"Wir haben gezeigt, dass wir es noch können"

Der Niedergang des Fußball-Kreisligisten SV Pfaffenhofen ist für Mittelfeldspieler Tobias Ott schnell erklärt: Ohne Fleiß gibt es eben keinen Preis.

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Tobias Ott: Viele frühere Spieler haben sich zurückgezogen. Foto: Matthias Kessler

Einen Hattrick der besonderen Art strebt der SV Pfaffenhofen, morgen um 15 Uhr Gastgeber für den TSV Obenhausen, in der Fußball-Kreisliga A/Iller an. In der dritten Saison in Serie gehört der Klub um Kapitän Tobias Ott zu den Hinterbänklern. 2012 konnte man als Vorletzter über die Relegation dem Abstiegsgespenst ein Schnippchen schlagen. Und 2013 genügte ebenfalls ein Rang vor der Roten Laterne zum Klassenerhalt.

Nun droht aber als Schlusslicht bei zwei definitiven Absteigern der Platz im Fahrstuhl nach unten. Doch Ott will die Flinte ungeachtet von nur vier Punkten und elf Zählern Rückstand ans rettende Ufer nicht ins Korn werfen. Hoffnung macht der erste Saisonsieg mit 1:0 beim SC Vöhringen. "Da haben wir gezeigt, dass wir es noch können. Man sollte uns noch nicht abschreiben", sagt der Mittelfeldakteur (23).

Allerdings kommt der Absturz des einstigen Bezirksligisten nicht von ungefähr. "Es ist rapide bergab gegangen", gesteht Eigengewächs Ott, der eine Technikerschule absolviert. Routiniers zogen sich aufs kickende Altenteil zurück. Zudem ist die Fußball-Begeisterung im Spielerkader nicht sonderlich ausgeprägt. Selbst beim Fototermin mit Ott anlässlich der ersten Übungseinheit nach der Siegpremiere spottete die Trainingsbeteiligung jeder Beschreibung. "Wenn ich nicht trainiere, kann ich auch keine Leistung bringen", erklärt Ott.

Wobei es teils plausible Erklärungen für die hohe Abwesenheitsquote gibt. Zu dem 16 Spieler starken Kader der "Ersten" zählen vier auswärts untergebrachte Studenten und zeitweise bis zu vier Verletzte. Trotzdem muss Ott einsehen, dass die Prioritäten einiger Kicker inzwischen weit weg vom grünen Rasen gehen. "Es gibt andere Freizeitaktivitäten und teilweise kommen die Leute erst um 19 Uhr vom Arbeiten. Da haben sie keine Lust mehr für den Trainingsplatz. Zudem gibt es gute Spieler, die einfach nicht mehr gekommen sind", meint Ott.

Auch Abteilungsleiter Michael Pintleger ist gefrustet. Nach Herbert Sailer, Wolfgang Prestele, Dieter Simon ist nun Urgestein Jürgen Zwatschek als vierter Trainer in sechs Jahren am Ruder. "Das sind unterschiedliche Charaktere. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll", meint Pintleger. Der Klub ist dabei, die Fehler der Vergangenheit in der Jugendarbeit auszumerzen. "Von den sechs Spielern aus meinem damaligen A-Junioren-Jahrgang bin ich der einzige, der noch dabei ist", sagt Ott.

Lokalrivale und Ligakontrahent SV Beuren hat dem SVP in dieser Hinsicht den Rang abgelaufen. Doch es besteht Aussicht auf Besserung. In den nächsten beiden Spielzeiten rücken 13 Pfaffenhofener Talente in den Aktivenbereich. Ott: "Wir müssen frühzeitig mit den Jungs sprechen und ihnen zeigen, dass nicht alles schlecht in Pfaffenhofen ist."

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