FKV Neu-Ulm, der etwas andere Klub

Spendabler FKV Neu-Ulm: Erst zahlt der Neuling bei der 0:11- Klatsche im Fußball-Bezirkspokal gegen die TSF Ludwigsfeld kräftig Lehrgeld. Hernach spenden die Kicker die Einnahmen für einen guten Zweck.

WINFRIED VOGLER |

Aller Anfang ist schwer, keine Frage. Diese Erfahrung macht gerade der Fußball Kultur Verein (FKV) Neu-Ulm. Vor einigen Wochen erst ist der Klub neu gegründet worden und hat sich zum Spielbetrieb im Fußballbezirk Donau/Iller angemeldet. Obschon das Zuhause des Vereins in der Neu-Ulmer Filchnerstraße ist, ist seine sportliche Heimat beim SV Nersingen, der dem neuen Klub spontan seinen Sportplatz für die Heimspiele in der Kreisliga B/Iller zur Verfügung gestellt hat.

In Nersingen also fand am vergangenen Wochenende dann auch die offizielle Saisonpremiere - Punktspielauftakt ist am Sonntag beim SV Pfaffenhofen - statt mit der Partie im Bezirkspokal gegen die TSF Ludwigsfeld. Beim 0:11 (0:3) musste die Mannschaft von Trainer Uwe Hämmerle kräftig Lehrgeld bezahlen. Natürlich war nicht zu erwarten, dass der FKV Neu-Ulm mit seiner völlig neu zusammengestellten Elf auf Anhieb spielerische Glanzlichter setzen würde.

Freilich: Dem großzügigen Abwehrverhalten auf dem Platz folgte dergleichen spendables Gebaren hinterher. Der Fußball-Kreisligist spendete die gesamten Einnahmen für einen wohltätigen Zweck. Der Gastverein TSF Ludwigsfeld mit seinem Kassierer Heinz Bauer zeigte sich solidarisch und steuerte die ihm zustehende Hälfte der Eintrittsgelder sowie die Fahrkosten hinzu. Der von den Gastgebern erhöhte Betrag auf 500 Euro kommt jetzt dem Musikverein Nersingen zugute.

Bereits vor zwei Wochen hatte es nach dem Testspiel beim FC Straß, das der FKV Neu-Ulm mit 0:7 verloren hatte, ebenfalls eine freiwillige Aktion gegeben. Initiiert von FC-Abteilungsleiter Thorsten Wagner und Vize Harry Schwarzmann wurden die Einnahmen dem Gast zur Verfügung gestellt, der das Geld auf die runde Summe von 500 Euro aufstockte und der katholischen Kirchengemeinde Straß/Nersingen spendete. Die Übergabe der Gelder an den Nersinger Bürgermeister Erich Winkler wird an diesem Wochenende erfolgen.

"Wir möchten mit unseren Aktionen Spenden und Mitgliedsbeiträge, die der Verein erhält, an bedürftige Menschen, soziale und kulturelle Einrichtungen weitergeben", sagt Vereins-Mitbegründer Franz Kraus über das finanzielle Engagement. Das unterstreicht auch die Aussage des Trainers: "Es ist das erste Mal, dass ich eine Mannschaft trainiere, der Helfen wichtiger ist als der sportliche Aufstieg", sagt Uwe Hämmerle.

Der FKV Neu-Ulm, dessen Mitglieder von weit her kommen - prominentestes ist der Opernsänger Martin Egel aus Monte Carlo - wird von vielen Firmen aus der Region mit Spendengeldern unterstützt, die alle für Wohltätigkeitszwecke Verwendung finden sollen. Unterstützung in eigener Sache erhofft sich indes Eugen Straub, Vorstand des Klubs der etwas anderen Art: "Leider haben wir noch keinen Trainingsplatz im Raum Ulm/Neu-Ulm gefunden. So müssen unserer Spieler bis nach Regglisweiler zum Training fahren."

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