Achter-Pack im März: Spatzen wehren sich

Untätig am Tag der Arbeit. Der SSV 46 und die Neckarsulmer SU dürfen ihre Pokal-Schicht nicht am 1. Mai fahren. Ein neuer Termin für das Halbfinale ist nicht zu finden. Vereine und Verband liegen im Clinch.

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Paul Sauter ist mit dem 9. März nicht einverstanden. Foto: Eibner

Geballte Ballarbeit. Im März warten innerhalb von 28 Tagen satte sieben Regionalliga-Spiele auf die Spatzen. Anders ausgedrückt: Jeden vierten Tag ein Einsatz. Damit nicht genug: Jetzt will der Württembergische Fußball-Verband (WFV) dem SSV 46 noch eine achte Bewährungsprobe aufbürden - und am Samstag, 9. März, das Pokal-Halbfinale beim Landesliga-Spitzenreiter Neckarsulmer SU einschieben.

Nach der Auslosung am Dienstag vergangener Woche hatten sich beide Vereine auf den 1. Mai geeinigt. Doch diesem Termin hat das Innenministerium seit einem Jahr einen Riegel vorgeschoben - weil an besagtem Feiertag zu viele Polizeikräfte benötigt werden. Aber beim WFV wurde dieser Tatsache keine Beachtung geschenkt: Denn der 1. Mai ist im Rahmenterminkalender versehentlich als offizielles Halbfinaldatum eingetragen - und daran orientieren sich die Vereine. Der Alternativ-Termin 24. April kommt für die Ulmer nicht in Frage, weil besagter Mittwoch für mögliche Regionalliga-Nachholspiele geblockt ist - und falls auch das für diesen Samstag geplante Spatzen-Heimspiel gegen den SC Idar-Oberstein ausfallen müsste, siehts nach einer Neuansetzung für 23. oder eben jenen 24. April aus. Deshalb denkt der Ulmer Präsident Paul Sauter gar nicht daran, dem WFV eine Garantie zu geben für einen Pokaltermin am 24. April in Neckarsulm - sonst drohen im ungünstigsten Fall zwei Spiele in zwei Tagen.

Gastgeber Neckarsulmer SU möchte unbedingt am 1. Mai und keinesfalls am 9. März gegen den SSV 46 spielen (da müsste das Landesliga-Heimspiel gegen den FSV Hollenbach II verlegt werden). Sportdirektor Marco Merz: "Wir können jetzt schon sagen, dass wir Anfang März nicht auf Rasen, sondern nur auf Kunstrasen spielen können." Vor zwei Jahren wurde den Neckarsulmern aus Sicherheitsgründen untersagt, im Pokal gegen die Stuttgarter Kickers auf künstlichem Untergrund anzutreten. Und gegen die Spatzen, die ja schon in der Oberliga weder daheim noch auswärts auf Kunstrasen irgendwelche Partien bestreiten durften, soll das nun plötzlich keine Rolle spielen.

Paul Sauter mag die "aggressive Vorgehensweise des WFV" gar nicht nachvollziehen. Schließlich soll der Verband, so argumentieren Sauter und Merz, doch für seine Vereine da sein. Selbiger Meinung sind auch die beiden anderen Pokal-Halbfinalisten: Auch die SG Sonnenhof Großaspach und der 1. FC Heidenheim würden am liebsten am 1. Mai gegeneinander spielen.

Doch dies muss sich das Vorschlussrunden-Quartett vermutlich abschminken. Die Neckarsulmer haben sogar das baden-württembergische Innenministerium eingeschaltet - aber wohl ohne Aussicht auf Erfolg. "Die Polizei hat mir nochmals ausdrücklich versichert", dass am 1. Mai keine Ausnahmen gemacht werden", sagt Dieter Mäußnest, Spielausschuss-Vorsitzender des WFV.

Eine harte Nuss, die WFV-Abteilungsleiter Thomas Proksch ab morgen nach seinem Urlaub knacken muss. Man darf gespannt sein, wer sich durchsetzt: Der Verband mit seinem Bemühen, frühzeitig Klarheit für Zeitpunkt und Ort des Endspiels schaffen zu können - oder die Vereine, die einen möglichst angenehmen Termin für ihre in diesem Winter heftig beanspruchten Spieler und ihre Fans suchen.

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