„Wir wollen wieder etwas bewegen“

Der alte und neue Abteilungsleiter Gerhard Näter des Fußball-Kreisligisten VfL Ulm erklärt, wie er seine erste Mannschaft flott kriegen will.

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Alter und neuer Macher des VfL Ulm: Gerhard Näter.  Foto: 

Sie sind ein Urgestein des VfL Ulm, seit 1968 Vereinsmitglied und haben die letzte Saison in der  Bezirksliga 2001/2002 noch als Spieler miterlebt. Nach acht Jahren als Abteilungsleiter verkündeten Sie im Mai 2015 überraschend ihren Abschied. Warum eigentlich?

GERHARD NÄTER: Thomas Hadamitzky, Helmut Wujkov und ich übernahmen die Abteilung 2007. Hadamitzky hörte 2010 auf, 2013 waren wir in die Kreisliga A aufgestiegen und Wujkov hörte 2014 auf. Als dann vor dieser Saison die Mannschaft mit drei Trainern und einem Kader von 40 Spielern vorhanden war, habe ich mich zurückgezogen. Ich spiele noch bei den Herren 50 in der Tennismannschaft der SG Blautal.

 Inwieweit bereuen Sie im Nachhinein Ihre Entscheidung?

NÄTER: Ich hatte meine Entscheidung der Vorstandschaft und den Trainern mitgeteilt. Sie sollten nach dem Nachfolger schauen. Es wurde aber keiner gefunden. Der negative Trend war nicht voraussehbar.

 Was sind die Ursachen für den Absturz auf den vorletzten Platz mit nur sieben Punkten aus 28 Spielen?

NÄTER: Ich habe kein einziges Spiel in dieser Saison gesehen, habe aber mitgeteilt bekommen, was passiert ist. Zunächst hat der Co-Trainer Michael Wittum hingeworfen, es herrschten ungeordnete Verhältnisse in der Abteilung. Dann wurde Trainer Mark Michalke krank, kündigte seinen Vertrag und kehrte nach Berlin zurück. Somit blieb von dem Trainertrio nur Jens Kroll übrig. Es folgten die negativen Ergebnisse. Die Mannschaft hatte ein Torwartproblem. Anfangs war Schlussmann Daniel Winkler noch da. Dann lief es sportlich nicht, er war verletzt und hatte dann keine Lust mehr. 113 Gegentore in 28 Spielen sagen viel. Es kamen immer weniger Spieler ins Training. Wir mussten auch noch die Reservemannschaft abmelden. Jens Kroll ist nicht begeistert von der Situation. Er muss jeden Sonntag telefonieren, damit er überhaupt zwischen 13 und 15 Spieler zur Verfügung hat. Das macht keinen Spaß und ist erschreckend.

 Wieso sind Sie unter diesen Voraussetzungen wieder eingestiegen?

NÄTER: Unser ehemaliger Spieler Kai-Uwe Grün rief mich Anfang des Jahres an. Er lieferte die Initialzündung für den Neuanfang. Er wollte als Spielertrainer starten und fragte mich, ob ich ihn unterstütze. Ich stellte mich im März bei der Abteilungsleiterwahl. Mit Kai-Uwes Vater Peter als Stellvertreter, Karl-Heinz Gerull als Kassierer und Jens Kroll wollen wir wieder etwas bewegen.

Vor fünf Jahren hatten Sie die Vision von der Position als Nummer zwei hinter dem SSV 46 in der Stadt. Wie lauten Ihre aktuellen Prognosen für die Zukunft des VfL Ulm?

NÄTER: Diese Vision ging gewaltig in die Hose. Wir haben in Böfingen 12 000 Einwohner und eine super Sportanlage. Fußballerisch hinken wir aber weit hinterher. Wir sind zu 99 Prozent abgestiegen und wollen dann in der Kreisliga B vorne mitspielen und wieder nach oben. Eine kleine Aufbruchstimmung ist schon festzustellen. Neben Grün von Türkgücü Ulm werden wir weitere Neuzugänge haben. Zudem rücken acht A-Juniorenspieler zu den Aktiven auf. Wir werden auch wieder eine Reservemannschaft melden.

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