Würgeattacke mit Nachspiel Bezirksgericht droht mit heftiger Strafe
Eine Würgeattacke auf den Schiedsrichter in der Kreisliga B sorgt für Aufsehen. Dem Fußballer droht eine lange Strafe, der Verein bangt ums Image.
Es war die 80. Spielminute der Kreisliga B I-Partie TSV Türkgücü Ehingen gegen den TSV Allmendingen II, die Schiedsrichter Armin Erz noch eine Weile beschäftigen wird. Der Unparteiische aus Suppingen ist ein erfahrener Mann, hat schon über 1000 Spiele geleitet. Gerade hatten die Gastgeber aus Allmendingen den 2:1-Führungstreffer erzielt, da beleidigte der Spielführer der Ehinger einen Gegenspieler.
Der Türkgücü-Akteur war bereits wegen Meckerns mit Gelb verwarnt, Erz bekam die verbale Entgleisung mit und zeigte ihm die zweite gelbe Karte. Noch bevor der Bäckermeister Rot ziehen konnte, griff der Spieler Erz an und würgte diesen so heftig, dass er zwei Minuten benommen am Boden liegen blieb. Die eigenen Mitspieler zogen den aufgebrachten Würger von Erz weg. Das Spiel wurde nach der Attacke sofort abgebrochen und wird mit 3:0 für Allmendingen gewertet.
Nun droht dem Angreifer eine Sperre zwischen vier Monaten und zwei Jahren. Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat den türkischen Spieler bereits vorläufig gesperrt. Das bedeutet, dass er nicht mehr spielen darf, bis das Urteil des Bezirksgerichts vorliegt. Kreisliga-Staffelleiter Werner Lechner erläutert dazu: "Der Schiedsrichter hatte nach dem Würgeangriff nicht mehr die Möglichkeit, die Rote Karte zu zeigen." Deshalb habe der WFV die Sperre ausgesprochen. Zudem wird der Vorfall in einer Kammersitzung vor dem Sportgericht des Bezirks Donau verhandelt werden.
"Bei einem gravierenden oder schwierigen Sachverhalt wird nicht ein Einzelrichter, sondern die Kammer entscheiden", sagte Helmar Bader. Der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts geht davon aus, dass der Täter mehr als vier Monate gesperrt werden wird. An der Kammersitzung müssten mindestens drei Sportrichter teilnehmen. Nach Baders Auskunft wird jedoch das vierköpfige Gremium den Fall behandeln. Mit der Verhandlung wird in drei bis vier Wochen gerechnet.
Der betroffene Verein geht da noch einen Schritt weiter. Ramazan Cini, der Abteilungsleiter von Türkgücü, sagte: "Nach der Gerichtssperre werden wir noch eine zusätzliche Sperre aussprechen." Der Spieler werde auf jeden Fall bis zum Saisonende 2010/11 nicht mehr für Türkgücü Ehingen spielen, er habe dem Image des Vereins geschadet. "Ich glaube nicht, dass er überhaupt nochmal spielen wird", ergänzte Cini. Ob der Spieler ganz vom Verein ausgeschlossen wird, konnte Cini nicht sagen.
Die Tat jedenfalls wirft ein schlechtes Licht auf den Ehinger Klub, wobei "Türkgücü kein Problemverein ist", wie Schiedsrichter-Obmann Berthold Schlegel zu berichten weiß.
Schiedsrichter Armin Erz aus Suppingen befindet sich jedenfalls nach dem Würgeangriff auf dem Weg der Besserung. Der Unparteiische habe noch Schmerzen im Hals- und Nackenbereich, teilte der Vorsitzende des Bezirks Donau, Jürgen Amendinger, auf Anfrage mit. Armin Erz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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Autor: ROLAND FLAD | 01.09.2010
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