Hauptsache kein Kanonenfutter
Der Neuanfang des TSV Beimerstetten als SGM Beimerstetten/Tomerdingen in der Fußball-Kreisliga B Staffel Alb ist vielversprechend. Abteilungsleiter Paulo Lopes sieht keine "Schlachtopfer"-Gefahr.
Die Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit im Fußball-Bezirk bei einem Neubeginn waren für Paulo Lopes von der SGM Beimerstetten/Tomerdingen eine Warnung. Der SSC Stubersheim, der SV Feldstetten (beide B/Alb) oder der VfR Unterfahlheim (B/Donau II) bekamen nach dem Neustart im aktiven Bereich von der Konkurrenz das Fell über die Ohren gezogen. "Die Mannschaft sollte kein Kanonenfutter für die anderen Klubs sein", betont der 43-jährige Industriebuchbinder und Cousin des früheren Spatzenkickers Victor Lopes. Der 179-malige Zweitligaspieler war auch erster Kandidat für den Trainerposten, hatte aber abgelehnt.
Zunächst war aber eine fünfköpfige Spielerfraktion aus Beimerstetten, die bei anderen Klubs spielte, auf Paulo Lopes wegen der Neugründung einer aktiven Mannschaft nach dem Rückzug im Dezember 2004 zugekommen. Sie übergaben ihm eine Liste mit 15 Namen, die Interesse bekundet hatten, für den TSV zu spielen. Davon wohnt ein Dutzend in der 2500-Einwohner-Gemeinde Beimerstetten.
Lopes hatte danach weitere Kontakte zu ihm bekannten Akteuren geknüpft. Bei der Versammlung am 24. Oktober 2009 waren 24 Spieler anwesend, von denen 21 für den Neustart zusagten. Zwei der drei Umfaller hatten nach Fahrgeld nachgefragt. "Die Spieler sind abgesprungen, nachdem sie gehört hatten, dass es bei uns kein Geld gibt."
Selbst Trainer Frieder Schlumberger, zuletzt als Co-Trainer von Markus Hofele beim FC Silheim in der Landesliga, ist ehrenamtlich tätig. Kuriosum am Rande: Lopes und Schlumberger wohnen seit 1992 keine 200 Meter Luftlinie voneinander entfernt in Beimerstetten. Aber erst 2004 beim Public Viewing bei einem EM-Spiel in einer Kneipe in der Gemeinde lief sich das Duo erstmals über den Weg.
Seit Dezember konnte Schlumberger bereits regelmäßig mit dem Großteil des Kaders trainieren, obwohl Spieler teilweise noch bei anderen Klubs waren. Zunächst als eigenständige Mannschaft geplant, wurde dann auf Anfrage des SV Tomerdingen, der aufgrund von nur noch 15 Kickern zum Ende der Saison sein Team vom Spielbetrieb abgemeldet hatte, eine Spielgemeinschaft gegründet. "Wir haben aus drei Lagern eine erste Mannschaft und eine Reservegarnitur geformt. Die Spieler aus Beimerstetten, Tomerdingen und die Akteure von anderen Vereinen haben aber schnell zusammengefunden", sagt Lopes.
So soll nach der Auftaktnullnummer gegen den TSV Herrlingen nun am morgigen Sonntag um 15 Uhr gegen den SV Feldstetten der erste Dreier eingefahren werden. Dort ist Jakob Baumann Trainer, der Lopes selbst schon vor 30 Jahren in der C-Jugend des TSV Blaustein als Spieler betreut hatte.
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Autor: DETLEF GRONINGER | 04.09.2010
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Paulo Lopes will nicht, dass sein Team zur Schießbude wird. Foto: Schulz
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