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0:1 in Koblenz: Spatzen ohne Pfiff

Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 belohnt sich nicht. Trotz zum Teil deutlicher Überlegenheit verlieren die Spatzen nach drei Siegen in Serie mit 0:1 in Koblenz. Und Innenverteidiger Reith mit einer Verletzung.

WINFRIED VOGLER |

Zwei Serien hatte Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 vor der Auswärtsbegegnung am Sonntag bei TuS Koblenz aufzuweisen. Die positive: Alle drei Pflichtspiele in diesem Jahr hatten die Spatzen gewonnen. Die negative: Der letzte Punktgewinn in der Fremde liegt bereits 25 Wochen zurück (1:1 in Alzenau am 6. Oktober). Der letzte Auswärtssieg ist gar schon sieben Monate alt (1:0 beim SC Idar-Oberstein am 25. August).

Am Sonntag wurde im Stadion Oberwerth vor 2100 Zuschauern die Negativserie verlängert – zum Ärger der Spatzen. In einem Spiel, das nicht lange in Erinnerung bleibt, weil es weder prickelnd, aufregend noch richtungweisend war, unterlag das Team von Trainer Paul Sauter TuS Koblenz mit 0:1 (0:1) „Für den großen Aufwand haben wir uns leider nicht belohnt“, zog Trainer Sauter ein bitteres Fazit.

Sein Team war nicht so souverän wie zuletzt aufgetreten – erst recht nicht in der ersten Halbzeit. Die verlief ohne große Höhepunkte und hatte als einzigen Aufreger den überraschenden Führungstreffer der Platzherren. „Der kam höchst unglücklich zustande“, stellte Sauter zähneknirschend fest. Bei einem weiten Ball in die Ulmer Abwehrhälfte eilte Torhüter Holger Betz weit aus seinem Kasten und wehrte mit dem Kopf ab. Allerdings flog der Ball auf den Fuß des Koblenzer Thomas Klasen, der ihn aus 25 Metern ins verlassene Tor lupfte.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Spatzen in Unterzahl. Abwehrchef Daniel Reith hatte sich zuvor verletzt und musste mit Verdacht auf einen eingeklemmten Nerv in der Wade den Platz verlassen. Ersatzmann Max Bachl-Staudinger war aber noch nicht eingewechselt. Bereits in der vierten Minute hatte Torschütze Klasen mit einem Flachschuss Torwart Betz zu einer reaktionsschnellen Parade gezwungen. Damit wären die Höhepunkte des ersten Durchgangs beschrieben.

Drei Tage vor dem Heimspiel gegen Hessen Kassel am Mittwoch (19 Uhr) vertraute Trainer Sauter wieder dem Team, das beim 3:0-Erfolg zu Hause Idar-Oberstein beherrscht hatte. Nach Reiths Auswechslung rückte Sebastian Griesbeck in die Abwehr, was das Ulmer Spiel doch an Dynamik kostete. Im zweiten Durchgang wurde die Partie kaum farbiger, obwohl die Gäste jetzt souveräner auftraten. Der SSV 46 hatte die Partie besser im Griff, ohne aber den Gegner vollständig zu kontrollieren. Ulm hatte viel Ballbesitz, wusste damit aber wenig anzufangen. Zu viele Angriffe blieben unvollendet. Den Vorstößen fehlte meist der Pfiff. Die beste Chance auf den Ausgleich hatte Fabio Kaufmann (66.), dessen Volleyschuss von der Strafraumgrenze der Torhüter der Gastgeber über die Latte lenkte.

Mit zunehmender Spielzeit wurde für die Gäste die Aufgabe gegen eine gute organisierte, kompakte Heimelf, die sich fast nur noch aufs Abwehren konzentrierte, immer schwieriger. Was die Spatzen zuletzt ausgezeichnet hatte – eifriges Verschieben, dem Gegner den Ball abjagen und mit einer ansehnlichen Mischung aus Spiel und Kampf das Spiel zu dominieren – war gestern nur in Ansätzen erkennbar. Die Platzherren aber erreichten, wenn auch ohne Glanz, ihr Tagesziel: den vierten Sieg im fünften Spiel nach der Winterpause.

Noch eine Serie hatte Bestand. Schiedsrichterin Katrin Rafalski blieb ihrer farbigen Linie treu und zeigte sechs Gelbe Karten. Für Johannes Reichert ganz bitter, denn er ist am Mittwoch gegen Kassel nach seiner fünften Verwarnung gesperrt. Da auch Reith auszufallen droht, muss Sauter wohl eine komplett neue Innenverteidigung aus dem Hut zaubern.

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