Straßenbau
: Mühringen muss noch einmal die Zähne zusammenbeißen

Der Ausbau der Mühringer Ortsdurchfahrt L395 geht dem Ende zu. Derzeit müssen die Verkehrsteilnehmer aber noch Einschränkungen hinnehmen.
Von
Philipp Eichert
Mühringen

Auch Kabel müssen in Mühringen noch verlegt werden.

Nicht gesetzt

Nur wenn es jetzt nicht sonderlich regnet, kann bis Mitte Mai mit der Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme gerechnet werden. Dann haben Mühringer Bürger wieder uneingeschränkte Fahrt auf allen Ortsstraßen.

Es keimt schon Unmut in der Bevölkerung, auch wenn Projektleiter Rainer Gumz vom Regierungspräsidium Karlsruhe und alle Mitarbeiter der ausführenden Firma Reiff sich große Mühe geben, den Wünschen der Anlieger gerecht zu werden. Ortsvorsteherin Monika Fuhl bittet um Nachsicht und Verständnis: „Es tut mir sehr leid, das manche Informationen nicht schnell genug weitergegeben werden konnten. Manche Anwohner waren daher sehr erbost und ungehalten. Ich denke aber, wir sind nun im Endspurt und haben sehr bald eine tolle Ortsdurchfahrt, die Mühringen aufwertet.“ Sie bittet, nicht gleich loszuschimpfen, sondern sich bei Problemen unter der Telefonnummer 01520/8540053 bei ihr zu melden.

Ausstehende Baumaßnahmen

Der Ausbau der L395 erstreckt sich von der Kreuzung mit der L360 im Eyachtal bis auf die Höhen vor dem Nordstetter Sportplatz. Die Fahrbahndeckenerneuerung ab Ortsende Mühringen bis Sportplatz Nordstetten war bereits letztes Jahr erledigt. Jetzt konzentrieren sich die Arbeiten auf das Herzstück der großen Maßnahme: die obere Ortsdurchfahrt von Mühringen ab dem Feuerwehrmagazin bis unterhalb des DRK-Heims und weiter durch die Graf-Gerold-Straße bis hin zur Kreuzung mit der L 360 im Eyachtal beim Autohaus Schimmler.

Einher geht damit die Spurenbeseitigung, welche bei der Verlegung der Leer-Rohre für das Glasfaser-Kabel entstanden ist. Natürlich gab es Überraschungen beim Ausbau, etwa die Gestaltung der Einfahrt „Am Tambur“ und andere Straßeneinmündungen. Auch wurde mehr Beton zur Hangsicherung verbraucht und die eine oder andere nicht vorgesehene Stützmauer dürften die Kosten in die Höhe geschraubt haben.

Der Ausbau der Fahrbahnbreite auf sechs Meter ermöglicht einen sicheren Begegnungsverkehr zwischen Autos und Lastwagen. Für den Fußgängerverkehr ist zukünftig talseitig ein durchgehender Gehweg vorhanden. Der Gehweg wird etwas teurer, weil selbst die freitragenden Bereiche die gleiche Nutzlast wie die übrige Straße aushalten müssen: 60 Tonnen. Diese vorgeschriebene Nutzlast macht die Sache mitunter spannend: Im unteren Bereich des Ausbaus beim alten Kindergarten werden zur Hang- und Straßensicherung Betonfertigteile mit bis zu vier Metern Höhe verwendet. Dieses Verfahren wurde erst einmal im Schwarzwald angewandt.

Doch vor der Glückseligkeit ist zunächst die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt nötig. Anwohner und Besucher können die Sperrtafeln wie bei der ersten Vollsperrung passieren. Feuerwehr und Notarzt können im Notfall immer durchfahren. Die Sperrung ist bis 23. April geplant; Regen kann die nachfolgend aufgeführten Termine tageweise verschieben.

Obacht außerdem: Frisch aufgebrachter Kleber kann etwa drei Stunden nicht begangen werden. Wer es trotzdem tut, ruiniert seine Schuhe und möglicherweise den heimischen Fußboden. Die Bio-Tonne muss für die Abfuhr am Mittwoch, 11. April, bereits am heutigen Dienstagabend bereitgestellt werden, da die Abfuhr am Mittwoch sehr früh beginnt.

Sperrungen und Umleitungen

Bedingt können die Ortsstraßen erreicht werden: Vom Mittwoch, 11. April, bis Donnerstag, 12. April, wird ab der Einmündung Wiesenstetter Straße bis zum Tambor hoch ganztägig die Straße gesperrt. Deshalb sollten Anlieger aus dem Bereich Neue Straße und Graf-Gerold-Straße ihre Autos außerhalb dieses Abschnitts parken. Anlieger am Tambor können über die Frundeckstraße an- und abfahren. Anwohner der Geniestraße und der Buchhalde können Mühringen über die Wiesenstetter Straße anfahren und verlassen. Über die Oberdorfstraße können die Schloßstraße, die Spielstraße, der Schloßgartenweg und die Burgstraße befahren werden. So ist auch der Getränkehandel Heinrichs zu erreichen.

Das Teilstück von der Einmündung Am Tambor bis Spitzkehre unterhalb des Café Amerika soll je nach Wetterlage am Freitag von 7 bis 24 Uhr voll gesperrt werden. In dieser Zeit kann die Oberdorfstraße nur über die Schloßstraße und Graf-Gerold-Straße angefahren werden. Gleichzeitig wird es ab 16 Uhr etwas schwieriger, denn es erfolgt erstmals eine halbseitige Sperrung ab der Einmündung der Wiesenstetter Straße bis zur Kreuzung Eyach-Bad Imnau. Nach dem letzten Bus, also ab 19.30 Uhr erfolgt die Vollsperrung dieses Teilstückes. Anwohner der Geniestraße (inklusive der Schnapsbrennerei Merz9 und der Buchaldenstraße) können Mühringen wieder über die Wiesenstetter Straße anfahren und verlassen. Die Anwohner der Graf-Gerold-Straße zwischen der Einmündung des Schloßgartenwegs bis zur Wiesenstetter Straße sollen Mühringen über die Oberdorfstraße anfahren und verlassen.

Allgemein gilt: Ab der Wiesenstetter Straße bis zur Kreuzung Eyach-Bad Imnau sollten alle Autos im Kegelgässle abgestellt werden, es ist kein Durchkommen in dieser Zeit möglich. Auch sämtliche Anwohner der Seitenstraßen sollten ihr Fahrzeug im Kegelgässle parken. Geschäfte, Friseure und die Gaststätte Lamm können nur zu Fuß erreicht werden. OV Fuhl gesteht ein, dass alles etwas verwirrend ist. „Wenn das Wetter mitmacht und die Sonne scheint, dann ist der Spuk schnell vorbei“, hofft sie. Wenn’s trotzdem einmal klemmt, die netten Bauarbeiter fragen, sie können genauere Angaben vor Ort weitergeben.

Die Ortschaftsverwaltung Mühringen informiert

Heute Abend findet um 18 Uhr in der Gemeindehalle eine Info-Veranstaltung der Ortschaftsverwaltung zur Breitbandverkabelung in Mühringen statt. Die Grundlagen und das Werden des Netzausbaus erläutert Eckardt Huber von HORBnet. Um 20 Uhr geht es an gleicher Stelle weiter: Für Fragen zur Bebauung und Vermarktung der Ortsmitte stehen das Architekturbüro Pfeffer aus Haigerloch und Michael Hauser von M.H.I.-Immobilien aus Balingen zur Verfügung.