„Haben uns selbst um den Lohn gebracht“

Fußball-Regionalliga: Ulms Trainer Baierl stellt sich nach der 0:2-Niederlage gegen Steinbach schützend vor seine Mannschaft. Er weiß nach der jüngsten Pleitenserie aber auch: „Wir müssen Ergebnisse liefern.“

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Wiedersehen macht keine Freude. Ausgerechnet mit zwei früheren Spatzen-Kickern in seinen Reihen hat der TSV Steinbach den Regionalliga-Fußballern des SSV Ulm 1846 einen herben Dämpfer verpasst. Abwehrmann Daniel Reith und Mittelfeldakteur Nikola Trkulja ließen nach dem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg an alter Wirkungsstätte ihre früheren Kollegen enttäuscht auf dem Rasen des Donaustadions zurück. Während die Gäste im sechsten Spiel ohne Niederlage blieben und ihren fünften Tabellenplatz festigten, rutschte der SSV 46 nach der vierten Niederlage in Folge auf Rang elf ab.

Die Spatzen trennen nur noch zwei Punkte vom ersten möglichen Abstiegsplatz 14. So gab es nach dem Schlusspfiff für die enttäuschten Akteure des SSV 46 verständlich wenig Platz für Herzlichkeiten mit den ehemaligen Kollegen. Defizite statt Defensive standen plötzlich im Fokus. Mit mehr Stabilität im Abwehrverbund wollten die Gastgeber der Torflut der vergangenen Spiele entgegenwirken. Doch der Schuss ging förmlich nach hinten los. Was die Mannschaft von Trainer Stephan Baierl unbedingt vermeiden wollte, war nach einer knappen Viertelstunde mal wieder passé. Durch einen haltbaren Freistoß gerieten die Spatzen zum fünften Mal hintereinander früh in Rückstand (14.). „Die Regionalliga ist total ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen“, entgegnet Trainer Baierl den Skeptikern, die bereits von Negativspiralen und Abstiegskampf sprechen. „Wir sind ordentlich ins Spiel gekommen, haben uns aber selbst um den Lohn gebracht“, befand Baierl.

Zum unglücklichen Gegentor kam vor der Pause auch noch ein fataler Platzverweis hinzu, den Johannes Reichert mit einer unnötigen Gelb-Roten Karte verschuldete. Mit einer Fünfer-Abwehrkette wollte der SSV-Coach eigentlich Gegentore verhindern, bewirkte aber erhebliche Defizite im Spiel nach vorne. Fakt war: Zugunsten der Defensivstärke hat Baierl Offensivpotenziale geopfert. Der Klub ist eben ein Aufsteiger, dessen fußballerische Qualität an Grenzen stößt. „Wir sollten in unserer Erwartungshaltung nicht über das Ziel hinausschießen“, sagt Lutz Siebrecht. Der sportliche Leiter betont aber: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in der Regionalliga angekommen ist.“ Solch eine Ausgewogenheit in den Formulierungen ist neu in der Friedrichsau, und auch das resultiert aus der belebenden Mischung negativer Erfahrungen mit einem neuen Selbstvertrauen.

Und weil diese neue Ära der geduldigen Vernunft beim SSV 46 überall spürbar ist, gelten die jüngsten Niederlagen als Warnsignal im richtigen Moment. Klar ist den Verantwortlichen aber auch: „Wir müssen Ergebnisse liefern“, wie der Trainer betont. Dass der Weg für den Aufsteiger ein weiter sein wird, hatte Baierl zuletzt immer wieder gesagt – am Freitagabend hatte es auch jeder der Anwesenden gesehen.
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