpartien noch einen Riesenleistungsschub geben", fordert er.
Ein Traumlos ist es nicht, denn insgeheim hoffte Bezirks-Pokalsieger FC Neenstetten auf den 1. FC Heidenheim. Stattdessen gehts nun gegen Landesliga-Aufsteiger TSV Deizisau. "So haben wir eine realistische Chance das Spiel zu gewinnen", sagt Neenstettens Trainer Werner Stutzmann. "Die Jungs präsentieren sich gut", ist der 58-Jährige mit der Saisonvorbereitung zufrieden. Bis auf Urlauber Taner Celik kann Stutzmann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Mit Ferit Pireci (FC Blaubeuren) und Julian Krach (TSV Bernstadt) sind zwei Neuzugänge dabei. Den TSV Deizisau, der mit 70 Punkten souverän die Meisterschaft in der Bezirksliga Neckar/Fils gewonnen hat, vergleicht Stutzmann "mit der Spielstärke von Regglisweiler". Gutes Omen: Den Bezirksliga-Meister hat der SV Neenstetten im Halbfinale des Bezirkspokals eliminiert.
"Die große Nummer ist es nicht", reagierte Trainer Wilfried Amann auf das Pokal-Los, das dem FV Schnürpflingen Landesliga-Aufsteiger SV Hoffeld als Gegner bescherte. Immerhin darf sich der unterlegene Bezirkspokal-Finalist am Samstag auf ein Heimspiel freuen. Die Teilnahme eines Kreisliga-A-Teams am Verbandspokal kommt auch nicht so häufig vor. Spekulationen in Richtung nächste Runde, in der mit dem Sieger aus TSV Essingen/RSK Esslingen der nächste Landesliga-Klub seine Visitenkarte in den Holzstöcken abgeben würde, macht man in Schnürpflingen nicht. "Wir lassen alles auf uns zukommen." Auf Benni Strobel muss Amann verzichten, ansonsten stehen dem Coach alle Spieler zur Verfügung. Unter der Woche verloren die Schnürpflinger ihr Testspiel gegen den Bezirksligisten Olympia Laupheim II 0:3. Allerdings hatten die Laupheimer einige Verbandsliga-Spieler eingesetzt. "Die Vorbereitung war bislang durchwachsen", so Amann. gek/jb/wfv
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30.07.2010
Spatzen-Torhüter Benjamin Gralla wird in der 1. WFV-Pokalrunde den verletzten Kollegen Holger Betz in Heidenheim vertreten. Foto: Oliver Schulz
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