Das spitzenmäßige Quartett

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Die Ulmer Basketballer, hier mit Karsten Tadda (rechts) und Tim Ohlbrecht (links) gegen Würzburg, fahren als offensivstärkste Mannschaft zum FC Bayern München.   Foto: Schwerdtfeger  Foto: 

Vollgas-Basketball gegen Vollgas-Basketball, Meister gegen das Überraschungsteam dieser Saison – der kommende 16. Spieltag  in der  Bundesliga hat es wahrlich in sich. Tabellenführer Ratiopharm Ulm reist  am kommenden Montag zum Drittplatzierten FC Bayern München (Audi-Dome, 19 Uhr). Heißt: Die zweitbeste Offensive der BBL  (87,6 Punkte im Schnitt pro Spiel) empfängt die beste (91,9). Dreieinhalb Stunden vorher  kommt es  im Frankenderby zum Aufeinandertreffen des Tabellenvierten Medi Bayreuth mit den Brose Bamberg (Platz zwei). „Erstmals seit dem Wiederaufstieg 2010 ist hier schon vor Weihnachten der Abstiegskampf kein Thema mehr“, sagt Medi-Coach Raoul Korner und macht damit deutlich,  wie ungewöhnlich die aktuelle tabellarische Konstellation ist.

Die Bamberger  dagegen genießen gerade noch  den fünften Saisonsieg in der Euroleague. Das Brose-Team gewann am vergangenen Donnerstag überraschend klar mit 82:68 gegen das griechische Spitzenteam Olympiakos Piräus. Vor 6150 Zuschauern war der Amerikaner Darius Miller mit 20 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bamberger. Kein Wunder, dass sich Trainer Andrea Trinchieri fühlte wie nach einer vorgezogenen Bescherung: „Es war ein großes Spiel, ein großer Abend, ein großes Weihnachtsgeschenk für jeden gegen eine der derzeit besten Mannschaften in Europa.“ Bei den Bambergern wird wohl der nachverpflichtete Jerel McNeal debütieren, der mit sechs Spielen für die Phoenix Suns NBA-Erfahrung vorweisen kann.

Obwohl sportlich alles rund läuft, legte sich Bambergs Aufsichtsrat und Geldgeber Michael Stoschek jüngst mit Teilen der Fans des deutschen Meisters an. „Während einige ganz treue Begleiter unser Team selbst bei den entferntesten Auswärtsspielen in der Euroleague unterstützen, hat man zu Hause das Gefühl, dass es ein großer Teil unseres Publikums inzwischen für selbstverständlich hält, dass unsere Spieler am Ende gewinnen werden“, erklärte der 69-Jährige und monierte zudem, dass zwischen den Fanklubs Uneinigkeit herrsche. Das sei „ganz und gar unakzeptabel“. Die Missstimmung sei „kontraproduktiv“ und schade dem Erfolg. Es wird interessant sein zu sehen, ob Brose-Fans in Bayreuth das Team unterstützen werden.

Fern von allen Widrigkeiten, die es so geben kann, schweben die Ulmer Korbjäger ausgesprochen lässig von Spieltag zu Spieltag. 14 gewertete Begegnungen, 14 Siege, zuletzt ein 98:75 in der eigenen Arena gegen Würzburg – das wirkt sich auch aufs Selbstbewusstsein aus. Zwar mögen es die  Ulmer Verantwortlichen nicht so gerne, öffentlich über irgendwelche Saisonziele zu reden, Ratiopharm-Coach Thorsten Leibenath macht aber auch klar, dass die Mannschaft gewillt ist, diesen  Platz an der Sonne  auf Biegen und Brechen zu verteidigen. Auch in München natürlich, wo die Ulmer zumindest in der Bundesliga noch nicht gewonnen haben. Aber an Weihnachten ist ja vieles möglich.

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