Kommentar: Absurde Entscheidung

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Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) hat wieder ein Eigentor geschossen. Oder hat, um in der Sportart zu bleiben, den Ball im eigenen Korb versenkt. Bundestrainer Chris Fleming wird Assistenztrainer bei dem NBA-Klub Denver Nuggets und soll weiterhin die DBB-Auswahl coachen, die gerade in der EM-Gruppenphase ausgeschieden ist.

Das ist gleich in zweierlei Hinsicht eine falsche Entscheidung. Zunächst einmal muss ein Bundestrainer in der Liga präsent sein. Dabei kommt es nicht allein darauf an, sich per Livestream die BBL-Partien anzuschauen. Es geht um Gespräche, es geht um Kontakt zu Spielern, Trainern und Klubs. Darüber hinaus soll der Bundestrainer auch an den Strukturen mitarbeiten. All das funktioniert so nicht.

Und: Wie absurd ist es, wenn die BBL ausdrücklich eine Doppelfunktion als Auswahl- und BBL-Trainer verbieten, aber der DBB eine solche Konstruktion wie die aktuelle mit Fleming zulässt. Das versteht niemand. Vermutlich ist die "Lex Fleming" zustande gekommen, weil der Amerikaner dem Verband die Pistole auf die Brust gesetzt hat: Kein Denver, kein Bundestrainer Fleming. Und eine Alternative nach dem Fiasko mit Vorgänger Frank Menz ist nicht in Sicht. Gute Karten für Chris Fleming, schlechte für den DBB.

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Kommentare

15.09.2015 11:15 Uhr

Absurde Entscheidung (Basketball)

Ich habe das Wort "nicht" in dem Satz ....dass der Autor wahrscheinlich nicht kompetent genug ist...vergessen

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15.09.2015 10:56 Uhr

Absurde Entscheidung (Basketball)

Zum Artikel Basketball: Man merkt deutlich, das der Autor wahrscheinlich kompetent genug ist, sonst würde er nicht von einem" Fiasko" in Verbindung mit Frank Menz reden, und wenn, dann dieses Wort Fiasko auch mit den Ergebnissen in Berlin in Verbindung bringen. Ok, schwere Gruppe, aber dafür Heimvorteil, ein günstiger Spielplan und eine qualifizierte Mannschaft. Vor zwei Jahren hatte Frank Menz den Auftrag eine neue junge Nationalmannschaft aufzubauen. Ihm standen kein Nowitzki, kein Schröder, kein eingedeutschter Gavel zur Verfügung, dafür u.a. acht Spielern, die noch n i e eine Europameisterschaft gespielt hatten. Hinzu kommt, dass Spieler wie Benzing, Schaffartzik, Giffey, King, Gavel und Pleiß erst seit 2013 teilweise das erste Mal mit soliden Spielzeiten in der Bundesliga und besonders in der Euroleague spielen und Erfahrungen sammeln konnten. Nach dem sensationellen Erfolg im ersten Spiel vor zwei Jahren über Frankreich abends um 21 Uhr Spielzeit beendet ca. 23 Uhr verlor diese unerfahrene Mannschaft am nächsten Tag am NACHMITTAG das nächste Spiel nach Verlängerung gegen Belgien, dann 16 Stunden später das folgende Spiel mit 3 Punkten. Ein weiterer Sieg gegen Israel reichte nicht. Weder Bauermann (2009) noch Fleming (2015) gelangen zwei Siege in der Vorrunde. Alle Beteiligten des DBB kannten das Ziel in den nächsten Jahren eine junge Perspektivmannschaft aufzubauen und alle wussten um die ungünstigen Bedingungen. Frank Menz hatte nie eine Chance außer er hätte die Vorrunde überstanden, was für den Neuaufbau aber nicht relevant war.. Die konzeptionelle Jugendarbeit mündete in die besten Ergebnisse der letzen 20 Jahre ( u.a. 2 x 5. Plätze bei den U 20 Europameisterschaften). Alle männlichen Jugendmannschaften spielen in den A-Divisionen um gute Platzierungen. Der Fehler war Frank Menz zu entlassen und die kompetente und kontinuierliche Aufbauarbeit zu unterbrechen. Insofern kann ich der Überschrift im größeren Zusammenhang nur zustimmen: Absurde Entscheidungen!

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