Leistung enttäuscht sogar den Gegner

Die Leichtigkeit des Seins ist den Fußballern des FV Illertissen in der Oberliga abhanden gekommen. Beim 1:2 in Neckarelz stimmte die Leistung nicht.

Bei den Oberliga-Kickern des FV Illertissen kenne sich aus, wer will. Da legt die Mannschaft von Trainer Karl-Heinz Bachthaler einen Oberliga-Start mit drei Anfangserfolgen hin, der die Konkurrenz nicht nur staunen, sondern sogar fürchten lässt. Um danach mit Ergebnissen aufzuwarten, die hie und da aufkommende Euphorie rasch dämpften. Aber die Leistungen, wenn sie auch nicht berauschend gewesen sind, haben doch gestimmt.

Bei der 1:2 (0:1)-Panne bei der SpVgg Neckarelz, haben die Illertaler nun maßlos enttäuscht. Sogar den Gegner. Denn bei der Pressekonferenz nach dem Oberliga-Spiel haben sich die Neckarelzer Verantwortlichen an den Illertisser Auftritt in der vergangenen Spielrunde beim späteren Meister und Regionalliga-Aufsteiger TSG Hoffenheim II erinnert, bei dem der FVI ganz unglücklich mit 0:1 hat die Segel streichen müssen. "Damals wart ihr sehr viel besser drauf als heute", sagte der Neckarelzer Abteilungsleiter Matthias Piringer.

In der Tat, die seinerzeitige Gala bei der Hoffenheimer Bundesliga-Reserve und die jetzige Vorstellung beim spielstarken Aufsteiger trennen zwei (Fußball)-Welten. "Das war ein kollektives Versagen der gesamten Mannschaft", wetterte Coach Bachthaler, der von der Pauschalschelte nur seinen wirklich gut haltenden Torwart Manuel Schoppel ausgeschlossen wissen wollte. "Zögerlich, ängstlich, pomadig", diese gutem Fußball wenig förderlichen Attribute attestierte Bachthaler an diesen Tag seinem Ensemble, das auch nach den drei frühen Einwechslungen nur unwesentlich effektiver aufgetreten ist.

"Ich hätte eigentlich alle auswechseln können", bekannte der Coach, der fast sprachlos mit hat ansehen müssen, wie die Spieler seine Vorgaben in den Wind geschlagen haben. Aggressives Zweikampfverhalten wollte man an den Tag legen. Stattdessen bewegte man sich immer im gebührendem Abstand vom Gegner, der die unverhofften Freiräume zu Kombinationsfußball auf dem holprigen Gelände nutzte.

Doch alles Jammern nutzt nichts. Abhaken heißt jetzt die Devise, denn der Oberliga-Spielbetrieb geht am kommenden Samstag mit der Hausaufgabe gegen den ASV Durlach weiter. "Mit einer solchen Vorstellung gewinnen wir kein Oberligaspiel, auch nicht gegen die Durlacher", weiß Bachthaler. Da heißt es in dieser Woche beim Training Gas geben. Vor allem muss den Spielern wieder klar werden, dass sie nur mit Engagement und Einsatz in dieser Klasse bestehen können.


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Autor: JOCHEN BAISCH | 06.09.2010

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